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Biber stresst die Feuerwehr

Das geschützte Tier legt eine Staustelle für Löschwasser lahm. Die Kameraden müssen sich etwas einfallen lassen.

Von Frank Korn
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Das ist nicht der Zschaitzer Biber. Aber einer seiner Artgenossen hat in Goselitz einen Damm gebaut. Dadurch gibt es an der Löschwasserentnahmestelle kaum noch Wasser.
Das ist nicht der Zschaitzer Biber. Aber einer seiner Artgenossen hat in Goselitz einen Damm gebaut. Dadurch gibt es an der Löschwasserentnahmestelle kaum noch Wasser. © dpa

Zschaitz-Ottewig. Die Feuerwehrleute der Gemeinde Zschaitz-Ottewig sorgen sich um die Bereitstellung von Löschwasser. „An der Löschwasserentnahmestelle in Goselitz läuft kaum noch Wasser in der Jahna“, sagte Ronny Gribowski bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Er ist zugleich in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Der Biber habe einen Damm gebaut, der das Wasser oberhalb der Entnahmestelle anstaue, so Gribowski.

„Die Jahna ist für den Biber offenbar zum Wohlfühlgebiet geworden“, sagte Bürgermeister Immo Barkawitz (parteilos). Schon zu Anfang des Jahres hatte er festgestellt, dass die Biber mehrere Dämme zwischen Trebanitz und Zschaitz angelegt haben. Bei einer Begehung mit der Unteren Naturschutzbehörde wurde aber keine akute Gefahr erkannt. An der Entnahmestelle in Goselitz wird im Brandfall an der Brücke ein Wehr abgelassen, sodass sich das Wasser im Bach staut. Doch wenn kaum noch Wasser durchfließt, dann nützen selbst die besten Hilfsmittel nichts.

Für die Feuerwehr stellt sich der Biberbau allerdings als Problem dar. Der Biber habe durch den Dammbau 200 Meter flussaufwärts praktisch eine neue Entnahmestelle geschaffen, die von der Feuerwehr auch nutzbar wäre. Jedoch sind die Tiere streng geschützt und in ihren Lebensraum darf nicht eingegriffen werden. Allerdings dürften die Kameraden im Ernstfall auf das vom Biberdamm angestaute Wasser zurückgreifen. „In diesem Fall herrscht naturschutzrechtlich eine Ausnahmesituation“, versichert Immo Barkawitz. Dennoch bedeutet das für die Feuerwehr einen größeren Aufwand. Sie müsste eventuell eine längere Schlauchstrecke legen und verliert dadurch Zeit.

Nach Aussage von Immo Barkawitz hat die Untere Naturschutzbehörde von dem Goselitzer Damm keine Kenntnis. Immerhin ist aber schon ein Termin anberaumt, bei dem sich Mitarbeiter der Behörde den neuen Damm anschauen.