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Ein eisernes Wirte-Paar

Ursula und Gottfried Urban haben bei der Volkspolizei gearbeitet, sind später in der Zittauer Gastronomie bekannt geworden - und heute 65 Jahre verheiratet.

Ursula und Gottfried Urban aus Zittau stoßen auf ihre Eiserne Hochzeit an.
Ursula und Gottfried Urban aus Zittau stoßen auf ihre Eiserne Hochzeit an. © Matthias Weber/photoweber.de

Ihr Leben ist wie der alte Schlager "Alle Tage Sonnenschein kann nur schlechtes Kino sein".  Ursula und Gottfried Urban haben am Donnerstag im Seniorenpflegepark "Zur Linde" an der Zittauer Christian-Keimann-Straße ihre Eiserne Hochzeit gefeiert - bei bester Gesundheit. Seit 65 Jahren gehen sie zusammen durch dick und dünn.

Wie die beiden das schaffen? "Durch Rücksichtnahme, gegenseitiges Verständnis und Liebe", sagt der 89-jährige Jubilar. Seine ein Jahr jüngere Ehefrau ergänzt mit einem Schmunzeln: "Der Mann kann da natürlich nicht der Pascha sein und Befehle erteilen."  Zum ersten Mal trafen sich die zwei 1954 in Zittau, in der damals noch von der Kasernierten Volkspolizei belegten Kaserne – in Uniform. Beide gehörten damals der kasernierten Volkspolizei an, Ursula als Feldscher des Medizinischen Dienstes, Gottfried als Versorgungsoffizier, ebenfalls im Bereich der Rückwärtigen Dienste. So lernten sie sich kennen und lieben. Ein Jahr später war die Hochzeit. 

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Doch wie das beim Militär so ist, blieb Zittau nicht die einzige Station in ihrer Dienstzeit. "Da gab es eigentlich nur zwei Möglichkeiten", erinnert sich Ursula Urban. "Entweder ich packe ebenfalls meine Koffer und ziehe mit, oder wir trennen uns." Sie entschieden sich für die erste Variante - und das haben es bis zum heutigen Tag nicht bereut. Anfang der 60er Jahre kamen sie nach Zittau zurück, wo Gottfried Urban 1964 schließlich zu den Reservisten gehörte.

Er leitete die Gaststätten, sie die Küche

"Mein neues Betätigungsfeld wurde die Gastronomie", erzählt er. Deshalb dürfte so manchem älteren Zittauer der Name Gottfried Urban noch heute ein Begriff ein. Zuerst bewirtschafteten beide rund drei Jahre das inzwischen abgerissene Kasino an der Kantstraße. Dann kam die Gründung der Offiziersschule mit Alkoholverbot und weiteren Schwierigkeiten. Urbans wechselten in die Stadt. Spuren hinterließ Gottfried in Objekten wie dem "Sonnencafé", der Gaststätte "Zur Weinau", dem "Burgteich" und auf dem Boulevard Bautzner Straße. "Ich übernahm damals in der Weinau die Schulspeisung für mehrere Hundert Schüler", berichtet er stolz. "Auch das 'Essen auf Rädern' im Burgteich hatten wir ins Leben gerufen." 

Das alles aber sei nie und nimmer zu bewältigen gewesen, hätte er nicht als Objektleiter stets so eine tüchtige, fachkundige und absolut zuverlässige "rechte Hand" in der Küche gehabt wie seine Ursula. "Für mich hieß das natürlich, immer wieder etwas Neues lernen", sagt Ursula Urban. "Nach der Arbeit in der Bibliothek der Kaserne wechselte ich nun ebenfalls in die Gastronomie." Zuerst wurde sie Köchin, qualifizierte sich dann noch zur Küchenleiterin. Nur so aber habe das alles zusammen funktioniert, sind sich beide einig. Kurz vor der Wende war Gottfried Urban immerhin noch für bis zu fünf Objekte in Zittau verantwortlich.

Doch alles hat einmal ein Ende, auch das umtriebige und wechselhafte Berufsleben. Seit sieben Jahren schon haben Ursula und Gottfried Urban im Seniorenpflegepark ein neues Zuhause gefunden. Es sei ihnen klar, dass sie damit die letzte Station ihres Lebens erreicht haben, sagen beide übereinstimmend. Die nächsten Angehörigen leben im Raum Berlin, doch längst seien die Mitbewohner und das aufopferungsvolle Pflegepersonal für sie zur Familie geworden. "Wir fühlen uns hier ausgesprochen wohl und danken allen dafür." Sie wünschen sich nun, dass sie all das noch lange gemeinsam genießen können.        

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