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Döbeln

Besser trödeln als wegschmeißen

Auf einem kleinen privaten Flohmarkt bietet Corinna Merkel ausrangierten Hausrat an. Damit trifft sie den Nerv der Roßweiner.

Corinna Merkel hilft ihrer Mutter bei der Auflösung des Haushaltes und hat einen Flohmarkt organisiert.
Corinna Merkel hilft ihrer Mutter bei der Auflösung des Haushaltes und hat einen Flohmarkt organisiert. © Dietmar Thomas

Roßwein. Plüschfiguren, Kaffeegedecke noch in der Verpackung, Handtaschen, Geschirrtücher, Emaille-Töpfe, Videokassetten, Bücher... Vor dem Haus an der Gartenstraße 26 sieht es zurzeit ein bisschen wild aus. Corinna Merkel hat vor ihrem Elternhaus einen kleinen Flohmarkt organisiert.

Die 39-Jährige ist seit vielen Jahren in Baden-Württemberg zu Hause. Aufgewachsen ist sie aber in Roßwein, wo sie gerade ihre Mutter an der Gartenstraße 26 besucht. „Ich helfe beim Ausräumen“, sagt Corinna Merkel. Das Haus soll verkauft werden.

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Zu schade zum Entsorgen

„Noch drängt die Zeit nicht, aber wir fangen langsam an, alles, was nicht mehr gebraucht wird, auszuräumen, damit es am Ende nicht so viel wird“, sagt die 39-Jährige. Der Aufwand, die Artikel einzeln im Internet zu verkaufen sei ihr zu groß gewesen. Das Inventar einfach wegschmeißen, wollte sie aber auch nicht. Deshalb kam ihr die Idee, einen kleinen Flohmarkt aufzubauen.

Am Dienstag stellte sie die ersten Utensilien vor die Haustür. Inzwischen ist schon einiges abgeholt worden. „Dass das Feedback so groß ist, hätte ich gar nicht gedacht“, so Corinna Merkel.

Kleine Spende für die Sparbüchse

Das große Geld machen will die ehemalige Roßweinerin damit nicht. „Aber wir freuen uns über eine kleine Spende, wenn jemand etwas mitnimmt. Das Geld bekommen die Kinder für die Sparbüchse“, sagt die Mutter zweier Mädchen.

Die „Kasse des Vertrauens“ – eine Spardose – steht zwischen den Utensilien. Die Bereitschaft, etwas zu spenden sei sehr unterschiedlich. „Manche sind sehr großzügig, andere geben gar nichts“, so Corinna Merkel. Letzteres sei aber auch überhaupt nicht schlimm. „Es ist trotzdem schön, wenn einige Dinge noch Verwendung finden. 

Manches ist zwar schon sehr alt, aber trotzdem noch neu, weil unbenutzt“, sagt sie. Wegwerfen könne man das, was nicht mitgenommen wird, immer noch.

Kleine DDR-Schätze sind dabei

Zu finden sind in den Utensilien auch noch etliche „DDR-Schätzchen“, etwa ein Satz Plastik-Kompottschüsseln in Kristalloptik, den es wohl früher fast in jedem DDR-Haushalt gab. Auch Kleinmöbel stellt Corinna Merkel mit hinaus.

Angebot steht bis Sonntag

Bis Sonntag will sie den Flohmarkt noch durchziehen. Das Angebot wird ständig aktualisiert. „Wenn wir etwas finden, stellen wir es mit vor die Tür.“ Nur bei Regen wird der Trödel schnell reingeholt.

Mit 16 Jahren hat Corinna Merkel wegen der Ausbildung Roßwein verlassen und ist in Baden-Württemberg geblieben. „23 Jahre ist das nun schon her“, sagt sie. Zurückkommen will sie nicht. „Mittlerweile haben wir uns in der neuen Heimat eingerichtet und unseren Freundeskreis aufgebaut“, erzählt sie. Die neunjährige Tochter besucht dort die Schule.

Immer wieder gerne kommt sie trotzdem in die Muldenstadt zurück, in der sie ihre Kindheit verbracht hat. „Auf die Klassentreffen freue ich mich immer ganz besonders“, so die 39-Jährige.

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