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Wo Bautzen neue Bauplätze schaffen will

Der Bedarf an Bauland ist groß. Für neun Flächen in der Stadt gibt es bereits Pläne - oder zumindest Ideen. So ist der Stand der Dinge.

Zwei Grundstücke verkauft, zwei reserviert: Im Baugebiet in Oberkaina, gegenüber vom neuen Edeka, geht es voran. Bauberater Uwe Miska freut's.
Zwei Grundstücke verkauft, zwei reserviert: Im Baugebiet in Oberkaina, gegenüber vom neuen Edeka, geht es voran. Bauberater Uwe Miska freut's. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Über 200 Anfragen gab es allein für 18 Wohnungen in der Flinzstraße. Keine Frage: Der Bedarf an Wohnungen in Bautzen ist groß. Auch die wenigen Bauplätze für Eigenheime in der Stadt sind in der Regel im Nu weg.

In Bautzen muss neuer Wohnraum entstehen, so viel ist sicher. Allein um die Bevölkerungszahl stabil zu halten, geht die Verwaltung davon aus, dass pro Jahr rund 100 neue Wohnungen und 86 Einfamilienhäuser entstehen müssten. Tatsächlich sind im vorigen Jahr 144 neue Wohnungen geschaffen worden, zum Beispiel am Burglehn und in der Hegelstraße. Was die Wohnungen anbelangt, steht die Stadt also von den Zahlen her gar nicht so schlecht da. Bei den Einfamilienhäusern sieht es anders aus: Davon sind nur 22 gebaut worden.

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Warum die bestehenden Wohnungen und Häuser nicht reichen? Viele Leute wollen andere Wohnungen haben als die, die es derzeit in der Stadt gibt, erklären Bautzens Baubürgermeisterin Juliane Naumann und Alexander Hennig, Referent für Stadtentwicklung. Gefragt sei Eigentum, der Trend gehe hin zu größeren Wohnungen, die luftiger und heller sind. Viele wollen bauen. Nur wo? In der Stadtratssitzung am Mittwoch hat die Stadt nun neun Flächen präsentiert, wo das möglich ist - oder in Zukunft werden könnte.

Nummer 1: In Oberkaina gibt's freie Grundstücke

Es ist das Projekt, das am weitesten vorangeschritten ist: In Oberkaina ist gegenüber vom neuen Edekamarkt ein Baugebiet entstanden. Vermarktet werden die insgesamt elf Grundstücke von Bauberater Uwe Miska. Sieben sind noch frei, zwei bereits verkauft, zwei weitere reserviert. Ein erster Bauantrag ist bereits gestellt worden. Erlaubt sind auf der Fläche Geschosswohnungen – und nun auch Bungalows, berichtet Uwe Miska.

Nummer 2: Noch ein Baugebiet in Oberkaina

Auch auf einer weiteren Fläche in Oberkaina tut sich etwas. Das Areal befindet sich zwischen dem Pappelweg und dem neuen Edekamarkt. Ein privater Träger erschließt die Fläche, die durch eine Stichstraße vom Pappelweg aus zu erreichen sein soll. Ab dem nächsten Sommer, vermutet die Stadt, könnte es hier losgehen. Insgesamt passen 33 Wohneinheiten auf die Fläche.

Hinter dem Pappelweg in Oberkaina könnten schon bald Eigenheime stehen.
Hinter dem Pappelweg in Oberkaina könnten schon bald Eigenheime stehen. © SZ/Uwe Soeder

Nummer 3: Pläne in Großwelka

Hinter der Gerbersiedlung in Großwelka gibt es ebenfalls eine Fläche, die die Stadt als künftiges Baugebiet ins Auge gefasst hat. Diese gehört einem Landwirt, der es als wichtig empfinde, dass junge Leute in der Region eine Perspektive haben, berichtet Juliane Naumann. Er habe Interesse daran, die Fläche zu entwickeln. „Das ist allerdings nicht seine Profession.“ Er sei daher nun auf der Suche nach jemandem, der ihm helfe. „Fest steht: Dort gibt es kein Lärmproblem, und für die Entwässerung gibt es bereits eine Lösung“, so Naumann.

