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Zwei Tote bei Unfall auf der B178

Der Unfall an der Großhennersdorfer Lindenallee hat gestern zwei Menschen das Leben gekostet. Es ist nicht der erste.

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© Christian Essler/xcitePRESS

Thomas Christmann

Großhennersdorf. Der rote Wartburg steht quer. Die Front ist auf einer Seite bis zum Fahrerraum komplett eingedrückt, Autositz und Glassplitter befinden sich auf der Straße. Ein silberner Opel Corsa liegt mit demoliertem Motorraum im Graben nebenan. Spezialisten der Polizei sichern die Spuren. Sieben Verletzte und zwei Tote lautet die Bilanz des Verkehrsunfalls gestern 11.15 Uhr auf der alten Bundesstraße 178 bei Großhennersdorf am Abzweig zur Lindenallee. „Der Opel ist offenbar frontal mit dem Wartburg zusammengestoßen“, sagt Tobias Sprunk von der Polizeidirektion Görlitz. Demnach fuhr dieser in Richtung Zittau und geriet in der Rechtskurve auf die andere Fahrbahn. Dort stieß er mit einem entgegenkommenden Wartburg zusammen. Welche Gründe zu dem Unfall führten, ermittelt derzeit die Polizei. Auch ein Gutachter kam zum Einsatz. Die Straße musste für fünf Stunden voll gesperrt werden, die total beschädigten Autos nahm der Abschleppdienst mit.

Schwerer Unfall in Großhennersdorf

Schwerer Unfall auf der B178 in Sachsen zwischen Herrnhut und Zittau.
Schwerer Unfall auf der B178 in Sachsen zwischen Herrnhut und Zittau.
Gegen 12.00 Uhr prallten ein Opel Corsa und ein Wartburg 353 auf Höhe des Abzweig Großhennersdorf.
Gegen 12.00 Uhr prallten ein Opel Corsa und ein Wartburg 353 auf Höhe des Abzweig Großhennersdorf.
Zwei Insassen des Wartburgs überlebten den Unfall nicht. Am Sonntagabend starb eine 82-jährige Insassin des entgegenkommenden Kleinwagens.
Zwei Insassen des Wartburgs überlebten den Unfall nicht. Am Sonntagabend starb eine 82-jährige Insassin des entgegenkommenden Kleinwagens.
Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sind mit einem Großaufgebot vor Ort um Verletzte zu versorgen.
Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sind mit einem Großaufgebot vor Ort um Verletzte zu versorgen.
Der Wartburg wurde völlig deformiert.
Der Wartburg wurde völlig deformiert.
Auch Rettungshubschrauber kamen zum Einsatz.
Auch Rettungshubschrauber kamen zum Einsatz.
Die Bundesstraße ist voll gesperrt.
Die Bundesstraße ist voll gesperrt.
Gutachter der Dekra sowie ein Kriseninterventionsteam sind vor Ort.
Gutachter der Dekra sowie ein Kriseninterventionsteam sind vor Ort.

Nach Eintreffen der ersten Rettungskräfte konnten diese bei einem Mann nur noch den Tod feststellen. Bei einem weiteren scheiterten die Reanimationsversuche. Der 41- und 53-Jährige saßen im Wartburg. Drei weitere Personen – eine 45-jährige Frau, ein 74-jähriger Mann und ein zehnjähriger Junge – aus dem Fahrzeug sowie eine 78- und 82-jährige Frau aus dem Opel mussten schwer verletzt mit Rettungshubschraubern aus Zwickau, Senftenberg, Dresden und Bautzen in Traumazentren gebracht werden.

„Wir durften keine Zeit verlieren“, sagt der leitende Notarzt, der dabei von der sogenannten goldenen Stunde des Schocks spricht. Er konnte aber gestern nicht sagen, wie die Überlebenschancen der Verletzten stehen. Fünf Rettungs-, ein Notarzt und ein Krankentransportwagen fuhren zur Einsatzstelle. Auch die Feuerwehren aus Herrnhut, Großhennersdorf und Zittau sind mit drei Hilfeleistungs-, zwei Tanklöschfahrzeugen, einem Kommandoauto und insgesamt 36 Kameraden ausgerückt. Sie mussten die eingeklemmten Personen teilweise aus den Fahrzeugen befreien und sicherten zudem den Brandschutz ab. Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich um die Betreuung der Angehörigen und der Einsatzkräfte. Für den leitenden Notarzt ist das Ereignis angesichts der Zahl der Verletzten und Toten sowie der Beschaffenheit der Fahrzeuge ein außergewöhnlich schlimmer Unfall gewesen.

Dabei ist das nicht der erste an der Stelle. Vor allem Überholvorgänge und Auffahren auf Abbieger in die Lindenallee haben die Vorjahre immer wieder zu Unfällen auf der alten B 178 geführt. Beispielsweise geriet 2001 ein in Richtung Herrnhut fahrender Mitsubishi am Abzweig in die Gegenspur und krachte mit einem Opel zusammen. Die Bilanz: Zwei Menschen verletzten sich dabei schwer, einer leicht. Fünf Jahre später folgte ein Auffahrunfall, als jemand mit seinem Auto links in die Lindenallee abbiegen wollte und der dahinterkommende das nicht sah. Dabei verletzten sich drei Personen leicht. Und 2008 passierte ein ähnlicher Unfall, bei dem sich zwei Frauen schwer verletzten. Hingegen zu schnell unterwegs ist in demselben Jahr der Fahrer eines Kias. Dieser kam in der Rechtskurve an der Lindenallee von der Fahrbahn ab, sich mehrmals überschlug, auf dem Feld zum Stehen kam. Auch er verletzte sich schwer. Und 2009 hat ein Auffahrunfall zu einem Blechschaden geführt. Doch alle Ereignisse gingen ohne Todesfälle aus.