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Erneut Brandanschlag auf Hentschke Bau

Am Donnerstagmorgen wurde auf einer Baustelle in Leipzig ein Bagger in Brand gesteckt. Ein Bekennerschreiben deutet auf linksextreme Täter hin.

Bereits im November 2019 kam es zu einem Brandanschlag auf das Gelände der Firma Hentschke Bau in Bautzen.
Bereits im November 2019 kam es zu einem Brandanschlag auf das Gelände der Firma Hentschke Bau in Bautzen. © Archivfoto: LausitzNews.de/Jens Kaczmarek

Leipzig. Erneut haben mutmaßlich linksextreme Täter einen Brandanschlag auf eine Baustelle der Firma Hentschke Bau verübt. Wie das Landeskriminalamt Sachsen mitteilte, brannte am Donnerstagmorgen ein Bagger auf einer Baustelle des Unternehmens im Leipziger Stadtteil Sellerhausen-Stünz.

Nach einer ersten Einschätzung geht das LKA von Brandstiftung aus. Die Soko LinX übernahm die Ermittlungen. Unmittelbar nach der Tat wurde auf der Internetplattform Indymedia ein kurzes Bekennerschreiben veröffentlicht, das auf einen linksextremen Täterkreis schließen lässt.

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Es ist der zweite Brandanschlag auf Fahrzeuge der Firma, der sich innerhalb kurzer Zeit in Leipzig ereignet hat. In der Nacht zum 25. September brannte im Stadtteil Anger-Crottendorf ein Bagger vollständig aus. Am Donnerstag traf es nach Angaben des Unternehmens einen Mini-Bagger. Der Schaden beträgt rund 70.000 Euro.

Es ist der insgesamt sechste Brandanschlag auf Hentschke Bau. So wurde 2019 in Zwickau auf der Baustelle für ein neues Gefängnis Feuer gelegt, im November desselben Jahres wurden auf dem Bautzener Firmengelände zwei Fahrzeuge in Brand gesteckt, wenig später brannte in Dresden ein VW Caddy der Firma.

Einen weiteren Vorfall gab es Anfang dieses Jahres in Dresden: Auf einer Baustelle an der Augustusbrücke wurde eine Hebebühne beschädigt. Auch zu einem Teil dieser Taten bekannte sich eine linksextreme Gruppe.

Tatverdächtige wieder frei

Auf der Suche nach den Tätern hatten das Landeskriminalamt und die zuständigen Staatsanwaltschaften jeweils 30.000 Euro Belohnung ausgesetzt. Im September nahm die Polizei zwei Tatverdächtige fest. Beide wurden jedoch vor wenigen Tagen aus der U-Haft entlassen. Das Landgericht Dresden hob die Haftbefehle gegen die 22 und 23 Jahre alten Männer auf, da kein dringender Tatverdacht bestehe.

Nach dem aktuellen Vorfall erklärte das Unternehmen: "Wir lassen uns weder einschüchtern noch aufhalten." Zwar sei es erneut nur bei einem Sachschaden geblieben. "Dennoch sind die Anschläge perfide und eine Bedrohung auch für die Mitarbeiter." Auf deren Schutz liege das Hauptaugenmerk bei der Aufarbeitung.

Der Bautzener Landtagsabgeordnete Marko Schiemann (CDU) verurteilte den Anschlag auf das Schärfste: „Es ist ein Anschlag auf die Grundwerte unserer Gesellschaft." Die Grenze zum Linksterrorismus sei erreicht, er erwarte endlich Ermittlungserfolge von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Hentschke Bau errichtet in Leipzig insgesamt sieben Eisenbahnüberführungen für die Deutsche Bahn AG. "Zu Verzögerungen auf der Baustelle kommt es durch den Brand nicht", teilt das Unternehmen mit.

Zu dem mutmaßlichen Brandanschlag am 19. November in Leipzig sucht die Polizei Zeugen, die im weiteren Bereich um den Tatort verdächtige Personen und Fahrzeuge gesehen haben. Hinweise an die Kriminalpolizei, Dimitroffstraße 1 in 04107 Leipzig, Telefon 0341 96646666.

Der Beitrag wurde am 19. November, 16 Uhr, ergänzt.

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