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Kamenz

Als Maschine ins Sprungtuch fiel

Dieter Birr erinnerte an die Puhdys-Geschichte in Kamenz. Dazu gehörte auch ein gefilmter Stunt-Flug vom Klostertor.

Bis auf den letzten Platz gefüllt war am Sonntagabend das Kamenzer Stadttheater, als Puhdys-Frontmann Dieter „Maschine“ Birr aus dem Nähkästchen plauderte. Natürlich hängte der Musiker später auch noch die Gitarre um.
Bis auf den letzten Platz gefüllt war am Sonntagabend das Kamenzer Stadttheater, als Puhdys-Frontmann Dieter „Maschine“ Birr aus dem Nähkästchen plauderte. Natürlich hängte der Musiker später auch noch die Gitarre um. © Bernd Goldammer

Kamenz. Das Stadttheater war Sonntagabend bis auf den letzten Platz gefüllt. „Fünfzig Jahre Puhdys“, eine Buchlesung im Talk-Format lockte Besucher aus allen Himmelsrichtungen. Frontmann Dieter „Maschine“ Birr hat Erinnerungen aufgeschrieben. Zusammen mit dem einstigen Bandmanager Kai Suttner tourt er durchs Land, um mit Tausenden Fans in die Puhdys-Geschichte einzutauchen. Suttner kennt die Innenansichten der Band seit 1997. Davon profitierten Talk und Lesung am Sonntagabend. Die Zuhörer bekamen deutsche Rock-’n’-Roll-Geschichte fast zum Anfassen. Dabei war die Aura des Frontmanns deutlich zu spüren. Die Geschichte der deutschsprachigen Rockmusik ist ohne die Puhdys undenkbar. Deshalb hat das Buch auch sehr guten Absatz gefunden. 2015 – nach der Bandauflösung – kam es auf den Markt.

Das Licht der Welt erblickte Dieter „Maschine“ Birr 1944 im einstigen Köslin – heute Koszalin in Polen. Als Kind wuchs er im zerstörten Berlin auf. Er lernte Universalschleifer. Seine Gitarre wurde zum Lebenselixier. Bis 1969 spielte er in verschiedenen Bands – wie Telestar, Luniks, Jupiters und bei Evgenie Kantschev. Dann wurde er Frontmann, Sänger, Komponist und Textautor der Puhdys. Deren Karriere begann mit einem Auftritt in der einstigen Jugendsendung Basar. Danach wurden die Puhdys schnell bekannt. Nach dem Film „Die Legende von Paul und Paula“ setzte sich der Erfolg fort. Ein Kultfilm entstand, der mit „Wenn ein Mensch lebt“ auch einen Kultsong der Puhdys an die Spitze der Hitparaden brachte. Weit über 250 Lieder hat Maschine inzwischen komponiert. Fakt ist: Viele Puhdys-Songs sind unsterblich geworden. Weil sie dem Lebensgefühl der Zuhörer immer ziemlich nahe waren.

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Die Puhdys Geschichte ging nach fünfzig Bühnen-Jahren zu Ende. Seit dem geht Maschine eigene Wege. Er ist aufgeschlossen und neugierig auf das Leben geblieben. „Meine Wege führen mich immer wieder nach Kamenz. Vor allem auf die Hutbergbühne“, sagte der Musiker. Mit der „Ost-Rocklegenden Tour 2020“ kommt er am 31. Mai 2020 zusammen mit Silly & Julia Neigel, City und den Special Guests Dirk Michaelis und Alexander Knappe nach Kamenz. Auf der Hutbergbühne halten die Puhdys übrigens den Besucherrekord. Die meisten Konzerte und stets die meisten Besucher. Im Jahre 1995 wurden hier 9.200 Eintrittskarten verkauft. Dann mussten die Veranstalter die Bühne dichtmachen, obwohl noch Hunderte Besucher vor den Eingängen standen. „Für uns und andere Bands war diese Bühne ein besonders wichtiger Ort auf den jährlichen Konzerttouren“, so Dieter Birr. Er weiß aus Erfahrung: Rockmusik muss das Herz erreichen. Dann überwindet sie Grenzen und Mauern.

Nach Kamenz kamen die Puhdys übrigens schon 1977. Zu Fernsehaufnahmen. Von den Kameraden der FFw Kamenz lernte Dieter Birr, wie man sich mit gut bespannten Flügeln vom Balkon des legendären Klostertores in ein Sprungtuch fallen lässt. Unbeschadet! Denn abends war noch ein Konzert auf dem Marktplatz geplant. Auszüge aus diesem Act sind bei YouTube abrufbar.

Die Zeit im Stadttheater verging wie im Fluge. Nach reichlich zwei Stunden spielte Maschine den letzten Song. Zwei Titel waren geplant, vier Titel wurden es, weil der Beifall anders nicht zu beenden war. All die Lieder sangen die meisten Besucher mit ...

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