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Zu Fuß von Leisnig bis Spanien

Das Pilgern fasziniert Outdoor- Liebhaber Michael Unger sehr. Seine bisher längste Tour war der Jakobsweg nach Spanien.

Leisnig. Michael Unger hat sein Hobby zum Beruf gemacht und ist bereits seit 1995 als Inhaber des Unger Outdoor Teams ein bekannter Aktivreiseveranstalter in Sachsen. Nur auf Basis seiner Selbstständigkeit konnte sich Unger im Herbst/Winter 2015/2016 fünf Monate vom Arbeitsalltag lossagen und von Leisnig bis nach Spanien pilgern. Zu Fuß. Geplant waren 3 200 km bis zur spanischen Pilgerstätte Santiago de Compostela.

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Herr Unger, wie sind Sie überhaupt zum Pilgern gekommen?

Ich hatte immer schon viele Aktivhobbys wie Kanu- oder Bootstouren und habe 2011 gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin Gabi sieben Tage lang meine erste kleine Pilgerreise entlang der Via Regia unternommen, von Görlitz bis Königsbrück. Meine Leidenschaft war sofort geweckt.

Was fasziniert Sie am Pilgern?

Mich beeindrucken der geschichtliche Hintergrund, das langsame Fortbewegen und das Ausbrechen aus dem Alltagstrott. Außerdem reizen mich die Herausforderung, die traumhafte Landschaft, die unterschiedlichen Menschen und die Vielschichtigkeit. Meine Kamera habe ich immer dabei.

Wie haben Sie die Tour geplant?

Regelmäßig nehme ich mir alleine oder mit Gabi verschiedene Pilgerstrecken vor und so kam der Gedanke, den Jakobsweg bis zur berühmten Pilgerstätte Santiago de Compostela ganz klassisch direkt von der Haustür aus zu gehen. Bereits ein Jahr vorher begann die Planung der Tour. Denn alles sollte gut durchdacht werden; Geld beiseitelegen, Pilgerführer lesen, Landkarten studieren und eine geeignete Ausrüstung zusammenstellen. Übernachtungen haben wir meist erst ein bis zwei Tage im Voraus organisiert.

Wie lässt sich so eine lange Reise mit dem Job vereinbaren?

Ich habe das große Glück, dass meine berufliche Outdoortätigkeit eher ein Saisongeschäft ist und erst ab April richtig beginnt und mit dem ersten Frost wieder endet. Daher kann ich mir mit guter Vorbereitung eine Auszeit nehmen.

Wie verlief die Pilgerreise von Leisnig nach Santiago de Compostela?

Wegen wichtiger Geschäfte starteten Gabi und ich zeitversetzt; sie in Leipzig und ich Mitte September 2015 in Leisnig. Wir trafen uns am Bodensee, wo Gabi aufgrund von Knieproblemen eine Woche pausieren musste. Durchschnittlich legten wir mit elf Kilo Rucksackgewicht pro Tag 25 km zurück. In der ersten Zeit übernachtete ich viel in einem Ultraleichtzelt, später in Jugendherbergen, Klöstern oder bei Familien auf dem Sofa. Bereits nach zwei Wochen war mein Rhythmus umgestellt: Laufen – Schlafen – Essen. Alle zwei Wochen legten wir einen Erholungstag ein, meist in größeren Städten wie Genf oder Le Puy. So erlebten wir den sächsischen Spät- sowie den süddeutschen Altweibersommer, den goldenen Herbst beim Genfer See, viel Schnee im südfranzösischen Zentralmassiv und die eindrucksvollen Höhenzüge der Pyrenäen. Als wir in Leon ankamen, wurde klar, dass wir unser Zeitlimit überschreiten würden. 317 km vor dem Ziel!

Was haben Sie da gemacht?

Es war sehr frustrierend für mich, aber ließ sich nicht ändern. Die Etappen wollten wir nicht vergrößern, also musste ich die Reise abbrechen. Gabi pilgerte weiter. Im Dezember 2016 beendete ich dann meine Pilgerreise alleine innerhalb von zwei Wochen von Leon aus. Es war ein ergreifender und sehr intensiver Moment als ich endlich den Vorplatz der Kathedrale von Santiago de Compostela erreichte.

Was war der lustigste Moment auf all Ihren Pilgerreisen?

Das möchte ich noch nicht verraten. Am Donnerstag, dem 22. März, werde ich bei meiner Live-Reisereportage mehr dazu erzählen. Diese findet im Vortragssaal der Leisniger Stadtbibliothek ab 19.30 Uhr statt. Noch gibt es Karten im Gästeamt Leisnig zum Vorverkaufspreis von 8 Euro oder für 10 Euro an der Abendkasse. Ich freue mich auf die vielen interessierten Gäste und ihre Fragen.

Das Gespräch führte Elisabeth Weiße.

„Jakobswege – Pilgerwege, 22. März, 19.30 Uhr,. Stadtgut/Bibliothek Leisnig. Karten im Vorverkauf für 8 Euro im Leisniger Gästeamt oder unter www.outdoorteam.de ; Abendkasse: 10 Euro.

Freikarten
Der Döbelner Anzeiger verschenkt für den Vortrag einmal zwei Freikarten. Wer diese gewinnen will, muss am Montag bis 24 Uhr unter Tel. 0137 8664420 (50 Cent pro Anruf aus dem Festnetz, Mobilfunk abweichen) anrufen.

Bitte nennen Sie das Kennwort „Pilgerreise“, Ihren Namen, Adresse und Telefonnummer. Der Name des Gewinners wird im DA-Serviceteil veröffentlicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.