Zittau
Merken

Schleuser flüchtet auf B178 bei Zittau halsbrecherisch vor Bundespolizei

Als die Bundespolizei den jungen SUV-Fahrer stoppen will, gibt der Vollgas - mit einer Flüchtlingsfamilie mit drei Kindern im Auto.

 2 Min.
Teilen
Folgen
Beinahe täglich greift die Polizei Flüchtlinge auf, die unter lebensbedrohlichen Umständen geschleust werden.
Beinahe täglich greift die Polizei Flüchtlinge auf, die unter lebensbedrohlichen Umständen geschleust werden. ©  Bundespolizei

Am Donnerstagmittag wollte die Bundespolizei den Fahrer eines SUV in Zittau an der B178 bei dessen Einreise aus Polen kontrollieren. Doch der gab Vollgas, raste in halsbrecherischem Tempo über die B178 der Polizei davon. Zwei Kilometer später gelang es doch, den Fahrer zu stoppen. Dabei wurde auch der Grund seiner Flucht offenbar - und die Handschellen klickten.

Wie die Bundespolizei mitteilt, sollte die Kontrolle gegen 13.05 Uhr erfolgen. Mit mehr als 130 Kilometern pro Stunde fuhr er davon und überfuhr mehrfach die Doppellinie, um in der Gegenfahrbahn andere Fahrzeuge zu überholen. "Zum Glück wurde niemand konkret gefährdet oder verletzt", so die Bundespolizei. Am Beginn der Baustelle in Richtung Oberseifersdorf stoppte der Mann endlich seinen schwarzen MG SUV. Im Wagen befanden sich eine 38-jährige Frau, ein 44-jähriger Mann sowie deren drei Kinder im Alter von 7, 11 und 14 Jahren. Bei ihnen handelt es sich um syrische Migranten, die kein Visum oder einen Aufenthaltstitel vorlegen konnten. Es waren nicht alle angeschnallt und ein Kind musste auf einem Schoss sitzen.

Der Fahrer lebt in Deutschland und muss sich wegen des Einschleusens von Ausländern unter lebensbedrohlichen Umständen verantworten. Er wurde wieder auf freien Fuß gesetzt und der ihm nicht gehörende SUV sichergestellt. Auch gegen die Syrer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Sie stellten ein Schutzersuchen und wurden an eine Erstaufnahmeeinrichtung weitergeleitet.

Weiterer Aufgriff bei Oderwitz

Bereits am Donnerstagvormittag hatte ein unbekannter Schleuser mit einem Transporter bei Oderwitz 16 eingeschleuste Syrer abgesetzt. Einsatzkräfte des deutsch-tschechischen Fahndungsteams kontrollierten auf der Ortsverbindungsstraße nach Spitzkunnersdorf um 10.50 Uhr diese Gruppe Syrer, die zu Fuß unterwegs war. Den Ermittlungen zufolge hatte sie ein Transporterfahrer von Tschechien kommend hier abgesetzt. Die Männer sind zwischen 17 und 36 Jahren alt und müssen sich wegen der unerlaubten Einreise sowie wegen des unerlaubten Aufenthaltes verantworten. Sie wurden aufgrund gestellter Schutzersuchen an eine Erstaufnahmeeinrichtung weitergeleitet.