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Kommt ein Westernrestaurant 2022 an die B170?

Der Gemeinderat Bannewitz soll im November für die Bebauung die Weichen stellen. Dann sind die Planer wieder gefragt.

Von Gabriele Fleischer
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Auf der Brachfläche an der B 170 in Bannewitz unterhalb vom Real-Markt sollen nächstes Jahr Motel und Westernrestaurant entstehen. Noch fehlt das Planungsrecht.
Auf der Brachfläche an der B 170 in Bannewitz unterhalb vom Real-Markt sollen nächstes Jahr Motel und Westernrestaurant entstehen. Noch fehlt das Planungsrecht. © Egbert Kamprath

In diesem Jahr werden wohl keine Bagger mehr unterhalb der Einkaufsmärkte von Obi und Real an der B170 in Bannewitz anrollen. Bestenfalls könnte es im Dezember mit ersten Rodungsarbeiten beginnen, vielleicht aber auch erst im Januar und Februar nächsten Jahres.

"Das muss auf jedem Fall im Winter passieren", sagt Projektplaner Falk Nitzschner aus Glashütte auf Nachfrage von saechsische.de. Auf dem 1,2 Hektar großen Areal mit Blickrichtung Dresden sollen Motel, Chalets und Gastronomie mit 200 Innen- sowie knapp 500 Außenplätzen entstehen.

Investor Timberjacks betreibt bereits Erlebnisgastronomie in Kassel, Göttingen und Siegen. Gebaut wird derzeit in Köln und im Ruhrgebiet in Marl. Neben Bannewitz plant das Unternehmen weitere Gastronomiebereiche mit Motels im hessischen Bensheim, in Düren in Nordrhein-Westfalen und in Bispingen in der Lüneburger Heide.

Momentan wartet Timberjacks auf Planungsrecht. Dafür muss der Bannewitzer Gemeinderat erst einmal einen Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan fassen. Bürgermeister Christoph Fröse (parteilos) kündigt an, dass das Tagesordnungspunkt in der Novembersitzung wird. Danach erst könne der Bauantrag gestellt werden, so Nitzschner. Er rechnet mit einem Baustart im Frühjahr 2022.

Umleitungsstrecke soll Baustraße werden

Für Restaurant- und Motelbau mit Parkplätzen, Chalets und Spielplatz könnte die jetzt genutzte Umleitungsstrecke von der B 170 zu den Einkaufsmärkten wieder Baustraße werden, allerdings etwas verbreitert, damit die Straße in beiden Richtungen befahren werden kann.

Bis Dezember werde sie als Einbahnstraße erst einmal für den Bau auf der B 170 gebraucht, so Thomas Gläßer vom Dresdner Planungsbüro Iproconsult, der wie Falk Nitzschner das Timberjack-Projekt betreut. Das bestätigt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Laut Sprecherin Rosalie Stephan wird die Gemeinde Bannewitz das Provisorium mit allen Rechten und Pflichten übernehmen.

Es gebe Überlegungen, diesen Bereich als Anschluss für Radfahrer von Dresden in Richtung Gewerbegebiet zu nutzen. "Der direkte Anschluss an die Fahrbahn wird für Kraftfahrzeuge zurückgebaut", so Stephan. Eine Ausfahrt sei hier dann nicht mehr möglich. Die Zufahrt zum Objekt des Investors werde später vom Gewerbegebiet aus auf der verlängerten Straße An der Zschauke möglich sein.

Hinweise sind in Unterlagen eingearbeitet

Das Vorhaben war in diesem Jahr bereits bei einer Einwohnerversammlung im Juni und zur Juli-Gemeinderatssitzung vorgestellt worden. Dort hatten die Räte der überarbeiteten Entwurfsplanung zugestimmt. Eingegangen waren 13 Stellungnahmen von 30 angeschriebenen Behörden und Nachbargemeinden.

Dabei war es laut Gläßer unter anderem um Schallschutzmaßnahmen, Baumpflanzungen und Begrünungen entlang der B 170 und im Bereich der geplanten 100 Parkplätze gegangen. Viele Hinweise seien in die Unterlagen eingearbeitet worden. Eine klare Ansage hatte es auch von der Wismut GmbH gegeben.

Der auf dem Gelände befindliche Wetterschacht, der ab 1970 für den nahgelegenen Bergbau angelegt und 1997 dauerhaft gesichert wurde, muss zugänglich bleiben. Das ist nach Wismut-Angaben für Beprobungen und gegebenenfalls nötige Nachverfüllungen wichtig. Zudem soll er angesichts des nebenan geplanten Spielplatzes ausreichend gesichert werden.