Infotafel erinnert an eine Unbequeme

Radibor. Ernst wirkt ihr Blick und dabei trotzdem irgendwie sanft - so präsentiert sich das steinerne Abbild von Maria Grollmuß, das Passanten seit vielen Jahren vor der Radiborer Grund- und Oberschule in der nach ihr benannten Straße achtsam mustert. Seit diesem Freitag erinnert auch eine farbige Info-Tafel in ihrer zweiten Heimat Radibor an Maria Grollmuß. Die, verrät der zweisprachige Begleittext, sei eine politisch frauenbewegte Publizistin gewesen, eine religiös-sozial motivierte Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime, eine Sorbin.
Im Rahmen der Initiative "Frauenorte Sachsen" wurde das Denkmal dieser Unbequemen um eine Infotafel ergänzt, die für Interessierte allerhand Wissenswertes über das Leben und Wirken dieser besonderen Frau bereithält. Sie ist eine von mittlerweile mehr als 20 in Sachsen. Stadt- und Regionalgeschichte soll auf diesem Weg aus der Sicht historisch bedeutsamer Frauen erlebbar gemacht werden, teilt der sächische Landesfrauenrat mit.
Mit seinem Projekt "Frauenorte Sachsen" will der Dachverband der sächsischen Frauenverbände nicht nur an das Leben und Wirken besonderer Sächsinnen erinnern, sondern gleichsam auch kritisch geltende Geschlechterrollen hinterfragen. Das Aufstellen der Infotafel ist Teil eines ganzen Projektjahres, dass sich anlässlich des 125. Geburtstages von Maria Grollmuß mit dieser besonderen Sächsin beschäftigt. (SZ/fsp)
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