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Seine Naturfotos räumen weltweit Preise ab

Ein SZ-Beitrag hat das Interesse von Rüdiger Schulz aus Zittau geweckt. Inzwischen findet der Fotograf mit seiner Arbeit internationale Anerkennung.

Der preisgekrönte Natur- und Tierfotograf Rüdiger Schulz.
Der preisgekrönte Natur- und Tierfotograf Rüdiger Schulz. © Matthias Weber

Der Zufall hat Rüdiger Schulz zu einem seiner jüngsten Erfolge verholfen. Er saß eines Morgens in Gestalt eines Feldhasen auf einem Feldweg. Dessen Fell war nach einem Regenguss nass und stand nach allen Seiten ab. Rüdiger Schulz zögerte nicht lange und bannte das Bild in seine Kamera. Er hatte nicht nur einen der selten gewordenen Feldhasen erwischt, sondern ihn obendrein ohne die oft störenden Grashalme fotografieren können. Nur machte der fehlende Hintergrund das Foto auch etwas langweilig. Also überlegte der Zittauer, wie er es etwas aufpeppen könnte. Da kam ihm die Makroaufnahme von der Struktur eines Baumpilzes ganz recht. Er verband beides zu einem Bild und nannte es "Hare" (Feldhase). 

Das Ergebnis gefiel ihm so gut, dass er es als Beitrag in der Kategorie "open Color" bei der diesjährigen Internationalen Fotoausstellung der "Photographic Society of America" (PSA) einreichte. "Unter deren Patronat finden weltweit jährlich zahlreiche Ausstellungen statt, aber nur diese eine wird direkt von der Gesellschaft veranstaltet", sagt Rüdiger Schulz. In der genannten Kategorie hatten 513 Fotografen aus 49 Ländern 2.027 Werke eingereicht. Drei hochrangige internationale Fotografen bildeten die Jury. Auch ihnen muss das Foto gefallen haben, denn sie belohnten den Zittauer dafür gleich bei dessen ersten Versuch mit einer Silbermedaille. 

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Mit diesem Foto gewann Rüdiger Schulz bei der Internationalen Fotoausstellung der Photographic Society of America" (PSA) Silber.
Mit diesem Foto gewann Rüdiger Schulz bei der Internationalen Fotoausstellung der Photographic Society of America" (PSA) Silber. © Rüdiger Schulz

Für Rüdiger Schulz ist diese Würdigung durch anerkannte Experten ein schöner "Lohn" für seine Mühe. Er beteilige sich oft an Fotografiewettbewerben in Deutschland und weltweit, um zu hören, was andere von seiner Arbeit halten, sagt der Zittauer. Das Fotografieren ist schon seit seiner Kindheit sein Hobby. Angefangen hat er mit einer ganz einfachen Kamera, aber er lernte damals schon in der Foto-AG seiner Schule die Grundlagen für gute Fotos.

Sein Interesse für die Naturfotografie begann jedoch erst 2014. Da erschien in der Sächsischen Zeitung ein Artikel über einheimische Vögel und den sächsischen Brutvogelatlas. Obwohl der 51-Jährige schon damals oft in der Natur unterwegs war, hatte er von vielen dort vorgestellten Arten noch nie etwas gehört. Das machte ihn neugierig und er beschloss, von nun an genauer hinzusehen. So fiel ihm plötzlich auch die an der Mandau lebende Wasseramsel auf, obwohl er dort - in der Nähe seines Arbeitsplatzes - schon öfter unterwegs war. 

Er las viele Bücher und stellte fest, dass es bei uns wesentlich mehr Arten gibt als angenommen. Er erfuhr, wann und wo sie brüten und konnte nun noch gezielter suchen. So hat er nach eigener Aussage bis dahin nicht gewusst, dass es in der Region so viele Neuntöter gibt. Meist nehme man sie gar nicht wahr, sagt der Fotograf. Auch dass es hier Eisvögel gibt, war ihm neu. Inzwischen weiß er aber, wo er diese und andere Vögel finden kann. Er fotografiert hauptsächlich die gefiederten Gesellen, aber auch andere Wildtiere. Zufall oder Glück gehöre auf jeden Fall zum Fotografieren, sagt er. Man könne dem aber auch nachhelfen. So verbringt Rüdiger Schulz schon mal einen ganzen Tag am Fuchsbau und beobachtet die jungen Füchse. Mit der Zeit komme auch die Übung und man lernt, die Tiere zu fotografieren, ohne sie zu verscheuchen.

So hat er auch den jungen Wendehals im Garten hinter seiner Arbeitsstätte im richtigen Moment getroffen. Auch dieses Foto fand er so gelungen, dass er es eingereicht hat, dieses Mal bei der "Bird Photographer of the Year". Dieser englische Wettbewerb speziell für Vogelfotografie sei unter den Fotografen weltweit sehr anerkannt, sagt Rüdiger Schulz. Darum ist er auch besonders stolz, dass sein "Wendehals im Baum" eines der "best Portrait" von 2019 geworden ist. 

Rüdiger Schulz hat noch sehr viel mehr Fotos veröffentlicht. Wer andere Arbeiten des Zittauer Hobbyfotografen sehen möchte, kann das auf der Plattform Photocrowd.com tun. Dort ist er unter dem Profilnamen foxbird aktiv.

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