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Spatenstich für Millionen-Projekt am Klinikum

13 Millionen Euro werden ins Klinikum Oberlausitzer Bergland investiert. Davon profitieren beide Standorte und vor allem die Umwelt.

Der erste Beigeordnete des Landrates, Thomas Gampe, Klinikum-Geschäftsführer Steffen Thiele und Roland Höhne in Vertretung für Sozial-Dezernentin Martina Weber (v. l.) beim ersten Spatenstich für eine neue Energieversorgungsanlage am Klinikum Zittau.
Der erste Beigeordnete des Landrates, Thomas Gampe, Klinikum-Geschäftsführer Steffen Thiele und Roland Höhne in Vertretung für Sozial-Dezernentin Martina Weber (v. l.) beim ersten Spatenstich für eine neue Energieversorgungsanlage am Klinikum Zittau. © Matthias Weber/photoweber.de

Das Ende der klassischen Zittauer Krankenhausküche naht. Seit den 1990er Jahren ist hier ununterbrochen gekocht, Frühstück und Abendbrot zubereitet worden. Jetzt geht das Klinikum Oberlausitzer Bergland bei der Essensversorgung einen ganz neuen Weg. 13 Millionen Euro werden dafür investiert.

EVEKT heißt das millionenschwere Projekt, für das am Freitag der erste Spatenstich erfolgte. EVEKT steht für "Eigenversorgung mit Energie für Küche und Technik" am Klinikum Oberlausitzer Bergland. "Wir investieren in eine neue Küche und beginnen gleichzeitig mit der energetischen Sanierung des Hauses", sagt Klinikum-Geschäftsführer Steffen Thiele.

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Umweltfreundlich wird am Klinikum künftig Essen zubereitet. Mit der modernen Anlage werden nicht nur jährlich 2.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart, sondern auch noch 300.000 Euro an Energiekosten. "Wir kochen mit der Anlage klimaneutral", berichtet er. Die neue Küche des Klinikums wird über ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Wärme und Kälte versorgt. Das wird umweltfreundlich mit Holzpellets betrieben, die das Krankenhaus von regionalen Anbietern aus der Umgebung beziehen will. Deswegen werden neben dem BHKW zwei große Silos für die Pellets errichtet.

Eine Zeichnung des EVEKT-Projektes. Die neue Energieversorgungsanlage am Zittauer Klinikum entsteht zwischen dem Haus 2, der angrenzenden Notfall-Ambulanz und der Weinau-Allee. Beige im Vordergrund ist das Blockheizkraftwerk mit den Silos für die Pellets.
Eine Zeichnung des EVEKT-Projektes. Die neue Energieversorgungsanlage am Zittauer Klinikum entsteht zwischen dem Haus 2, der angrenzenden Notfall-Ambulanz und der Weinau-Allee. Beige im Vordergrund ist das Blockheizkraftwerk mit den Silos für die Pellets. © Matthias Weber/photoweber.de

Die neue Energieversorgungsanlage am Zittauer Klinikum besteht aus einer integrierten Kraft-Wärme-Kopplung und Kältering - über die auch Ebersbach mit versorgt wird sowie einer klimaneutralen Pellets-Verbrennungsanlage. Umweltfreundlich wird mit ihr in der kalten Jahreszeit die Luft von außen mit genutzt, erklärt der technische Leiter des Klinikums, Marco Krause.

Der Küchenumbau dauert insgesamt etwa drei Jahre. "In dieser Zeit wird weiterhin uneingeschränkt Essen für die Patienten, Mitarbeiter und Gäste zubereitet", schildert Steffen Thiele. Denn während der Bauarbeiten zieht die Küche in den jetzigen Speisesaal um. Dabei werden auch bereits die ersten Elemente der neuen Küche mit genutzt. Als Speisesaal dient dann die neue Cafeteria im Haus 3. Deren Fertigstellung glich schon fast dem Bau des Berliner Flughafens, bemerkte er. Für das Projekt wird die Cafeteria nun dringend gebraucht.

Zum EVEKT-Projekt gehört ebenso die Modernisierung der Küche des Klinikums in Ebersbach. In Zittau wird das Essen dennoch weiter, so wie bisher auch für Ebersbach, vorgekocht. Dort wird es dann in speziellen Servicewagen erhitzt, damit es warm bis zum Patienten kommt.

"Unser Ziel ist es, dass wir so Vorkochen können, dass wir am Wochenende keinen Koch mehr brauchen", berichtet der Geschäftsführer der Krankenhausservicegesellschaft Löbau-Zittau GmbH, René Kießling. Die Küchenmitarbeiter in Zittau kochen für etwa 500 Personen.

"Wir hoffen, dass die Anlage spätestens im Mai 2024 in Betrieb geht", fügt Marco Krause hinzu. Wenn alles klappt, könnte vielleicht schon am Montag mit den ersten vorbereitenden Maßnahmen für die Bauarbeiten begonnen werden. Die Energieversorgungsanlage wird für die Öffentlichkeit gut sichtbar gebaut. Ihr Standort ist zwischen dem Haus 2, der angrenzenden Notfall-Ambulanz und der Weinau-Allee.

So wichtig wie EVEKT für den Umweltschutz ist, möglich und finanzierbar ist es nur durch einen Bundestagsbeschluss. Denn so erhält das Klinikum dafür vom zuständigen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit über ein Förderprogramm der Nationalen Klimaschutzinitiative sieben Millionen Euro. Eine weitere Million Euro gibt der Landkreis Görlitz als Eigentümer der Kliniken in Zittau und Ebersbach hinzu.

Neben dem ersten Beigeordneten des Landrates Thomas Gampe freute sich auch Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) über das Millionen-Projekt in der Stadt. "Ich kann mich noch gut erinnern, vor knapp zehn Jahren stand ich hier als Redakteur für die SZ und berichtete ebenfalls über eine große Investition am Klinikum. Damals war es der Einbau eines Kernspintomografen. Die heutige Investition ist noch um vieles größer", berichtet er.

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Wenn er auch gleichzeitig zur Kenntnis nehmen muss, dass mit der neuen Energieversorgungsanlage dann die Stadtwerke Zittau das Krankenhaus nicht mehr so umfangreich beliefern werden, wie bisher. Denn die Küche ist ein großer Abnehmer. Das Klinikum an sich wird aber weiterhin von den Stadtwerken mit Fernwärme versorgt. Aber der Oberbürgermeister kann auch damit gut leben. Denn: "Die neue Anlage ist der Gang der Zeit und ein wichtiges Signal für die Stadt Zittau", sagt Thomas Zenker. Und außerdem wird auch die Fernwärme in Kombination von Biogas und Gas umweltfreundlich geliefert.

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