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Budissa geht im Derby beim FC Oberlausitz unter

Aufsteiger kassiert 2:6-Schlappe in Neugersdorf. Bischofswerda holt Punkt gegen Krieschow. Stendal klagt gegen verkürzte Saison in der Fußball-Oberliga.

Von Jürgen Schwarz
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Kevin Bönisch (rechts) vom FC Oberlausitz Neugersdorf erzielt in dieser Szene das 1:0 im Spiel gegen Bautzen.
Kevin Bönisch (rechts) vom FC Oberlausitz Neugersdorf erzielt in dieser Szene das 1:0 im Spiel gegen Bautzen. © Florian Richter

Neugersdorf. In der Fußball-Oberliga Süd läuft alles auf einen Titel-Zweikampf zwischen Rot-Weiß Erfurt (45 Punkte) und dem VFC Plauen (44) hinaus. Das Spitzenduo feierte am 22. Spieltag Kantersiege. Erfurt siegte in Martinroda mit 5:0, Plauen in Zorbau mit 7:0. Der Straffeldritte VfB 1921 Krieschow hat nach dem 1:1 (1:1) in Bischofswerda bereits zehn Punkte Rückstand auf die Spitze.

Budissa Bautzen (4.) erwischte beim Derby vor 268 Zuschauern in Neugersdorf keinen guten Tag und ging mit 2:6 (2:2) unter. Vor der Pause traf ausgerechnet Kevin Bönisch doppelt für den FC Oberlausitz. Der 27-Jährige stand zwischen 2017 und 2019 in der Regionalliga in Bautzen unter Vertrag. Konnten die Gäste vor der Pause durch Steve Schröder und Norman Kloß, der einen Eckball direkt verwandelte, jeweils noch ausgleichen, so brachen bei den Spreestädtern zwischen der 69. und 79. Minute alle Dämme. Tom Keil, Manuel Seibt, Colin von Brezinski und Robby Goltzsch überwanden Budissas Keeper Martin Zoul noch viermal.

Beide Trainer waren sich einig, dass der Derby-Sieg der Neugersdorfer zu hoch ausgefallen, aber völlig verdient war. „Sie waren an diesem Abend einfach griffiger, präsenter in den Zweikämpfen und wollten diesen Sieg unbedingt einfahren“, analysierte Budissas Trainer Stefan Richter. „Aus der Kabine kommen wir mit viel Elan, haben zwei, drei richtig gute Chancen, machen aber das dritte Tor nicht. Fällt das 3:2 für uns, geht die Partie sicher anders aus.“

FCO-Coach: "Bautzen hätte das 3:2 machen müssen"

Das Resümee von FCO-Coach Stefan Fröhlich, der aufgrund einer Rot-Sperre nicht in der Coaching-Zone zu finden war, fiel ähnlich aus: „Wir stecken mitten im Abstiegskampf, da muss ich diese Aggressivität von meinen Spielern erwarten. Bautzen hätte das 3:2 machen können, vielleicht sogar müssen. Wer weiß, wie das Spiel danach gelaufen wäre. So aber haben wir konsequent unsere Möglichkeiten genutzt und am Ende einen verdienten Sieg gefeiert.“

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In Bischofswerda ging es für die personell dezimierten Gastgeber nicht gut los, denn Krieschow führte schon nach 180 Sekunden mit 1:0. Leo Felgenträger traf vor 123 Zuschauern in der Volksbank-Arena ins Schwarze. Danach drückte der Staffeldritte, angeführt vom torgefährlichen Kapitän Andy Hebler und dem ehemaligen bulgarischen Nationalspieler Dimitar Rangelov (39), auf das 2:0.

Die Schiebocker, mit Debütant Florian Ebert in der Startelf, überstanden die Phase ohne weiteren Schaden und fanden zunehmend besser ins Spiel. In der 35. Minute verwandelte Steve Zizka einen Foulelfmeter zum 1:1, den VfB-Schlussmann Fritz Pflug an Bruno Schiemann verwirkt hatte. Nach dem Wechsel agierten beide Teams mit offenem Visier, wobei der BFV durch die eingewechselten Jiri Valenta und Martin Sobe sowie zweimal Zizka durchaus Chancen zum ersten Punktspielsieg in diesem Jahr verzeichnete.

Oberliga absolviert nur 33 anstatt 38 Spieltage

Am Ende ein Remis, mit dem beide Mannschaften leben konnten. „Es war ein intensives und rassiges Spiel. Meine Jungs haben sich voll reingehauen“, meinte BFV-Trainer Frank Rietschel. „Wir wollten den Dreier, aber Krieschow hat eine sehr spielstarke und erfahrene Mannschaft. Leider fällt uns im nächsten Spiel Leo Ben Hahn nach der fünften Gelben Karte aus.“

Gespielt werden nur 33 der 38 Oberliga-Spieltage, weil sich die Mehrheit der Vereine gegen komplette Mittwoch-Spieltage ausgesprochen hatte. Jetzt aber hat Lok Stendal aus der Nord-Staffel mithilfe einer Anwaltskanzlei beim Sportgericht des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) Beschwerde gegen diese Festlegung eingelegt. Neben dem sportlichen Einschnitt geht es den Altmärkern auch um finanzielle Aspekte. In der Süd-Staffel „verliert“ beispielsweise Bautzen sein Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt, das man in der Spreestadt durchaus als Zuschauer-Magnet einordnen konnte. Ähnlich geht es den Bischofswerdaern, die am 35. Spieltag den FCO zum Prestigeduell empfangen hätten.

Am kommenden Wochenende steht der 23. Spieltag an. Bautzen ist am Samstag ab 14 Uhr der Gastgeber für Union Sandersdorf. Das Hinspiel hatten die Spreestädter nach turbulenten 90 Minuten mit zwei Gelb-Roten Karten für Sandersdorf mit 4:2 gewonnen. Die Schiebocker sind zur gleichen Zeit beim Tabellenzweiten im Plauener Vogtlandstadion zu Gast. Das erste Aufeinandertreffen endete 2:2. Die Neugersdorfer reisen am Sonntag nach Arnstadt.

Bautzen: Zoul – Patka, Schröder, Jockusch, Hentsch (69. Weska), Hentschel (37. Nathe), Käppler, Kloß (54. Hanisch), Noack (69. Voigt), Hagemann, Henzl (69. Rülicke).

Bischofswerda: Kycek – Fromm, Hahn (52. Valenta), Cermak, Zizka, Wockatz, Krautschick, Zalaks, Zaldovskis (77. Sobe), Ebert (46. Günther), Schiemann.