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Neuauflage für Sachsens jüngstes Klassikfestival

Renommierte Künstler musizieren in sechs Schlössern der Region: Das Kammermusikfest findet 2021 erstmals in der gesamten Oberlausitz statt.

Von Miriam Schönbach
 4 Min.
Der international bekannte Bratschist Nils Mönkemeyer ist 2021 beim Kammermusikfest Oberlausitz zu Gast.
Der international bekannte Bratschist Nils Mönkemeyer ist 2021 beim Kammermusikfest Oberlausitz zu Gast. © Irène Zandel

Bautzen. Das Kammermusikfest Oberlausitz geht in die zweite Runde: Nach der Premiere im vergangenen Jahr werden vom 10. bis zum 17. September erneut international bekannte Künstler in den Schlössern und Kirchen der Region musizieren. Wie Intendant Hagen Lippe-Weißenfeld sagt, wird dabei erstmals die gesamte Oberlausitz zum Kammermusikland. „Wir freuen uns sehr, dass es gelungen ist, nach dem Landkreis Bautzen nun auch den Kreis Görlitz einzubinden: mit zwei besonders strahlkräftigen Schlössern in Königshain und Berthelsdorf ."

Das Publikum darf sich so auf sieben Konzerte in sechs Schlössern und Kirchen freuen. 30 renommierte Künstler kündigt der Intendant an, darunter den erfolgreichen Bratschisten Nils Mönkemeyer, Nikolai-Kantor Lucas Pohle und das Thüringer Bach Collegium.

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Passend zur Zeit nach Corona heißt das Festivalmotto in diesem Jahr "Begegnungen". Künstlerisch soll es für musikalische Entdeckungsreisen stehen. Der Intendant verspricht selten aufgeführte Kompositionen - "musiziert von außergewöhnlichen Künstlern in ganz unterschiedlichen Ensembles.

Familiäre Wurzeln in Baruth

Wie schon im Vorjahr findet die Eröffnung des Musikfestes in der Kirche in Baruth statt. Mit dem Dorf der Gemeinde Malschwitz verbindet Festivalintendant Hagen Lippe-Weißenfeld die eigene Familiengeschichte. Sein Ur-Großvater Clemens Prinz zur Lippe-Weißenfeld (1860-1920) gehörte das Rittergut in Baruth.

Regelmäßig macht der 45-jährige Kulturmanager, der in der Nähe von Düsseldorf lebt, deshalb Abstecher in die Heimat seiner Vorfahren. Dort entstand auch die Idee für das Kammermusikfest. Ein erfolgreiches Benefizkonzert für die neuen Glocken der Kirche gab vor zwei Jahren den Anstoß dafür. Rund 100 ehrenamtliche Helfer unterstützen mittlerweile das Projekt. Seine besondere Farbe sind kleine Ensembles, die in den zahlreichen Schlössern der Oberlausitz spielen. "Kulturhistorische Perlen“ nennt der Intendant die Aufführungsorte.

Das Eröffnungskonzert 2021 gestaltet das Thüringer Bach Collegium mit dem rumänischen Geiger und Konzertmeister Florin Iliescu sowie Nikolai-Kantor Lucas Pohle an der Orgel. Auch der Schlusstakt des Festivals erklingt in Baruth. Der international gefeierte Bratschist Nils Mönkemeyer wird das Festival dort gemeinsam mit dem Barockensemble „l’arte del mondo“ ausklingen lassen.

Führungen durch Bechstein-Manufaktur

Ein weiterer Höhepunkt aus Sicht des Intendanten ist das Konzert der schweizerischen Pianistin Ariane Haering und der kosovarisch-österreichischen Pianistin Ardita Statovci in der Kulturscheune des Zinzendorf-Schlosses Berthelsdorf an zwei Bechstein-Flügeln. Passen dazu werden zwei Führungen durch die Klavier- und Flügelmanufaktur C. Bechstein in Seifhennersdorf angeboten.

Dem musikalischen Nachwuchs ist ein Konzert auf Schloss Kuppritz - östlich von Bautzen - gewidmet: Der Abiturjahrgang des Dresdner Kreuzchores ist dort zur Musikakademie zu Gast. Eigentümer Sebastian Flämig war einst selbst Kruzianer. Im Barockschloss Oberlichtenau gastieren Sachsens Bundespreisträger beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ gemeinsam mit den Preisträgerinnen des renommierten Carl-Bechstein-Klavierwettbewerbs, Adele-Marie Schäfer und Wilhelmine Freytag.

Vorverkauf beginnt im März

Eine weitere Facette des Kammermusikfests ist die Einbindung lokaler Künstler. 2021 treten auf Schloss Milkel Streichquartette des Sorbischen National-Ensembles und der Staatskapelle Weimar auf. Auf Schloss Gröditz wird ein Sonderkonzert als Beitrag zum Festjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" zu erleben sein, unter anderem mit einem Klavierquintett des aus Polen stammenden, jüdischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg.

Der Vorverkauf zum Einheitspreis von 15 Euro pro Karte beginnt voraussichtlich im März. Außerdem werden bei den Konzerten Spenden für die Fortsetzung von Projekten an den Veranstaltungsorten gesammelt. 2020 kamen so zum Beispiel Gelder für die Sanierung der Eule-Orgel in der Baruther Kirche, für die Erneuerung des Holzfußbodens in Schloss Kuppritz und für ein neues Bewässerungssystem im Schlosspark von Milkel zusammen.

Die erste Auflage mit sechs Konzerten besuchten 650 Musikbegeisterte, zum Teil mit weiten Anreisewegen aus ganz Deutschland. „Das große Besucherinteresse im vergangenen Jahr zeigt, welche Anziehungskraft die Oberlausitz als geschichtsträchtiger Kulturraum besitzt", sagt Hagen Lippe-Weißenfeld. Aus seiner Sicht lebt das Festival von seiner familiären und bodenständigen Atmosphäre. "Es wird daher auch 2021 beste touristische Werbung für die Landkreise Bautzen und Görlitz sein.“

www.kammermusikfest-oberlausitz.de

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