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"Schuhhof" macht dicht

Der Schuhhändler zieht sich Mitte November aus Zittau zurück. Für viele kommt die Entscheidung überraschend.

Für die "Schuhhof"-Filiale sind die letzten Tage angebrochen, ab 22. November ist das Geschäft geschlossen. Bis dahin läuft der Räumungsverkauf.
Für die "Schuhhof"-Filiale sind die letzten Tage angebrochen, ab 22. November ist das Geschäft geschlossen. Bis dahin läuft der Räumungsverkauf. © Matthias Weber

Plakate, die große Rabatte versprechen, hängen in den Schaufenstern vom "Schuhhof" regelmäßig. Die aktuellen Aushänge verkünden jedoch weniger Erfreuliches: Die Filiale am Zittauer Rathausplatz wird geschlossen. Wie die Mitarbeiter bestätigen, ist der 21. November der letzte Verkaufstag - danach schließen sich die Türen des Schuhgeschäftes für immer. 

Zu den Gründen können die Mitarbeiter nichts sagen, sie sind selbst von der Entscheidung der Unternehmensleitung überrascht worden. Man habe sie über die Schließung der Filiale nur informiert. Eine Anfrage der SZ in der Firmenzentrale in Augsburg blieb bislang unbeantwortet.

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Schon früher gab es Schwierigkeiten

Schwierigkeiten hatte "Schuhhof" immer mal wieder. 2012 musste die Kette Insolvenz anmelden. In der Folge wurden viele Filialen geschlossen. Damals stand auch eine Schließung des Zittauer Geschäftes im Raum, letztlich blieb die Filiale aber offen. Als eine der letzten in Sachsen. In Görlitz und Bautzen machten die "Schuhhof"-Geschäfte bereits vor einigen Jahren dicht. Die Zittauer Mitarbeiter hatten nach der Schließung dieser Standorte Angst, dass es ihre Filiale ebenfalls trifft. Nun ist ihre Befürchtung wahr geworden.

Die Augsburger Schuhhof GmbH ist seit gut einem halben Jahrhundert einer der größten Markenschuhanbieter Deutschlands und betreibt nach eigenen Angaben über 30 Filialen im gesamten Bundesgebiet von Stralsund bis Lindau. Das 1968 gegründete Unternehmen hatte seine erste Filiale in Kehl am Rhein eröffnet. Nach 1990 wurde auch im Osten expandiert, die ersten "Schuhhof"-Geschäfte gab es hier in Bautzen und Dresden. Auch Zittau wurde bald als Standort ausgewählt: Schon seit 1992 existierte die Filiale auf dem Rathausplatz. Im übernächsten Jahr hätte die Filiale also ihr 30-jähriges Bestehen feiern können. Doch dazu kommt es jetzt nicht mehr.

"Wir schließen - Alles muss raus" ist in den Schaufenster plakatiert.
"Wir schließen - Alles muss raus" ist in den Schaufenster plakatiert. © Matthias Weber

Ende einer langen Verkaufstradition

Mit der jetzigen Schließung endet eine lange Verkaufstradition. In dem ehemaligen Gewandhaus (Rathausplatz 14) befand sich früher das Kaufhaus "Etikette". Hier wurden Kurz- und Miederwaren sowie Damen- und Herrenbekleidung auf drei Etagen verkauft. Nach der Wende kam für Zittaus größtes HO-Kaufhaus bald das Ende, immerhin blieben die Verkaufsräume nicht lange leer. "Schuhhof" nutzte das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss für den Schuhverkauf, im zweiten Obergeschoss befanden sich Lagerräume. 

Was aus dem Gebäude nach dem "Schuhhof"-Auszug wird, ist derzeit noch völlig unklar. Die Schuhhandels-Kette war hier nur eingemietet.

Die nächstgelegenen "Schuhhof"-Filialen finden sich künftig in Cottbus und Dresden. An diesen Standorten tätig zu sein, sei für viele der Zittauer Mitarbeiter nicht machbar, heißt es vonseiten der "Schuhhof"-Belegschaft. Ein solcher Jobwechsel sei bisher aber vom Unternehmen auch nicht angeboten worden. Für die meisten bedeutet das, sich beruflich neu zu orientieren oder eine andere Tätigkeit im Handel zu übernehmen.

Ein Ankermieter bricht weg

Auch für den Zittauer Innenstadthandel ist die "Schuhhof"-Schließung ein harter Schlag. "Schuhhof" gehörte neben der "Thalia"-Buchhandlung zu den sogenannten Ankermietern am Rathausplatz. Dass heißt, dass diese großen Geschäfte die Kunden anlocken, von denen dann auch die kleineren Läden profitieren. 

Am Rathausplatz stehen damit dann mehrere Geschäfte leer, nachdem bereits vor einigen Jahren zwei Modegeschäfte auf der Südseite des Platzes geschlossen hatten.

"Schuhhof" ist das erste Einzelhandels-"Opfer" in Zittau im Corona-Jahr 2020. Zuvor hatte auch die Modekette "Colloseum", die auf der Bautzner Straße eine Filiale betreibt, größere Schwierigkeiten. Das "Colloseum" blieb nach dem Ende der Corona-Zwangsschließung im Frühjahr noch mehrere Wochen länger zu. Mittlerweile ist die Filiale wieder offen. Der Mietvertrag mit der Zittauer Wohnbaugesellschaft für die Geschäftsräume Bautzner Straße 11 wurde vor einigen Wochen neu abgeschlossen.

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