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Sie schreiben Sachsens beste Schülerzeitung

Mit Top Secret landeten die Schülerredakteure aus Sohland auf dem ersten Platz. Das ist das Geheimnis der jungen Medienmacher.

Paula Zeckel, Kim Ertel und Helena Siebold (v.l.) gehören zur Redaktion der Schülerzeitung der Sohlander Oberschule. In Top Secret behandeln sie alle möglichen Themen - von der langen Schlange an der Essensausgabe bis zur globalen Politik.
Paula Zeckel, Kim Ertel und Helena Siebold (v.l.) gehören zur Redaktion der Schülerzeitung der Sohlander Oberschule. In Top Secret behandeln sie alle möglichen Themen - von der langen Schlange an der Essensausgabe bis zur globalen Politik. © SZ/Uwe Soeder

Sohland. Warum sich in der Mittagszeit vor der Essensausgabe lange Schlangen bilden; worin der Nachteil darin liegt, dass sich die Spinde im Kellergeschoss befinden und was eigentlich Greta Thunberg während der Corona-Pandemie gemacht hat - über all diese Themen informiert die aktuelle Ausgabe der Top Secret. Hinter diesem geheimnisvollen Namen verbirgt sich die Schülerzeitung der Gerhart-Hauptmann-Schule in Sohland.

Gar nicht mehr geheim ist, dass das Blatt, das etwa viermal im Jahr erscheint, kürzlich mit dem Jugendjournalismuspreis als beste Schülerzeitung einer Oberschule innerhalb Sachsens ausgezeichnet wurde. Ein Pokal in einem Unterrichtsraum im Dachgeschoss der Schule zeugt davon - genaugenommen sogar zwei, denn bereits im vergangenen Jahr hat Top Secret von sich reden gemacht. Damals noch durch den zweiten Platz beim Jugendjournalismuspreis.

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Antje Worm, die Betreuerin des Ganztagsangebotes, deutet auf die beiden zierlichen Federn mit der zurückhaltenden Gravur: "Wir haben uns beide Pokale genau angesehen. Einen Unterschied haben wir nicht gefunden." Während sie das sagt, ist hinter ihrer Maske ein Schmunzeln zu erkennen. Denn um die Auszeichnung geht es den insgesamt fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schülerzeitung und ihrer betreuenden Lehrerin nur am Rande.

Altes Konzept wurde neu aufgelegt

Die Top Secret gibt es schon lange. Bereits unter dem ehemaligen Lehrer Reinhard Knüppel, der das Projekt seinerzeit ins Leben gerufen hatte, habe die Zeitung unzählige Preise eingeheimst, erinnert sich Antje Worm. Dann sei die Arbeit der Schülerredaktion über längere Zeit eingeschlafen. Seit 2017 erscheint die Top Secret wieder unter dem bekannten Namen - und knüpft an alte Erfolge an. Die damit verbundenen Prämierungen sind aber für das junge Redaktionsteam nur ein Nebeneffekt.

Strahlende Sieger: Die fünfköpfige Redaktion besteht aus Anna Bluhm, Paula Zeckel, Helena Siebold, Lilly Ertel (hinten, v.l.n.r.) und Chefredakteurin Kim Ertel (vorn).
Strahlende Sieger: Die fünfköpfige Redaktion besteht aus Anna Bluhm, Paula Zeckel, Helena Siebold, Lilly Ertel (hinten, v.l.n.r.) und Chefredakteurin Kim Ertel (vorn). © privat

"Dass wir Auszeichnungen bekommen, ist mir nicht so unfassbar wichtig", macht Chefredakteurin Kim Ertel klar. Die 16-Jährige leitet die kleine Redaktion, die sich aller zwei Wochen zum gemeinsamen Planen, Recherchieren und Schreiben trifft, seit mehreren Jahren - hat in dieser Funktion auch die Prämierung mit dem zweiten Platz miterlebt. Viel wichtiger als die Platzierung sei ihr das Feedback, das mit der Teilnahme am Wettbewerb verbunden sei: "Wir haben von der Jury eine Bewertung bekommen", sagt Kim Ertel. Die nahmen die Jung-Journalisten als Ansporn, um den Inhalt ihrer Zeitung zu verbessern.

"Als wir im vergangenen Jahr den zweiten Platz belegt haben, wurde uns zum Beispiel der Hinweis gegeben, dass wir weniger eine Schulchronik erstellen sollen, sondern mehr solche Themen behandeln, die die Jugendlichen interessieren - in der Schule, aber auch darüber hinaus", erklärt Kim Ertel. Auch zu Layout und Schreibstil hätten sie wertvolle Hinweise bekommen. An die Tipps jener Profis aus der Medienbranche, die die Wettbewerbsjury bildeten, hielten sich die jungen Zeitungsmacher - und wetteifern dank ihres Sieges in diesem Jahr nun um die bundesweite Auszeichnung als beste Schülerzeitung einer Oberschule mit.

Vom Preisgeld gibt's ein Essen und einen Workshop

Hinter den Kulissen von Top Secret geht es dabei gar nicht so viel anders zu als in professionellen Medienhäusern. Die zwölfjährige Helena erklärt: "Wir treffen uns, um die Themen zu besprechen - das kann alles sein, worüber wir so nachdenken. Die teilen wir dann untereinander auf und klären zum Beispiel, wer ein Interview mit einem Lehrer macht."

Sobald die Texte stehen, ist es an Kim Ertel, die Zeitung zu vollenden. Sie kümmert sich um das Layout, sorgt dafür, dass jede Ausgabe ein unverwechselbares Titelbild bekommt - und muss ihre Redakteure manches Mal zur pünktlichen Abgabe ihrer Texte ermahnen. "Es ist ziemlich nervig, wenn man den Leuten hinterherrennen muss", sagt sie. Um kurz vor Redaktionsschluss trotzdem die Ruhe zu bewahren, würden dann nur noch Kekse und Pfannkuchen helfen.

In Schmackhaftes wollen die Redaktion und Betreuerin Antje Worm übrigens auch die 500 Euro Preisgeld investieren, die sie für ihren ersten Platz ausgezahlt bekommen haben - sie wollen essen gehen. "Das soll schon was Exklusiveres werden als die Dönerbude um die Ecke", verspricht Antje Worm.

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Und noch etwas wollen sie sich von dem Preisgeld gönnen: Gemeinsam haben sie einen Workshop zum Thema "Medien machen" gebucht. Dort, sagt Antje Worm, werde den Schülerinnen und Schülern das journalistische Handwerkszeug noch einmal nähergebracht. Und dann klappt es vielleicht auch beim nächsten Mal mit der Auszeichnung.

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