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Bautzen: Luxushütte für Wenzelsmarkt kommt nicht

Die Stadt wollte für 35.000 Euro eine Märchenhütte kaufen. Das sorgte für Debatten. Nun wurde die Anschaffung verschoben – aber nicht wegen der Kritik.

Hier auf dem Bautzener Hauptmarkt sollte zum Wenzelsmarkt eine neue Märchenhütte stehen. Doch daraus wird vorerst nichts.
Hier auf dem Bautzener Hauptmarkt sollte zum Wenzelsmarkt eine neue Märchenhütte stehen. Doch daraus wird vorerst nichts. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Eine neue Märchenhütte für den Wenzelsmarkt – und zwar für 35.000 Euro. Diese Anschaffung hat die Stadt Bautzen geplant. Als der Finanzausschuss des Stadtrates die Investition im Sommer beschloss, sorgte das allerdings für viel Trubel. Die Kritik: zu teuer, ein falsches Signal, angesichts des Haushaltslochs der falsche Zeitpunkt. Denn nicht nur von 35.000 Euro für die Anschaffung war die Rede, sondern von weiteren Kosten. Zwar soll die Hütte durch Eintrittsgelder auch Einnahmen einbringen, doch Bewirtschaftung und Unterhalt kosten eben auch Geld.

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Schon seit Längerem will die Stadt den Wenzelsmarkt weiterentwickeln. Aber selbst die Verwaltung hatte sich uneins darüber gezeigt, ob die Hütte angesichts des Haushaltsdefizits eine gute Idee ist. Immer wieder war das besondere Häuschen seither Thema in den verschiedenen Ausschüssen des Stadtrates oder im Stadtrat selbst. Vor allem dann, wenn es um das Haushaltsdefizit und die Debatte um höhere Steuern und Gebühren ging. Auch in der Stadtratssitzung an diesem Mittwoch war das der Fall. „Bei einem Defizit von 3,5 Millionen Euro ist das nicht schlüssig, dass wir diese Hütte anschaffen wollen“, sagte AfD-Stadtrat Oliver Helbing - und erfuhr: Das Projekt ist erst einmal verschoben.

Warum die Anschaffung verschoben wurde

Wie Stadtsprecherin Josephine Brinkel auf Anfrage von Sächsische.de mitteilt, wird die Hütte in diesem Jahr definitiv nicht mehr angeschafft. Grund dafür seien allerdings nicht die Debatten um die Kosten für das kleine Häuschen, sondern „die enormen Holzpreise und die Zeitverzögerung bei der Lieferung“, erklärt Brinkel. Letzteres sei bedingt durch die Corona-Pandemie.

Das Projekt ist damit aber nicht vom Tisch, es liegt nur auf Eis. „Die Verwaltung ist bemüht, dieses Projekt zu einem späteren Zeitpunkt umzusetzen“, so Brinkel. Die Gesamtkosten sollen bei maximal 35.000 Euro liegen.

Wie die Märchenhütte aussehen soll

Das Kulturamt der Stadt möchte die Märchenhütte beim Wenzelsmarkt auf dem Hauptmarkt aufstellen. Ihre Gestaltung soll sich an den Wasserturm in der Mönchskirchruine anlehnen. Sie soll zwölfeckig gebaut sein, ein spitzes Dach haben – und in der Mitte eine Grillanlage.

Etwa 25 Leute sollen in der Hütte Platz finden. Das Häuschen solle Ort für Veranstaltungen sein, wie Plätzchenbacken für Familien, Weihnachtsliedersingen, Märchen-Lesungen, Puppenspiele. Auch für Weihnachtsfeiern soll die Hütte gemietet werden können.

Wie schon bei der Sitzung des Finanzausschusses im Juli zeigte sich Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) auch bei der Stadtratssitzung am Mittwoch überzeugt von der Investition. „Wir sollten nicht den Kopf in den Sand stecken und gar nichts investieren. Das käme einer Bankrotterklärung gleich.“

So soll die neue Märchenhütte für den Bautzener Wenzelsmarkt aussehen. Doch die Anschaffung wurde jetzt verschoben.
So soll die neue Märchenhütte für den Bautzener Wenzelsmarkt aussehen. Doch die Anschaffung wurde jetzt verschoben. © Sabine Veit

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