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Ausgezeichnet

Sechs Abiturienten schafften einen Durchschnitt von 1,0. Lea Happel aus Wilthen gehört dazu. Nicht ihr einziger Erfolg.

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© Uwe Soeder

Katja Schäfer

Wilthen. Rechnen langweilt sie. Dennoch ist Lea Happel von Mathematik fasziniert. „Beweise finde ich sehr schön“, sagt sie. Das Herleiten der Richtigkeit einer Aussage macht der Wilthenerin großen Spaß, die bei diversen Leistungsvergleichen erfolgreich war, unter anderem mehrfach beim Mathematik-Bundeswettbewerb. Sie ist aber nicht nur in diesem Fach sehr gut. Sondern in allen. Mit dem Durchschnitt von 1,0 legte sie jetzt am Immanuel-Kant-Gymnasium Wilthen das Abitur ab.

Für diesen Erfolg hat die junge Frau mit den langen dunklen Haaren und den braunen Augen nicht etwa Tag und Nacht gepaukt. „Sie hat in den letzten Monaten auch viel mit ihren Freunden gefeiert“, verrät Mutter Dagmar Liebscher und berichtet, dass ihre Tochter in Mathe, Physik und Chemie nie viel lernen musste, sondern oft über Logik improvisierte.

Keine Lust auf Dauer-Pauken

Zum Dauer-Pauken hätte Lea Happel weder Lust noch Zeit gehabt. Denn zum einen sind ihr ihre Freizeitbeschäftigungen wichtig. Unter anderem liest sie sehr gern, hauptsächlich Krimis und Fantasy, zum Beispiel von Ursula Poznanski.

Zum anderen war sie an ihrer Schule sehr aktiv. In den deutsch-israelischen Schüleraustausch „brachte sie sich mit viel Energie, Kreativität und Umsicht ein“, lobt Schulleiter Armin Bartz. Bei einem internationalen Mathe-Team-Wettbewerb engagierte sie sich nach mehrmaliger eigener Teilnahme als Trainerin für Jüngere. Dreieinhalb Jahre gab Lea Happel, die eine jüngere Schwester hat, ihr Wissen im Nachhilfeunterricht in Französisch und Mathematik weiter. Darüber hinaus half sie ihren Freunden oft bei Mathe. „Das Fach liegt vielen ja nicht so“, hat die 18-Jährige Verständnis. Sie selbst mag die Mathematik aus folgenden Gründen: „Sie ist logisch und es ist faszinierend, wie alle Teilbereiche miteinander verbunden sind.“

Bei vielen Wettbewerben dabei

In den ersten Schuljahren nahm Lea Happel an Wettbewerben in allen möglichen Fächern teil. Doch mit der Zeit stellte sich heraus, dass ihr Mathematik am meisten Spaß macht. Auch, weil es da oft Spezialisten-Lager gab. „Da habe ich Leute mit gleichen Interessen kennengelernt“, erzählt sie und gesteht, anfangs schüchtern und zurückhaltend gewesen zu sein. Durch die Camps habe sie gelernt, auf Fremde zuzugehen.

Trotz ihrer überdurchschnittlichen Leistungen – auch bei Physikwettbewerben war sie erfolgreich – stand ein Wechsel an ein Elite-Gymnasium nie zur Debatte. „An meiner Schule hat es mir sehr gut gefallen und hier habe ich meine Freunde“, sagt sie. Der Freundeskreis sei für ihre Tochter sehr motivierend gewesen, schätzt die Mutter ein: „Die Jugendlichen haben miteinander gekocht, gefeiert oder das Kino besucht, aber die Zeit auch zusammen zur Vorbereitung genutzt und sich in den Leistungen gepusht.“

In der Freizeit ist Lea Happel gern in der Natur unterwegs. Wandern und Radfahren mag sie besonders. Als Kind machte sie mit der Familie weite Touren. „In der Pubertät war das nicht mehr so mein Ding“, verrät sie und fügt schmunzelnd an: „Das ist ja bei den meisten so.“ Mittlerweile hat sich das wieder geändert. Unter den drei kurzen Reisen, die die Absolventin für die nächste Zeit geplant hat, ist zum Beispiel eine Berghüttentour mit ihrem Vater.

Auf zum Mathe-Studium

Arbeiten wird die 18-Jährige im Sommer auch; insgesamt vier Wochen in der Buchhaltung der Firma Lakowa. Im Herbst will die Einser-Abiturientin nach Dresden ziehen und ein Mathematik-Studium an der TU beginnen. Damit seien die späteren Einsatzmöglichkeiten breit gefächert, weiß sie und sagt: „Mir würde was Technisches gefallen“.

Als am Kant-Gymnasium die Abschlusszeugnisse überreicht wurden, erhielt Lea Happel zusätzlich zur Auszeichnung als beste Absolventin einen Sonderpreis. Er wurde in der fast 25-jährigen Geschichte der Schule zum ersten Mal vergeben. Armin Bartz begründet das damit, dass die Wilthenerin eine außergewöhnliche Schülerin war. „Sie hat durch ihre Genialität unser Gymnasium deutschlandweit bekannt gemacht, ist aber trotz der Erfolge freundlich, höflich und sympathisch geblieben und sehr beliebt“.

Das Abitur haben auch folgende Schüler mit 1,0 bestanden: Georg Wiedner vom Goethe-Gymnasium Bischofswerda, Lilli-Marlen Reichwald vom Schiller-Gymnasium Bautzen, Johanna Süß und Lydia Krutz vom Melanchthon-Gymnasium Bautzen sowie Philipp Hanisch aus Cunewalde am Scholl-Gymnasium in Löbau.

An den Oberschulen gibt es einen 1,0-Absolventen: Herbert Penzholz von der Oberschule Malschwitz.