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Endlich: Faustballer können optimal trainieren

Die Hirschfelder haben eine Halle, können aber seit Jahren dort nicht spielen. Nun trainieren sie an der Zittauer Weinauschule - und verbinden damit Hoffnungen.

Von Jan Lange
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Der Faustball-Nachwuchs aus Hirschfelde kann wieder unter guten Bedingungen trainieren - in der neuen Weinau-Turnhalle.
Der Faustball-Nachwuchs aus Hirschfelde kann wieder unter guten Bedingungen trainieren - in der neuen Weinau-Turnhalle. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Das erste Training hat die 14- bis 16-jährigen Faustballer richtig geschafft. Die zwei Stunden verliefen komplett anders als sonst. "Wir haben mit einem Krafttraining angefangen", erklärt Jugendtrainerin Sofie Hamann. Anschließend wurde in kleineren Gruppen intensiver trainiert.

Möglich ist das durch den neuen Ort: die Turnhalle der Zittauer Weinauschule. Die Anfang November übergebene Halle nutzt der Hirschfelder Faustball-Nachwuchs seit der ersten Januarwoche - je zwei Stunden am Dienstag und am Freitag.

Die Bedingungen sind hier besser: Weil die Halle größer ist, kann beim Training auf der regulären Feldgröße (40 mal 20 Meter) gespielt werden. Das war bislang nicht möglich - die Jugend trainierte zuletzt in der Turnhalle der früheren Burgteichschule. "Jedes Jahr haben wir angefragt, ob wir in eine größere Halle wechseln können", sagt Sofie Hamann, die den Nachwuchs seit sieben Jahren trainiert. Doch es gab keine freien Trainingszeiten.

Als an der Weinauschule eine moderne Zweifeldhalle entstand, starteten sie einen neuen Versuch. Wieder wurde ihnen wenig Hoffnung gemacht. Die neue Halle war als Ausweichtrainingsstätte während der Sanierung der Turnhalle Lisa-Tetzner-Straße vorgesehen. Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) setzte sich dafür ein, dass die Faustballer doch hier trainieren können.

Halle war zu den Wunschzeiten frei

Sofie Hamann blieb skeptisch. Sie wollte es erst glauben, wenn sie tatsächlich in der Halle trainieren. Nun muss die 25-Jährige nicht mehr zweifeln, am vorigen Dienstag fanden die ersten Trainingsstunden statt. Und das zur Wunschzeit - von 16 bis 18 Uhr.

Mit dem neuen Trainingsort verbindet Sofie Hamann Hoffnungen. Sie rechnet damit, dass der Nachwuchs noch besser spielt. Erfolgreich war er auch zuletzt: Die U14 gewann am 20. November die Spiele gegen Dresden, Langebrück und Großdubrau. Nun gilt es für die Jugendtrainerin, die Jugend so zu motivieren, dass sie später die Damen- und Herrenteams verstärken.

Sofie Hamann gehört seit 2011 der ersten Damenmannschaft an. Mit ihrem Team spielte sie jahrelang in der 1. Bundesliga. 2019 stiegen sie freiwillig ab - bis in die Oberliga. Dort spielen sie heute noch. "In die 1. Bundesliga werden wir nicht mehr so schnell aufsteigen", glaubt die 25-Jährige, ist aber überzeugt, dass sie sachsenweit ganz vorn mitspielen. Dass das so bleibt, dazu soll der Nachwuchs beitragen. Das geht aber nur bei guten Trainingsbedingungen.

Die Hirschfelder Faustballhalle bietet die schon lange nicht mehr. Daher wird sie nur sporadisch genutzt. Theoretisch kann hier kein Sport mehr betrieben werden, da es keine Versicherung mehr gibt und keine Heizung.

Die Faustball-Jugend trainiert deswegen in anderen Spielstätten, zuerst in der Turnhalle der Hirschfelder Grundschule, wo noch die U6 ihre Übungen absolviert. Die Älteren wechselten vor etwa vier Jahren in die Turnhalle der Burgteichschule. "Die war ein bisschen größer als die Halle in Hirschfelde, aber immer noch zu klein", erklärt Sofie Hamann. Aus dem Grund hielt sie immer nach einer anderen Halle Ausschau.

Die Jugendtrainerin ist froh, dass die Eltern mitziehen und ihre Kinder von Hirschfelde, Dittelsdorf oder Schlegel nach Zittau bringen.

Während der Corona-Pandemie kamen sechs neue Spieler hinzu - was für Faustball ein sehr guter Wert sei, sagt Sofie Hamann.