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Zwischen Abiball und Pflegeheim

In seinem neuen Buch beschreibt Autor Stefan Schwarz das Liebesleben älterer Männer. In Döbeln stellt er sein Werk vor.

© André Braun

Von Helene Krause

Döbeln. Immer wieder tönen lautes Lachen und starker Beifall durch den Veranstaltungsraum in der Döbelner Stadtbibliothek. Alle Plätze sind besetzt. Der Autor Stefan Schwarz liest aus seinem neuen Buch „Lass uns lieber Morgen! Aus dem Liebes- und Alltagsleben eines gereiften Mannes“.

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Zu der Lesung gekommen sind nicht nur Döbelner. Silke und Uwe Leist wohnen in Roßwein. Beide kennen den Autor aus Berlin. „Er ist mit unserer Tochter befreundet“, sagt Silke Leist. Aus Meinsberg sind Eva und Andreas Pelz. Beide besuchen schon zum dritten Mal einer Lesung mit Stefan Schwarz. Seine gewandte Wortwahl und das Spiel mit den Worten gefällt ihnen ganz besonders. „Er hat einen feinsinnigen Humor“, meint Andreas Pelz. Karin Krasselt aus Döbeln wollte sich einen schönen Abend machen. „Es sollte etwas Lustiges sein“, sagt sie. „Ich habe im Internet recherchiert und bin auf die Lesung mit Stefan Schwarz gestoßen.

Stefan Schwarz, ein Mann von kleinem Wuchs (Größe einen Meter sechsundsechzig) und großem Wort, wurde in Potsdam geboren, wuchs in Schwerin auf und lebt jetzt in Leipzig. Seit 17 Jahren schreibt er Kolumnen für Zeitschriften. Seine erste Kolumne handelte davon, wie schwierig es ist, ein Kind zu zeugen, wenn man schon eins hat.

Irgendwann entschloss er sich, die Kolumnen, die alle humorvolle Handlungen aus dem frühen Familienleben beschreiben, zu einem Buch zusammenzufassen. Heraus kam „Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“. Wie sich eine Familie weiterentwickelt, beschrieben seine weiteren Kolumnen. Bücher folgten. In „Lass uns lieber Morgen!“ will der 53-jährige den Lesern etwas aus dem Liebesleben und vom Älterwerden reifer Männer erzählen. „Es enthält Geschichten zwischen Abiball und Pflegeheim“, sagt Schwarz, der verheiratet ist und einen Sohn und eine Tochter hat. So kann der Leser in den Kurzgeschichten unter anderem erfahren, was geschieht, wenn der Opa im Pflegeheim seine Zähne verliert, wenn die Tochter, genannt Trollprinzessin, im Supermarkt mit Papa ein teures Make-up kaufen will oder wenn die Infrarotüberwachungskamera des Nachbarn stört.

Am Ende applaudieren die Zuschauer so stark, dass Schwarz als Zugabe seine neueste Kolumne vorliest. (hk)

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