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Zittaus neue Faschings-Generation

Die Fünkchen vom Karnevalsverein üben schon fleißig. Neue Ideen fließen aber nicht nur in die Tanzeinlagen.

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© Rafael Sampedro

Von Nena Bartsch

Der Zittauer Karnevalsverein fängt klein an. Zu „Ex‘s and Oh‘s“ von Ellen King wärmen sich die Fünkchen des Vereins tanzend und lachend auf. „Es ist zwar warm draußen, aber die Beine müssen auch noch warm werden“, weist Kathleen Reitz, eine tatkräftig unterstützende Mutter, die neun- bis zwölfjährigen Mädchen an. Erst das eine, dann das andere Bein in die Luft, Armekreisen, Anfersen, vorwärts und rückwärts – und auch das mit drei Jahren jüngste Mini-Fünkchen ist an der Hand der Mama voll dabei. Noch ein paar Radschläge hier und dort und schon sind alle super vorbereitet für das Training.

In den Räumlichkeiten der Line Dance Gruppe im zweiten Stock des Volkshaus, dürfen die kleinen Funken üben. Unter der Leitung von einer Frau, die noch im Roburfasching mit aktiv war: Sabine Fiedler. Einen Technikmann haben sie sogar auch: Gundram Schulz ist zugleich der Chef der Technik bei den Line Dancern. „Eine Kinderfunkengarde kommt eigentlich gar nicht mehr so häufig vor, wenn man in die umliegenden Faschingsclubs schaut“, sagt Uwe Donath, der Vizepräsident des Karnevalvereins Zittau. Das ist eine der Sachen, die der Verein anders machen will als andere. Das zeigte schon die vergangene Faschingssaison: „Da war der Kinderfasching das absolute Highlight“, erinnert er sich.

Die Idee, die fünfte Jahreszeit wieder nach Zittau zu bringen, kam durch Zufall. Beim Durchgucken von Kartons und allerlei Krempel fanden sich in einem Schrank die alten Kostüme des Elferrats und der Funken. „Ich glaube, hätten wir die Kleidung nicht gefunden, wäre der neue Klub gar nicht entstanden“, konstatiert Donath.

Auch nicht alle „alten Hasen“ waren von der Faschingsidee überzeugt, doch Sabine Fiedler war sofort dabei. „Für mich gab es gar kein Überlegen“, bemerkt sie lächelnd. Die neuen Vereinsmitglieder wurden dann per Mundpropaganda, bei Bekannten und Freunden angeheuert, mittlerweile sind es um die 26 Leute. Um überhaupt auf sich aufmerksam zumachen, nimmt die Gruppe auch an anderen Veranstaltungen in der Stadt Zittau teil: Spektakulum, Stadtfest, Samsmarkt. Am Tag des offenen Denkmals haben sie durch das Volkshaus geführt. „Die Leute müssen sich natürlich erst einmal an den Gedanken „Fasching in Zittau“ gewöhnen“, und dann auch zu Saisonzeiten kommen, so Donath.

Denn bekannterweise gibt es auch noch andere, die sich gerne im Winter verkleiden. Die Faschingsclubs Olbersdorf oder Hörnitz zum Beispiel. „Keiner der bestehenden Klubs sieht gerne Konkurrenz, doch jeder muss selber wissen, wo er sich wohlfühlt und dann auch hingeht“, erklärt Uwe Donath. „Man kann ja niemanden zwingen.“ Zudem, so betont er, versuche der Zittauer Karnevalsclub, nicht unbedingt zeitgleich mit anderen zu feiern, sondern andere Termine zu finden. „Das klappt aber nicht immer, gerade zu Rosenmontag oder Faschingsdienstag“. Sabine Fiedler wünscht sich einen respektvolleren Umgang unter den einzelnen Vereinen. Denn immer wieder kämen Lästereien vor – und das auf Kosten anderer. Trotz Konkurrenz war die letzte Saison bei den Zittauern gut. Von Veranstaltung zu Veranstaltung seien mehr Verkleidete gekommen. „Es waren jetzt nicht übermäßig viele, aber für den Anfang schon mal gut“, schätzt der Vizepräsident ein.

Was man zur nächsten Saison anders machen will, ist die Dekoration. Die Mitglieder wollen auch alte Traditionen neu aufleben lassen. Das heißt, der Saal im Volkshaus soll nicht mehr optisch verkleinert werden, sondern – wie in alten Robur-Zeiten – ein Saalfasching gefeiert werden. Der große Raum wird seine Größe behalten und rundum mottogerecht dekoriert. Dafür soll der Grundstein am 19. November gelegt werden. „Da werden wir gucken, wie das Ganze ankommt“, hofft Uwe Donath dabei auf gutes Gelingen. „Eins, zwei und drei, so müsst ihr dazu marschieren“, zeigt die Ministerin für sprühende Funken, Sabine Fiedler zum Titelsong aus dem Film „Fluch der Karibik“ vor. Die Mädchen geben sich sehr viel Mühe, doch am Ende müssen sie doch zu Hause weiter üben. „Ohne Musik zu tanzen, macht nur halb so viel Spaß!“, sagt eine Funke. Zum Abschied gibts für jeden noch eine Tüte Gummitiere.