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Bautzens größter Sportverein baut an

Im MSV-Sportpark an der Neusalzaer Straße erfolgte jetzt der erste Spatenstich für einen Anbau. Worauf sich die Sportler trotz einiger Widrigkeiten nun freuen.

Von Lucy Krille
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MSV-Vizepräsident Sebastian Mücke,  Geschäftsführer Steffen Waldmann, Präsidentin Ines Pröhl und Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens beim symbolischen Spatenstich im Sportpark des MSV.
MSV-Vizepräsident Sebastian Mücke, Geschäftsführer Steffen Waldmann, Präsidentin Ines Pröhl und Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens beim symbolischen Spatenstich im Sportpark des MSV. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Nun kann es losgehen: Die ersten Bagger rollen im MSV-Sparkassen-Sportpark an der Neusalzaer Straße in Bautzen. Die Verantwortlichen des größten Bautzener Sportvereins MSV 04 und Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) haben jetzt den Baubeginn für ein neues Bürogebäude mit einem ersten Spatenstich besiegelt.

Auf einer Fläche von 100 Quadratmetern soll im Stil des roten Eingangsgebäudes ein Anbau entstehen, der Arbeitsplätze für die Geschäftsführung sowie einen Beratungsraum bietet. „Durch die Zusammenlegung von Sport und Geschäftsstelle können Anliegen schneller erledigt werden", freut sich MSV-Geschäftsführer Steffen Waldmann.

Geschäftsführung arbeitet jetzt im Containerbau

Jahrelang hatte die Geschäftsführung ihren Sitz in der früheren Post am Postplatz. Seit Januar arbeiten die Mitarbeiter in einem provisorischen Containerbau im Sportpark. „Ursprünglich wollten wir ein zweistöckiges Gebäude“, berichtet MSV-Präsidentin Ines Pröhl. Doch der Boden lasse einen Bau in dieser Größenordnung nicht zu.

„Dass wir keine zusätzlichen Flächen für den Sport gewinnen können, ist ein Wermutstropfen“, bedauert Waldmann mit Blick auf die begrenzten Platzkapazitäten für den Sport in Bautzen. In dem Gebäude nebenan sind eine Kegelbahn und eine Mehrzweckhalle untergebracht, Waldmann hätte sich weitere Erwärmungsräume oder Platz für Tischtennisplatten über der Büroetage gewünscht. Für den neuen Entwurf für das Gebäude sei der Sportverein trotzdem dankbar. So seien künftig auch Abteilungssitzungen im Vereinsgebäude möglich.

Beim Neubau wird auch an den Klimaschutz gedacht

Die Planung hat Silvio Bjarsch aus Bautzen übernommen. Durch moderne Konzepte für den Hitzeschutz wolle man auf eine herkömmliche Klimaanlage verzichten und dadurch Vorreiter im Klimaschutz sein, erklärt er. „Das setzen wir durch einfache bauliche Mittel wie einen Sonnenschutz von außen, eine Holzfaserdämmung und eine Lüftungsanlage um.“ Außerdem seien später die Begrünung des Daches und weitere Baumpflanzungen am Sportpark geplant.

Ines Pröhl freut sich schon auf das Richtfest, das eine Weihnachtsfeier werden könnte. Denn: „Wenn alles gut geht, ist der Dachdecker Ende Dezember durch.“ Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2022 geplant.

Zusätzliche Kosten wegen schlechtem Boden

Während der Planungen hat sich der Baugrund nicht nur als ungeeignet für ein zweistöckiges Gebäude, sondern auch als ein kostspieliges Problem erwiesen. Der Boden ist mit Schlacke belastet, ausgelöst durch Kohleverfeuerung in der Nähe. Die Entsorgung und Trennung der Erdbestandteile müsse deswegen nach strengen Vorschriften erfolgen und werde teurer als üblich.

Beziffern kann Waldmann die Mehrkosten, die der Verein übernehmen muss, noch nicht. Bei der Beantragung von Fördermitteln wurden Kosten von 200.000 Euro veranschlagt. Die Hälfte übernimmt die Sächsische Aufbaubank. Außerdem fließt Geld aus der Sportförderung der Stadt und von Sponsoren. Dafür ist der Verein dankbar.

Vereine müssen in Bautzen mehr für Sportstätten zahlen

Aber Ines Pröhl spricht auch die Gebührenerhöhung für die Nutzung von städtischen Sportstätten an, die den Bautzener Vereinen zu schaffen macht. Ab Januar 2022 müssen die Vereine mehr zahlen.

Laut Oberbürgermeister Ahrens habe sich die Stadt die Gebührenerhöhung nicht leichtgemacht. „Wir müssen nun im Stadtrat schauen, wie wir die negativen Effekte abfedern können“, kündigt Ahrens an. Auch in Zukunft solle der Sport in Bautzen unterstützt werden, denn er sei aus dem gesellschaftlichen Leben nicht wegzudenken.