Nummer 4: Platz für über 140 Häuser in Rattwitz

Große Hoffnungen setzt die Stadt auf eine Fläche in Rattwitz. Mehr als 140 Eigenheime könnten dort entstehen. Das Problem: Die Fläche liegt nah an der A4; es ist laut. Und auch die Entwässerung ist kompliziert. Nun hat sich aber ein privater Investor gefunden, der Interesse hat – und der die Probleme als lösbar ansieht, verkündet Juliane Naumann. Dennoch müssen sich Interessenten noch gedulden: „Es müssen weiterhin umfangreiche Planungen durchgeführt werden, und die Stadt muss mit dem Investor noch über die Konditionen verhandeln“, so die Baubürgermeisterin.

Große Hoffnungen setzt die Stadt auf eine Fläche in Rattwitz: Entsteht hier ein Baugebiet mit Platz für mehr als 140 Eigenheime?
Große Hoffnungen setzt die Stadt auf eine Fläche in Rattwitz: Entsteht hier ein Baugebiet mit Platz für mehr als 140 Eigenheime? © SZ/Uwe Soeder

Nummer 5: Platz für neue Häuser in Gesundbrunnen

Neue Häuser könnten auch in Bautzens größtem Stadtteil Gesundbrunnen entstehen, und zwar dort, wo einst eine Schule stand: In der Albert-Einstein-Straße. Noch ist allerdings unklar, ob und wie das Areal genutzt werden kann. In dem Zusammenhang müssten laut Stadt zunächst auch Fördermittelfragen geklärt werden.

Nummer 6: Probleme beim Bauland am Ziegelwall

Schon seit Langem gibt es Baupläne für das Areal der alten Stadtgärtnerei am Ziegelwall, doch denen steht bislang die Frage, wie die Grundstücke entwässert werden sollen, im Weg. „Wir müssten über das Nachbargrundstück entwässern“, erklärt Juliane Naumann. Dies ist aber in Privatbesitz. Mittlerweile sei die Stadt im Gespräch mit dessen Eigentümer.

Nummer 7: Perfecta-Brache als Bauland?

Die Perfecta-Brache war einst als Standort für den Bau einer neuen Grundschule im Gespräch. Weil das vom Tisch ist, stünde die Brache potenziell auch als Bauland für Wohnungen zur Verfügung – allerdings erst in etwa vier Jahren. Würden jetzt Wohnungen darauf gebaut, müsste die Stadt Fördermittel, die sie für den Abriss der Perfecta-Gießerei erhalten hatte, zurückzahlen. „Hier ist auch der Stadtrat gefragt, eine Entscheidung zu fällen“, sagt Juliane Naumann. „Für eine Stadt ist Bauland zweifelsohne wichtig – es ist aber auch wichtig, unentwickelte Flächen in der Hinterhand zu haben, um auf künftige kurzfristige Bedarfe reagieren zu können.“ Gemeint seien beispielsweise Strukturwandelprojekte.

Würden jetzt Wohnhäuser auf der Perfecta-Brache gebaut, müsste die Stadt Fördermittel zurückzahlen.
Würden jetzt Wohnhäuser auf der Perfecta-Brache gebaut, müsste die Stadt Fördermittel zurückzahlen. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Nummer 8: Wohnhäuser am Rand einer Gartenanlage

In der Kleingartenanlage Morgensonne im Osten der Stadt stehen - anders, als in anderen Bautzener Gartenanlagen - einige Parzellen leer. Allerdings nicht in den Randbereichen, sondern in der Mitte der Anlage. Sollte es möglich sein, den Leerstand auf den Randbereich zu verlagern, kann sich die Stadt auch hier eine Wohnbebauung vorstellen.

In der Kleingartenanlage Morgensonne gibt es Leerstand. Ein potenzieller Wohn-Standort?
In der Kleingartenanlage Morgensonne gibt es Leerstand. Ein potenzieller Wohn-Standort? © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Nummer 9: Baupläne für Gärten im Allendeviertel

Die Gärten im Gartenheimweg im Allendeviertel, berichtet Juliane Naumann, sind in Privatbesitz. Einige der Eigentümer hätten Interesse bekundet, auf den Flächen zu bauen. Das sei allerdings nur möglich, wenn sich alle einig sind, so die Baubürgermeisterin.

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