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Schließt der Allende-Edeka schon eher?

Der Betreiber eines Einkaufsmarktes in Bautzen hat seinen Mietvertrag zum Sommer gekündigt. Nun geht das Gerücht um, dass er eher zumacht. Was dran ist.

Klaus Müller und seine Tochter Annekatrin sorgen sich, dass der Edekamarkt im Bautzener Allendeviertel noch eher schließt, als bisher bekannt.
Klaus Müller und seine Tochter Annekatrin sorgen sich, dass der Edekamarkt im Bautzener Allendeviertel noch eher schließt, als bisher bekannt. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Immer und immer wieder, sagt Klaus Müller, werde er angesprochen. Fast jedes Mal, wenn er den Edeka im Bautzener Allendeviertel betritt, sei das so. Klaus Müller engagiert sich im Allendetreff, einem Anwohnertreff in dem Viertel. Und die Fragen, die die Anwohner haben, widmen sich gerade allesamt diesem einen Thema: der Schließung des Edeka-Marktes in der Hanns-Eisler-Straße.

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Im Februar ist bekannt geworden, dass der Betreiber den Mietvertrag für das Gebäude gekündigt hat. Zum 30. Juni dieses Jahres. Begründet hatte er das vor allem mit einem Personalproblem: Es mangele ihm an Mitarbeitenden im Allgemeinen und an zwei Fleischfachverkäuferinnen oder -verkäufern im Speziellen.

Eine Kühltruhe wurde bereits entfernt

Schon als das bekannt wurde, sorgte es für viel Aufregung unter den Anwohnern. „Aber jetzt spitzt sich die Lage zu“, sagt Klaus Müller. Das Gerücht mache sich breit, dass der Edeka schon Ende dieses Monats schließen werde. Wo das Gerücht herkommt, ist unbekannt. „Aber es fragen jetzt sehr viele Leute bei mir nach“, sagt Klaus Müller. „Viele sind verunsichert.“

Dass vor Kurzem bereits eine Kühltruhe aus dem Gebäude entfernt worden sei, habe die Erzählungen verstärkt. „Das war eine Kühltruhe für Frischewaren – wie für vorgeschnittenen Käse oder Joghurt“, erklärt er. „Der Platz, an dem sie stand, ist nun leer.“ Hat das Ausräumen des Marktes womöglich bereits begonnen?

Marktbetreiber: "Wir schließen nicht zum 30. April."

So richtig darüber reden will der Betreiber des Marktes, László Megyesi, eigentlich nicht. „Ich will keinen Spießrutenlauf“, sagt er. Was er meint, erklärt er nicht. Ein bisschen was sagt er, der auch den Edeka-Markt im Bautzener Kornmarkthaus betreibt, dann aber doch. Die Kühltruhe, die habe wenig mit der Kündigung des Marktes zu tun. „Sie war defekt, es gab einen Kabelbrand“, sagt er. Und das Gerücht um die verfrühte Marktschließung zum Monatsende? „Zum 30. April schließen wir definitiv nicht“, verspricht er. Wann stattdessen? Keine Antwort. Dann verweist er an den Vermieter des Gebäudes, die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft (BWB).

Weiß die dazu mehr? „Der Marktbetreiber hat uns mitgeteilt, dass er bis Ende April oder Anfang Mai den Verkauf in dem Gebäude aufrechterhalten will“, sagt BWB-Chefin Kirsten Schönherr. Dann wolle er zumachen. „Den Rest der Zeit will er nutzen, um die Regale auszuräumen“, berichtet sie.

Vermieter bemüht sich um Nachfolger

Den Anwohnern macht sie Hoffnung - zumindest für die Zeit ab Juli, nach dem eigentlichen Kündigungsdatum. „Wir befinden uns gerade in recht konkreten Gesprächen mit einem möglichen Nachfolger“, sagt sie, „wir haben ein gutes Gefühl“. Um wen es dabei geht, verrät sie noch nicht. Bereits im Februar hatte die BWB aber mitgeteilt, mit Rewe und anderen Edeka-Kaufleuten in Kontakt zu stehen.

Unklar ist derzeit noch, inwieweit das Gebäude, in dem sich der Markt derzeit befindet, saniert wird. Sicher ist, dass es neue barrierefreie Zugänge zum Gebäudekomplex geben soll – und die BWB für mehr Grün rund um das Gebäude sorgen möchte. Auch die Parkplatzsituation will die BWB verbessern.

BWB sieht zwei Varianten für Sanierung des Gebäudes

Für das Gebäude an sich „gibt es zwei mögliche Grundvarianten“, sagt Kirsten Schönherr. „Entweder, wie renovieren und verschönern das Gebäude so, wie es ist – oder wir reißen einen Teil weg und bauen diesen neu“, erklärt sie. Welche Variante die BWB wählt, hänge auch davon ab, was der künftige Marktbetreiber wünsche.

„Wenn wir die große Lösung wählen, also einen Gebäudeteil abreißen, ist die Idee, dass der neue Markt erst einmal in das Gebäude einzieht, wie es jetzt gerade ist – und erst dann auszieht, wenn die Bagger anrücken“, berichtet sie. In diesem Fall wäre der Markt vielleicht für zwei oder drei Wochen geschlossen. Denn dann würden Planungen nötig, die Aufträge müssten ausgeschrieben werden. Das brauche Zeit. Werde das Gebäude nur in kleinerem Rahmen aufgefrischt, werde damit direkt nach dem Auszug des jetzigen Edeka-Marktes begonnen. Der neue Marktbetreiber würde dann erst später einziehen. Mitte Juni soll dazu eine Entscheidung fallen.

Verkaufszelt könnte Behelfslösung sein

Wegen der Baumaßnahmen sorgen sich die Anwohner des Allendeviertels vor einer Versorgungslücke. Dafür arbeite die BWB gemeinsam mit dem möglichen künftigen Betreiber an einer Lösung, berichtet Kirsten Schönherr. „Der mögliche neue Betreiber weiß, dass den Leuten die Nahversorgung wichtig ist“, sagt sie. Er zeige sich offen gegenüber einer Behelfslösung, wie einem Verkaufszelt.

Dass den Anwohnern der Markt genau an jenem Ort wichtig ist, hatten sie bereits im Februar mitgeteilt. Vor allem, weil viele ältere Leute in dem Viertel leben, sei es wichtig, das Einkaufsangebot zu erhalten. Die nächsten Märkte seien zu weit weg für Leute, die nicht mehr gut zu Fuß unterwegs sind. Außerdem sei der Markt auch nicht bloß eine Einkaufsmöglichkeit, sondern Treffpunkt in dem Viertel. „Wenn der Markt zu ist“, sagt Klaus Müller, „bedeutet das versorgungstechnisch eine riesige Lücke.“

Und wenn der Markt nun früher schließt? Gibt es in den anderthalb bis zwei Monaten eine Versorgungslücke? „Wir wissen das auch alles erst seit ein paar Tagen“, sagt Kirsten Schönherr. „Aber wir suchen gerade einen Bäckerwagen – und wollen herausfinden, ob der neue Betreiber auch schon eher verkaufen könnte.“ Sicher sei das noch nicht. „Aber wir bemühen uns, das hinzubekommen.“

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