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Bautzen

Auf digitaler Schnitzeljagd

Crostau feiert Anfang September sein 600. Ortsjubiläum. Ein Schüler hat sich zu dem Fest etwas Besonderes einfallen lassen.

Jerome Hennersdorf bereitet zur 600-Jahrfeier von Crostau eine QR-Code-Schnitzeljagd vor. Die Kirche mit ihrer Silbermann-Orgel gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten.
Jerome Hennersdorf bereitet zur 600-Jahrfeier von Crostau eine QR-Code-Schnitzeljagd vor. Die Kirche mit ihrer Silbermann-Orgel gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten. © Carmen Schumann

Crostau. Pünktlich zum Ortsjubiläum sollen die Gerüste an der Crostauer Kirche gefallen sein. Das Gotteshaus mit seiner berühmten Silbermann-Orgel ist einer der zentralen Orte beim 600. Jubiläum von Crostau, das am zweiten September-Wochenende gefeiert wird. Die Kirche darf also auch nicht fehlen bei der digitalen Schnitzeljagd, die der 14-jährige Schüler Jerome Hennersdorf entwickelt hat.

Seine Generation ist schließlich diejenige, die keinerlei Scheu vor dem digitalen Zeitalter hat. Er dachte sich, mit einem solchen Spiel könnte man vor allem junge Leute begeistern. Um zu testen, wie eine durch QR-Codes unterstützte Schnitzeljagd bei den Leuten ankommt, startete der Gymnasiast beim Kinderfest am 1. Juni in seinem Heimatort Carlsberg einen ersten Testballon. An fünf Objekten in dem etwa 140 Einwohner zählenden Dörfchen brachte er QR-Codes an, welche die Teilnehmer mithilfe ihrer Smartphones auslesen konnten. Dabei erhielten sie Informationen zu den Gebäuden, wurden aber auch gleich zum nächsten Objekt weitergeleitet.

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Außerdem galt es, mithilfe von Quizfragen Buchstaben zu ermitteln, die dann zu einem Lösungswort zusammengesetzt werden konnten. Die Reaktion der Einwohner sei überwältigend gewesen, erzählt Jerome, der im neuen Schuljahr in die neunte Klasse kommt. Es hätten sich bei weitem nicht nur junge Menschen dafür interessiert, sondern alle zwischen 7 und 70.

Lösungswort gesucht

Das ermutigte den 14-Jährigen, der als Hochbegabter bereits seit der siebten Klasse das Gymnasium St. Afra in Meißen besucht, das Ganze auf das Crostauer Ortsjubiläum zuzuschneiden. Eigentlich hätte er sich noch einen Mitstreiter gewünscht, aber auf den auf der Facebook-Seite von Schirgiswalde-Kirschau veröffentlichten Aufruf meldete sich bis jetzt niemand. Also gibt er seine Sommerferien dran, um die Planungen weiter voranzutreiben. Momentan erarbeitet er gerade die Inhalte. Dabei hilft ihm eine Ortschronik von Klaus Richter aus den 90er Jahren und das Heimatmuseum. Außerdem möchte er sich auch noch mit dem Pfarrer der Kirchgemeinde Karl-Friedrich Kottmeier unterhalten. Welche weiteren Objekte neben der Kirche gefunden werden müssen, soll wegen des Überraschungseffekts jetzt noch nicht verraten werden. Neben der inhaltlichen Arbeit holt Jerome Hennersdorf auch Angebote ein für die Herstellung der Plastik-Täfelchen, auf denen der QR-Code aufgebracht werden soll. Dieser Code wird übrigens so angebracht, dass er auch wieder entfernt und erneuert werden kann. Dadurch können weitere Informationen ergänzt werden.

An dem Festwochenende muss auch wieder ein Lösungswort gefunden werden. Alle Teilnehmer können es auf eine Postkarte schreiben, die ausliegen wird. Am 8. September um 16 Uhr werden drei Gewinner ausgelost. Doch die Quizfragen können auch unabhängig von den Feierlichkeiten gelöst werden. Es wird eine Mailadresse eingerichtet, an die man das Lösungswort senden kann. Der Lohn ist in diesem Fall nur die Befriedigung, das Rätsel gelöst zu haben. Wenn das Festwochenende vorbei ist, möchte Jerome Hennersdorf die Informationen, die sich hinter den QR-Codes verbergen, noch in die für die Region gängigsten Fremdsprachen Englisch, Polnisch und Tschechisch übersetzen. Der Gymnasiast ist nämlich auch ein Sprach-Genie und lernt Alt-Griechisch, Englisch, Französisch und Schwedisch.