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Herr über 80.000 Bücher

Andreas Heimberg, Inhaber des Zittauer Antiquariats am Mandauer Berg, hat den Bestand eines Kollegen aufgekauft. Der Transport nach Zittau braucht viel Zeit.

Andreas Heimberg in seinem Zittauer Antiquariat.
Andreas Heimberg in seinem Zittauer Antiquariat. © Matthias Weber

Bücherkisten packen, Bücherkisten schleppen, Bücher wieder einsortieren - Andreas Heimberg hat derzeit viel zu tun. Etwa 60.000 Exemplare müssen von Bautzen nach Zittau gebracht werden. Die Bände stammen aus dem Antiquariat Keller. Dessen Inhaber Arnd Keller hatte sein Geschäft Ende September nach 26 Jahren geschlossen, weil ihm der Mietvertrag wegen der Sanierung des Hauses gekündigt wurde. 

Keller habe nach eigener Aussage nie ein Buch weggeworfen. Das sollte auch jetzt nicht geschehen. Er suchte für seinen Bestand einen Käufer. Den fand er in Andreas Heimberg. Der Zittauer bot ihm an, den Großteil der Bücher zu übernehmen. "Ich habe bei vielen gesehen, dass ich sie brauchen kann", erklärt er.

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1.200 Bananenkisten voller Bücher

Nun müssen die Bücher nach Zittau in sein Antiquariat am Mandauer Berg gebracht werden. Die Bände füllen immerhin 1.200 Bananenkisten. In seinem Transporter kann er 35 Kisten auf einmal von Bautzen nach Zittau bringen. Mehr als 30 Fahrten sind also nötig, um den Bestand umzusetzen. Da er unter der Woche - wegen der Öffnung seines Antiquariats - nur einmal täglich von Zittau nach Bautzen und zurück fahren kann, ist für den Ortswechsel einige Zeit nötig.

Der Großteil ist inzwischen nach Zittau gebracht. Heimberg rechnet noch mit sechs bis sieben Fahrten, um den Rest zu holen. Die Bücher unterzubringen, ist dabei nicht so einfach. Das Antiquariat ist schon sehr gut gefüllt, sein bisheriger Bestand umfasste rund 20.000 Bücher. Andreas Heimberg wird ein zweites Lager anmieten - bis die "neuen" Bücher einsortiert sind. 

Vor zehn Jahren eröffnete Heimberg sein Antiquariat, damals in der Inneren Weberstraße. Ein Jahr nach der Eröffnung zog er auf den Mandauer Berg, weil der Platz nicht mehr ausreichte. Diesmal kann er sich räumlich nicht erweitern. Vor zwei Jahren mietete er bereits ein Zimmer der hinteren, ehemaligen Wohnung an. 

Regale aufstocken

Wo der angekaufte Bestand eingeordnet werden soll, ist angesichts der vorhandenen Büchermenge schwer vorstellbar. Ein paar Regale sollen aufgestockt werden, erklärt Heimberg. Auch zusätzliche Regale will er aufstellen. Und einige seiner bisherigen Bücher werden ins Lager wandern.

Einige der Bautzner Bücher sind schon einsortiert - wie beispielsweise die über 1.000 "Insel"-Büchlein. Für einzelne, sehr seltene Titel der "Insel"-Bücherei zahlten Sammler sehr hohe Preise. Diese Titel hat Andreas Heimberg nicht in seinem Bestand. Aber auch die anderen Werke sind bei Bücherfreunden beliebt. Deshalb räumte er gern ein Regal dafür frei.

Auch wenn das Angebot in seinem Antiquariat schon zuvor sehr groß war, fragten Kunden doch immer mal nach Werken, die er nicht hatte. Das soll sich mit der Vergrößerung seines Bestandes ändern. Heimberg ist froh, dass er gerade bei den Bereichen Geschichte, Philosophie und Judaika viele Bücher aufkaufen konnte.

Die Corona-Pandemie sorgt zwar für weniger Betrieb in seinem Antiquariat, da vor allem die Urlauber als Kunden fehlen, gelesen werde aber immer noch, sagt Heimberg.

Das Antiquariat am Mandauer Berg in Zittau.
Das Antiquariat am Mandauer Berg in Zittau. © Matthias Weber

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