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Zweite Heimat Busbahnhof

Weil die Schulbusse nachmittags überfüllt sind, sitzen immer wieder Schüler in Sebnitz fest. Der Landkreis steht in der Kritik.

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© SZ

Von Anja Weber

Bad Schandau. Wie verbringe ich meine Freizeit auf dem Sebnitzer Busbahnhof? Vor dieser Frage standen in den letzten Tagen viele Oberschüler und Gymnasiasten. Und zwar diejenigen, die der Busfahrer nicht mehr mitnehmen konnte, weil der Bus bereits übervoll war (SZ berichtete). Bei Eltern und Schülern war der Ärger riesig. Und das zeigen auch einige Facebook-Einträge.

So schrieb Ute Hahne: „Naja, es war ja zu unserer Zeit schon nicht optimal. Aber offensichtlich wird es immer schlimmer.“ Damit trifft sie den Nerv. Denn mit Beginn eines jeden Schuljahres gibt es immer wieder die gleichen Probleme mit der Beförderung. Die Busse sind viel zu voll. Das Landratsamt verwies auf die gleichen Unterrichtsschlusszeiten von Oberschule und Goethe-Gymnasium. Nächste Woche mit Beginn der Ganztagsangebote hofft man auf Entzerrung. Ob es die geben wird, bleibt abzuwarten. Rene Lorenz: „So ist es leider nun mal, wenn man überall auf Kosten der Bürger streicht und spart. Und allgemein sollte das Netz des öffentlichen Nahverkehrs im Raum Neustadt/Sebnitz von Grund auf überdacht werden.“

Und es stellte sich heraus, dass nicht die von der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz genannten Dienstage und Donnerstage die kritischen Tage waren. Denn Anna Baldauf schreibt, dass es auch montags und mittwochs genauso katastrophal war. Den Schülern nach Neustadt habe man empfohlen, in den Bus nach Steinigtwolmsdorf zu steigen, der in Neustadt am Busbahnhof hält. Nur der Bus nach Steinigtwolmsdorf war ebenfalls überfüllt. Im Landratsamt wird dies derzeit geprüft.

Nicole Hanke schildert ihre Erlebnisse, die schon einige Monde zurückliegen: „Die gute alte Linie 260, hach vor über zwölf Jahren schon ein Thema. Seit der fünften Klasse gab es immer katastrophale Zustände. Wer sich nicht in den Bus gedrängelt hat, der musste dableiben und dabei gingen schon einige Bustüren zu Bruch.“ Fragt sich nun, warum diejenigen, die das letzte Wort zur Schülerbeförderung haben, die OVPS und das Landratsamt, nicht eher darauf reagieren und gerade am Schuljahresbeginn mehrere Busse einsetzen. Das Landratsamt verweist auf die Gesprächsrunden, an denen auch die Sebnitzer Schulen teilnehmen. Danach werde der Busverkehr abgestimmt.

Es finden sich allerdings auch zynische Töne, wie von Jasmin Sodan: „Dann ist es nun mal so. Meine Güte, habt euch nicht so. Weil ein paar Kinder nicht mitgekommen, darunter auch mein Bruder, den Kindern tut die frische Luft auch mal gut.“ Mit ihren Worten erntet sie allerdings ziemlich Kritik. Jessica von Lockstädt kontert: „Deine Aussagen sind ganz schön hohl. Nach einem anstrengenden Schultag war ich immer froh, in die 261 steigen zu können.“

Katrin Smolka macht ihrem Ärger ebenfalls Luft: „Hauptsache die Eltern bezahlen das Busgeld. Mit der Sicherheit unsere Kinder geht es im Schulbus gleich weiter“, postet sie.

Und Chantalle Müller-Elbe schreibt, dass sie den Frust der Eltern nachvollziehen kann. Die Aussage der OVPS, vorerst keine größeren Busse einzusetzen, hält sie für deplatziert. Doch es bleibt dabei. Auch ab Montag werden keinen größeren oder mehr Busse eingesetzt. Landratsamt wie auch Oberelbische Verkehrsgesellschaft wollen die Situation erst einmal weiter beobachten und dann entscheiden. Dazu wurden am Dienstag und am Donnerstag Schulbusbegleiter eingesetzt. Für den Donnerstag dürfte deren Ergebnis strittig sein, da zumindest im Goethe-Gymnasium der Unterricht verkürzt wurde. (Auszüge aus Facebook-Einträgen)