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Pappritzer Elefant soll wieder weg

Erst gab es positive Töne aus dem Rathaus zur Grünfläche von Kirshnee Pillay. Doch ein Brief sagt nun genau das Gegenteil.

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© René Meinig

Von Kay Haufe

Der jungen Südafrikanerin kamen die letzten Wochen wie eine Achterbahnfahrt vor. Kirshnee Pillay kämpft um ihre kleine grüne Oase, die sie vor dem Zaun ihres Pappritzer Hauses an der Kreuzung des Guttenwegs und der Fernsehturmstraße errichtet hat. Allerdings ohne Genehmigung. Was zur Folge hatte, dass sie das Straßen- und Tiefbauamt zur Räumung der Fläche aufgefordert hat.

Zwischenzeitlich aber gab es positive Signale aus dem Rathaus. Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) hatte ausrichten lassen, das man sich „den Fall gemeinsam mit dem Straßen- und Tiefbauamt noch einmal genau ansehen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden“ werde. Selbst Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) erklärte, dass es eine erneute Anhörung geben werde, bei der eine Lösung angestrebt werde.

Doch der Brief, den Kirshnee Pillay jetzt vom Straßen- und Tiefbauamt (STA) erhielt, sagt etwas anderes. Die Gestaltung der Grünfläche greife in den geltenden Bebauungsplan ein. Würde man die derartige Nutzung der Fläche dulden, wäre der Erhalt des Gehölzstreifens gefährdet, denn auch andere Nachbarn könnten derartige Wünsche äußern, so das STA.

Hinzu kommt, dass die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer auf das gestaltete Grün gelenkt werde. „Sie sind deshalb geeignet, ... die Gefahrenlage zu erhöhen. Zudem könnten die Plastiken und Pflanzungen vom Geschehen auf der Straße so ablenken, dass die Flüssigkeit des Verkehrs beeinträchtigt wird.“ Auf dem Guttenweg gilt übrigens Tempo 30. Abbieger von der Fernsehturmstraße müssen ohnehin bremsen, um die Kurve von 90 Grad zu meistern. „Bisher ist noch niemand mit dem Granitelefanten kollidiert“, sagt die Besitzerin.

Sie ist enttäuscht, dass es jetzt scheinbar nur um eine Verschiebung des Termins geht, bis zu dem sie die Fläche räumen muss. Dafür hat ihr das STA jetzt bis Ende Oktober Zeit gelassen. „Ich hatte aus der Äußerung von Frau Jähnigen herausgehört, dass sie sich über ehrenamtliches Engagement auch bei der Pflege von Grünflächen freut“, sagt die Pappritzerin. Ihr Ziel ist weiterhin, die Fläche von der Stadt pachten oder kaufen zu können. An anderer Stelle im Ort war das sogar nachträglich möglich, nachdem Eigentümer städtisches Land für sich in Anspruch genommen hatten. „Ich stehe für Gespräche mit der Stadt bereit“, sagt sie. Denn wenn man redet, geht es um Lösungen.

Rückendeckung erhält sie auch von Hochland-Ortsvorsteherin Daniela Walter (CDU). Diese will in zwei Wochen im Ortschaftsrat darüber beraten lassen, handelt es sich doch hier um eine Hochland-Angelegenheit. Außerdem hatte ihre Stadtratsfraktion versucht, einen Eilantrag durchzubringen, in dem die Christdemokraten die Verwaltung auffordern, private Pflege vernachlässigter, städtischer Grünflächen zu legalisieren. Dieser wurde jedoch von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) abgewiesen.

Pillays Nachbarn haben seit Bekanntwerden der Räumung häufig einen Stopp am Elefanten eingelegt. Die wenigsten können verstehen, weshalb die Stadt keinen Kompromiss anstrebt und sich an der Grünfläche „festbeißt“, wie einer sagt.