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Tourismus-Werbung wird teurer

Alle Gemeinden haben zugestimmt, künftig mehr Geld für professionelles Marketing auszugeben - nicht ohne kontroverse Diskussion.

Ein herrlicher Weitblick bietet sich vom höchsten Punkt des Zittauer Gebirges, dem neuen Turm auf der Lausche. Weitblick erwarten die Gebirgsgemeinden jetzt auch von den professionellen Touristikern.
Ein herrlicher Weitblick bietet sich vom höchsten Punkt des Zittauer Gebirges, dem neuen Turm auf der Lausche. Weitblick erwarten die Gebirgsgemeinden jetzt auch von den professionellen Touristikern. © Matthias Weber/photoweber.de

25 Cent pro Einwohner - was kann man damit schon anfangen? "Jedenfalls nichts Ordentliches", ist Frithjof Helle überzeugt. Der Gründer und Chef des Jonsdorfer Schmetterlingshauses weiß, wovon er redet: Freizeiteinrichtungen wie seine sind nur eine Touristenattraktion, wenn auch Touristen kommen - und nur mit Touristen können sie leben und überleben.

"Professionelles Tourismus-Marketing gehört zum Allerwichtigsten", weiß Helle. Und genau das will er den Jonsdorfer Gemeinderäten noch mal sagen, ehe sie darüber abstimmen, ob sie künftig einen höheren Mitgliedsbeitrag an ihre Touristische Gebietsgemeinschaft (TGG) Naturpark Zittauer Gebirge/Oberlausitz zahlen.

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Die TGG nämlich ist zuständig für das Tourismus-Marketing der Gebirgsgemeinden: für Hochglanzprospekte und Messeauftritte, für Reisepakete und Radiowerbung, für Urlaubs-Anfragen und Urlauberbetreuung und für vieles mehr - alles finanziert mit den Mitgliedsbeiträgen der Gemeinden.

Doch bisher gab es auch immer mal wieder eine mehr oder weniger große Unzufriedenheit in den Gemeinden darüber, was denn mit dem Geld passiert. Von altbackener Verwaltung war da die Rede und wenig Innovation. Großschönau war eine Zeit lang sogar aus der Gemeinschaft ausgetreten.

Dass da eine geplante Erhöhung des Werbe-Etats kontroverse Diskussionen in den Gemeinderäten auslösen würde, war vorauszusehen. Doch inzwischen scheint im Marketing ein frischer Wind zu wehen. Es hat sich so einiges geändert seit einer internen Umstrukturierung in der Geschäftsstelle. "Eine neue Strategie, die langsam fruchtet", sagt Frithjof Helle.

Das bestätigt auch Susanne Mannschott, die Chefin der Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft (ZSG), in der die Geschäfte der TGG jetzt gebündelt sind: "In der Vergangenheit war der Verein nicht stark genug aufgestellt, um neben dem Innen- auch ein wirksames Außenmarketing in gewünschtem Umfang betreiben zu können", erklärt sie.

Mit der schrittweisen Erhöhung der Mitgliedsbeiträge der Gemeinden von 25 auf 40 Cent pro Einwohner und von 5 auf 7,50 Euro pro 100 Gäste-Übernachtungen soll das nun besser möglich werden. Besser möglich wird es nun auch, für Marketingmaßnahmen Fördermittel des Landes in Anspruch nehmen zu können, wenn dafür genügend Eigenmittel zur Verfügung stehen.

Potenziale sieht Susanne Mannschott ausreichend vorhanden. Sie müssten nun weiterentwickelt und "griffig gemacht" werden, sagt sie und nennt zum Beispiel die Themen Familienurlaub, Umgebindehäuser, Dreiländerregion und Outdoorsport, hier vor allem Mountainbike. "Das werden Aufgaben der nächsten Jahre sein", so die ZSG-Chefin.

Die Mehrheit der Jonsdorfer Gemeinderäte müssen von dieser Strategie nicht überzeugt werden. "Wir brauchen Netzwerke und eine gemeinsame Strategie im Gebirge", bestätigt Gemeinderätin Antje Geißer (Freie Wähler).

Jonsdorf hat der geplanten Beitragserhöhung mit zwei Gegenstimmen zugestimmt. Aus den rund 1.000 Euro Mitgliedsbeitrag, die der Kurort bisher an die TGG gezahlt hat, werden nächstes Jahr 1.300 Euro, ab 2022 dann jährlich 2.800 Euro mehr als bisher. Laut TGG haben inzwischen alle Mitgliedsgemeinden der Erhöhung zugestimmt. In Olbersdorf, Bertsdorf-Hörnitz und Oybin fiel die Entscheidung zugunsten der TGG allerdings nur knapp.

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