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Zittau: Werden Waren künftig mit dem Lastenrad geliefert?

In Zittau sollen Lastenfahrräder für die Innenstadt eingeführt werden. Das ist eine Idee, mit der die Stadt mehr Energie sparen will. Und es gibt noch viele mehr.

Sieht so die künftige Anlieferung von Waren in Zittau aus?
Sieht so die künftige Anlieferung von Waren in Zittau aus? © Agentur (Symbolfoto)

Eine Milliarde Euro Subventionen für Lastenfahrräder. Mit dieser Idee für die Beschleunigung der Verkehrswende und gegen den Klimawandel haben die Grünen im Bundestagswahlkampf um Stimmen gebuhlt. Jetzt soll die Idee auch in Zittau für weniger Schadstoffausstoß und einen geringeren Energieverbrauch sorgen: "Die Stadt Zittau unterstützt die Etablierung eines Lastenfahrradverleihs und bewirbt dieses Angebot aktiv", heißt es im jüngst vom Stadtrat abgesegneten Energiepolitischen Arbeitsprogramm. "Für eine Verkehrswende in Städten ist die Verlagerung des Warentransports auf emissionsarme und weniger raumgreifende Verkehrsträger unabdingbar. Für diese Anforderung liefern Lastenräder eine Lösung." Mit dem Programm hat die Stadt festgelegt, wie sie bis 2023 noch mehr Energie einsparen kann.

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Als Verantwortlicher für das Projekt wird in dem Papier Matthias Böhm benannt - der einzige grüne Stadtrat in Zittau. Er ist auch einer der Ideengeber und hat vorgeschlagen, "in einem Verteilzentrum am Rande der historischen Innenstadt Güter von großen Lkw auf Lastenfahrräder umzuladen", wie Böhm auf SZ-Anfrage mitteilte. "In der neuen Hafencity von Hamburg hat ein Student das erfolgreich als Start-up durchgezogen." Zuerst sei die Idee im Stadtrat nur verlacht worden. Doch dann hat die Zittauer Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ihm und einem anderen Mitglied der Arbeitsgruppe, die sich um das Arbeitsprogramm kümmert, auf die Idee gebracht, kein kommerzielles, sondern ein kostenloses Angebot zu machen.

Zunächst soll ein erstes Lastenfahrrad angeschafft werden. Böhm geht davon aus, dass es 5.000 bis 6.000 Euro kostet und hofft vor allem auf Spenden dafür und einen kleinen Anteil aus der Stadtkasse. "Für die kostenlose Nutzung des Rades soll eine Spendenempfehlung von fünf Euro pro/Ausleihe ausgesprochen werden", so Böhm. "In anderen Städten funktioniert das ganz gut." Läden, Fahrradhändler, Gaststätten, Ingenieurbüros sollen als Verleihstationen gewonnen werden. "BIOase, Hillersche Villa, Kraut & Rüben haben schon Interesse bekundet", so Böhm. "Die Buchung soll über ein online-Portal erfolgen, wo man auch den aktuellen Standort des Rades erfährt." Nutzen kann es jeder, ob privat oder Firma. Die Anlieferung von Waren mit Autos wird trotz der Lastenfahrräder nicht verboten.

Das Lastenfahrrad ist indes nicht die einzige Maßnahme, mit der die Stadt in den nächsten zwei Jahren den Energieverbrauch in Zittau weiter senken will. Insgesamt stehen fast 40 in dem Arbeitsprogramm. Das sind weitere:

Zittau ist nicht erst durch den Bundestagswahlkampf der Grünen auf die Idee gekommen, Energie zu sparen und damit einen Teil zur Milderung des Klimawandels beizutragen. Das tut die Stadt schon sehr lange. Bereits 2008 hat der Stadtrat sogar beschlossen, dass Zittau am "European Energy Award" (frei übersetzt: Europäischer Energie-Preis) teilnimmt. Dabei muss die Stadt ihre Energiespar-Bemühungen regelmäßig unter die Lupe nehmen lassen und bekommt, wenn alles gut ist, den EEA als Zertifikat. "Das EEA-Zertifizierungsverfahren dient dazu, die bereits erreichten Erfolge im Energie- und Klimaschutzbereich systematisch zu erfassen und zu sichern sowie weitere Potenziale für Maßnahmen zur Energie- und Kosteneinsparung sowie zur Erreichung der Zielvorgaben des Bundesklimaschutzgesetzes zu erschließen", heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung für den Stadtrat.

Bisher hat die Stadt das EEA-Zertifikat immer und insgesamt viermal erhalten. Mit "jeweils einem sehr guten Ergebnis", so die Stadtverwaltung. "Von unabhängiger Stelle wurde Zittau damit bescheinigt, dass die vorgegebenen Standards bei der Energie- und Klimaschutzarbeit mehr als nur ausreichend erfüllt sind." (SZ/tm)

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