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Ein Jahr im Container

© Sven Ellger

Das Afrikahaus im Zoo wird umgebaut. Deshalb sind die Elefanten seltener zu sehen.

Von Juliane Richter

Die Elefantendamen Mogli, Drumbo und Sawu haben ihrem Afrikahaus den Rücken gekehrt. Wenn sie es kommendes Jahr wieder betreten, soll sich ihr Heim gründlich verändert haben. Denn für 7,5 Millionen Euro baut der Zoo das Gebäude am Haupteingang und die zugehörigen Außenanlagen um und schafft so deutlich mehr Platz für die Elefanten. Bis dahin leben die drei Dickhäuter in der eigens aufgebauten Containerhalle am andern Ende des Freigeheges. Von außen funktional, wirkt die Halle im Inneren doch weitläufig und ansprechend. Elefantenpfleger René Anacker ist damit sehr zufrieden. „Andere Zoos sind neidisch auf unsere Halle. Denn es passt alles: Akustik, Helligkeit und Sand. Die Elefanten haben sich schon richtig gut eingelebt“, sagt er. Noch während des Aufbaus der rund 900 000 Euro teuren Halle hatten die Pfleger die Tiere regelmäßig dorthin geführt.

© Visuaisierung: Zoo

Der Nachteil des neuen Heimes: Aus Kostengründen können die Besucher nicht hineinschauen oder die Halle gar betreten. Deshalb sind die Tiere seltener, als bisher zu sehen. Während der Duschzeit am Mittag sind ein bis zwei im Gebäude. Im Winter, wenn die Elefanten nicht auf die Außenanlagen dürfen, bleiben sie den Besuchern ganz verborgen. Dafür haben die Tiere nach dem Umbau ihres Afrikahauses aber auch deutlich bessere Bedingungen als bisher. Wie Zoodirektor Karl-Heinz Ukena erklärt, wird ein Großteil der tropischen Pflanzen weichen. Außerdem werden die Tierboxen in einen Anbau verlegt. Beides sorgt dafür, dass die Tiere im Inneren deutlich mehr Platz bekommen. Anfang Mai verwandelt sich das Haus zur Großbaustelle. Dann wird die Inneneinrichtung komplett entfernt. Außerdem reißen die Bauarbeiter die große, lange Glasfassade ab und ersetzen sie durch eine Betonwand mit großen Fenstern. Die ebenfalls im Afrikahaus lebenden Mandrill-Affen sollen während des Umbaus an einen anderen Zoo, am liebsten nach Leipzig, abgegeben werden und später zurückkehren. Ihr Bereich wird nach dem Umbau aber nicht mehr von einem Wassergraben, sondern von einem Netz abgegrenzt.

Während die Innenarbeiten laufen, soll auch das Dach erneuert werden. Das wird bisher von drei großen v-förmigen Pfeilern getragen. Weil diese viel Platz benötigen, wird das Dach durch einen direkt montierten großen Träger gehalten. Die Kosten sollen sich laut Ukena dadurch nicht erhöhen. Er freut sich besonders, dass mit dem Umbau Platz für die zeitweise Haltung eines Elefantenbullen geschaffen wird. Damit soll die Zucht ermöglicht werden.

Im Herbst nächsten Jahres ziehen die Elefanten zurück in ihr Haus, 2017 sollen die Außenanlagen fertig werden. Damit die Besucher einen besseren Blick über das große Außengelände haben, ist der Bau eines Aussichtspunktes geplant. Wo genau der hin soll, ist noch offen. Auch an anderer Stelle im Zoo wird gebaut. Gestern hat der Zoofreunde-Verein 45 000 Euro an den Zoo übergeben. Dieses kam dem Bau des Pelikanhauses zugute, das jüngst fertiggestellt wurde. Es dient den Tieren als Winterquartier und hat 210 000 Euro gekostet.