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Zu Hause eine Macht

Der Großenhainer FV schickt Markranstädt mit 4:2 nach Hause. Marx trifft dreimal. Löffler verkündet Karriereende.

Von Thomas Riemer

Es bleibt dabei: Der Großenhainer Fußballverein ist auf heimischem Boden eine Macht. Gegen den SSV Markranstädt gelang den Schützlingen von Trainer Andreas Jachmann am Sonnabend ein recht überzeugender 4:2-Sieg. Der einzige Makel des Nachmittags: Die Großenhainer hatten Chancen für mindestens drei Spiele und mussten zwei letztlich völlig unnötige Gegentreffer hinnehmen.

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Schon die erste Hälfte gehörte bei hochsommerlichen Temperaturen vor 160 Zuschauern auf der Jahnkampfbahn den Gastgebern. Schnörkellos lief die Angriffswelle auf das von Marc Hübner gehütete Tor der Markranstädter. Doch die Röderstädter übertrafen sich in der ersten halben Stunde beim Auslassen von Großchancen. So traute sich Nick Volkmann freistehend vorm Tor nicht zum Schuss (5.), kam Torsten Marx nach Eingabe von Thomas Löffler einen Schritt zu spät (8.), erwischte Martin Brunzel bei einer Abstaubergelegenheit den Ball nicht richtig (14.). Als Paul Konrad Witschel dann Marx mit einer gefühlvollen Flanke in Szene setzte, setzte der das Leder übers Tor (21.). Bei einem „Luftloch“ von Löffler (25.) und einem „Doppelriesen“ von Witschel und Sylvio Schwitzky (26.) rauften sich die Fans die Haare. Die Offensivaktionen der Gäste hielten sich dagegen in Grenzen. Ein Querschläger landete am Pfosten des GFV-Tors (5.). Und doch ging der SSV in Führung, als die Großenhainer Abwehr mit einer Schlafeinlage nach Eckball Tarik Reinhard frei zum Schuss kommen ließ (39.). Der Tabellenvierte antwortete prompt: Torsten Marx nutzte ein Loch in der Freistoßmauer und vollendete noch vor dem Wechsel zum Ausgleich.

Mit Wiederanpfiff schien es, als wollte der GFV den Kontrahenten buchstäblich überrollen. Als der agile Witschel in der 49. Minute durchlief und nach feiner Finte flach einnetzte, nahm das Unheil für die Gäste seinen Lauf. Eine lehrbuchreife Witschel-Flanke vollendete erneut Marx mit Flugkopfball zum vorentscheidenden 3:1 (59). Und noch ein drittes Mal bewies der Stürmer seinen unvergleichlichen Torinstinkt. Nach Freistoß von halblinker Position köpfte er einen Gegenspieler an, von dessen Scheitel das Leder ins Netz kullerte – 4:1 nach 73 Minuten.

Markranstädt dagegen fand in der zweiten Halbzeit so gut wie nicht mehr statt, auch weil sich der GFV schon im Mittelfeld sehr bissig in den Zweikämpfen zeigte. Dem 2:4 ging ein indirekter Freistoß an der Fünf-Meter-Linie vor dem GFV-Tor voraus. Der Gewaltschuss von Eric Berger landete zwar im Bollwerk aus sämtlichen Großenhainer Spielern. Doch der gut amtierende Schiedsrichter John Körber (Dresden) ahndete eine Regelwidrigkeit, Berger verwandelte den fälligen Strafstoß.

SSV-Trainer Uwe Ferl zeigte sich mit der ersten Hälfte seiner Mannschaft noch relativ zufrieden. „Wir haben ganz gut angefangen, aber zu viel zugelassen“, so Ferl, Keine ausrede hatte der Trainer für die zweite Halbzeit: „Ich bin von meiner Mannschaft sehr enttäuscht. Das war schon fast blamabel.“

Großenhains Coach Andreas Jachmann war natürlich angetan von Spiel und Resultat. „Das war ganz ordentlicher Offensivfußball“, kommentierte er. „Wir haben den Zuschauern wieder ein gutes Spiel geboten.“ In den verbleibenden drei Spielen wolle er insbesondere auch Spielern Einsatzmöglichkeiten geben, die sonst in der „zweiten Reihe“ stehen, sich aber aufgrund ihrer Einsatzbereitschaft über die ganze Saison hinweg in den Dienst der Mannschaft gestellt haben.

Seine Entscheidung, zum Saisonende den Trainerstuhl beim GFV zu räumen, habe er bereits in der Winterpause gefällt, verriet Andreas Jachmann. Nach fünf erfolgreichen Jahren gebe es „viele kleine Gründe“, dies zu tun, unter anderem berufliche.

Ebenfalls aufhören wird Thomas Löffler. Der 37-Jährige sieht den Zeitpunkt dafür gekommen. „Ob das funktioniert, weiß ich aber noch nicht“, so Löffler schmunzelnd.