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Zwei Millionen Euro für neues Sportheim

In Liegau entsteht ab kommendem Jahr ein Neubau. Ganz nach den Wünschen des Vereins.

Schwarz auf weiß: Knapp 600 000 Euro steuert der Freistaat für das neue Sportheim des SV Liegau-Augustusbad bei. Andreas Schumann vom Innenministerium hat OB Gerhard Lemm ein entsprechendes Papier übergeben. Freude darüber bei Ortsvorsteher Gabor Kühnapfe © Thorsten Eckert

Liegau. Die Liegauer haben immer gemacht, was ging: zeigte sich Schimmel an den Wänden, kamen Fliesen drauf. Lief Wasser in den Keller, wurde der ausgepumpt. Dazu die Enge, die schlechte Heizung. Für Ortsvorsteher Gabor Kühnapfel (SPD) muss sich dringend etwas ändern. „Dass gerade in einem Ort wie unserem mit dem Epilepsiezentrum das Sportlerheim nicht behindertengerecht ist, ist nicht länger hinnehmbar. Sie können nicht einmal das WC aufsuchen, da es nur über Stufen zugänglich ist.“ Der Verein hatte selbst einen Bauzustands-Bericht in Auftrag gegeben. Darin wurde dem SV bescheinigt, dass das Haus in einem schlechten Zustand ist. Danach hatte sich der Verein für einen Neubau und gegen eine Sanierung ausgesprochen. Der gleichen Meinung ist der Radeberger OB Gerhard Lemm (SPD). „Hier jetzt mit Reparaturen zu beginnen ist etwa so, als würde man einer Mumie einen Herzschrittmacher einsetzen“, sagte er.

Deshalb gibt es jetzt eine Komplettlösung. Das Vereinsheim des SV Liegau-Augustusbad am Sportplatz am Leichenweg kommt weg. An seiner Stelle wird ein neues errichtet: größer, heller, moderner. Den letzten wichtigen Baustein hat jetzt der Freistaat beigesteuert. Er stellt für das Projekt knapp 600 000 Euro bereit. Insgesamt sind 2,1 Million Euro veranschlagt. Der Löwenanteil kommt von der Stadt. Entstehen wird ein Flachbau mit einer Länge von gut 50 Metern. Das Gebäude ist damit deutlich größer als der bisherige Bau. Es ist mit allem ausgestattet, was in ein Sportlerheim rein muss: Mit einem großen Versammlungsraum, Räumen für Schiedsrichter und Übungsleiter, Duschen und WCs, Umkleiden sowie Räumen für die Sportgeräte. „Wir waren als Verein in die Planungen einbezogen und konnten unsere Wünsche einbringen. Ein wichtiger Punkt war natürlich die Barrierefreiheit“, sagt Sebastian Alarcon vom Vorstand des Vereins. Der Hauptzugang wird vom Leichenweg aus erfolgen. Dort sind auch zahlreiche Stellplätze angeordnet. Schallschutzwände sollen die Lautstärke bei Sportveranstaltungen mindern. Für die Übergangszeit zwischen Abriss des alten Hauses und der Fertigstellung des neuen müssen die Sportler nicht auf eine Unterkunft verzichten. Auf dem Grundstück werden elf Container errichtet. Immerhin wird der Platz von mehr als 200 Sportlern genutzt. – Die Container werden spätestens im Frühjahr 2019 aufgestellt. Dann wird auch mit dem Abriss begonnen. „Ende April findet wieder das Radeberger Anradeln statt. Für alle vier Fahrten ist der Sportplatz in Liegau das Ziel. Hier gibt es dann eine Feier. Die diesmal etwas größer ausfällt, Es soll nämlich gleichzeitig unsere Abrissparty werden“, sagt Gabor Kühnapfel.

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Ein Problem gibt es dennoch: im alten Vereinsheim ist jeder Quadratzentimeter mit Pokalen vollgestellt: in den Gängen, im Versammlungsraum. Mehr als hundert Stück dürften da zusammenkommen. Wohin damit während der Bauarbeiten? „Das wissen wir noch nicht so genau. Sie werden vermutlich in unserem Sommerkiosk zwischengelagert. Im neuen Vereinsheim kommen sie wieder gebührende Plätze“, sagt Sebastian Alarcon. Der Verein wurde 1951 als SG Chemie Liegau-Augustusbad gegründet. Es kamen die Sektionen Kegeln, Gymnastik, Tischtennis, Schach, Federball und Leichtathletik dazu. Bis Ende 1989 zählte der Verein über 304 Mitglieder. Nach der Wende 1989/90 löste sich die BSG auf. Die Mitgliederzahl ging auf 104 zurück. Fußball-Verrückte gründeten dann den SV Liegau-Augustusbad. Größte Investition bisher: Bau des Kunstrasenplatzes im Jahr 2006.

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