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Kamenz

Bienenmuseum wird renoviert

Die Arbeiten im Bienen-Museum in Oberlichtenau gehen voran. In diesem Jahr wartet eine Herausforderung auf den Imkerverein.

Daniel Queißer ist Vorsitzende des Oberlichtenauer Imkervereins und freut sich über den perfekten Dielenboden im Bienenmuseum.
Daniel Queißer ist Vorsitzende des Oberlichtenauer Imkervereins und freut sich über den perfekten Dielenboden im Bienenmuseum. © Frank Sühnel

Oberlichtenau. Dass ein paar leere Zimmer schon ein Fortschritt sind, sieht der geneigte Besucher am Fußboden: „Ein Handwerker aus dem Ort hat die alten Dielen an einem Wochenende zum Selbstkostenpreis abgeschliffen und versiegelt, ganz prima, die sehen aus wie neu, sogar besser als neu. Ich hätte nicht gedacht, dass diese alten Bretter noch so gut sind“, freut sich Daniel Queißer. Er ist der Vorsitzende des Oberlichtenauer Imkervereins und damit so gesehen der Chef des Kleinen Bienenmuseum. Seit September läuft die Sanierung der Ausstellungsräume, im Frühjahr soll alles fertig sein. „Wir sind im Zeitplan“, sagt Queißer. 

Während der Besichtigung der Baustelle scheppert sein Telefon, jemand aus der Pulsnitzer Stadtverwaltung ist dran. „Super“, sagt der Imker, nachdem er aufgelegt hat, „das war die Zusage für die Fördermittel zur Fenstersanierung.“ Das ist mit etwa 16.000 Euro der größte Brocken und wäre ohne die Fördergelder über den Dresdner Heidebogen nicht zu stemmen für den Verein. Es sollen auch keine neuen Fenster hinein, die alten sollen, auch aus Denkmalschutzgründen, aufgearbeitet werden. „Die Scheiben sind genauso alt wie das Haus, man sieht an den Wellen und Verwerfungen, dass sie noch nicht industriell hergestellt sind“, erklärt Daniel Queißer.

Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

 Für die alten Holzfenster gibt es in Oberlichtenau einen Experten, den Diplom-Holzrestaurator Robert Döppl. „Ich hoffe, dass er den Zuschlag bekommt, damit die Leistung im Dorf bleibt“, so Queißer. Und die Kosten seien fast die gleichen wie für neue Fenster. Weitere Gelder für die Dachsanierung und die Sanitäranlagen sollen ebenfalls fließen.

Wie die Biene an ihren neuen Stachel kam

Das sind für den Imkerverein aber nicht die vordringlichen Bereiche, denn es geht momentan darum, die Innenräume zu restaurieren und die Ausstellung neu zu gestalten. Die Exponate drängen sich derzeit aufgestapelt im Untergeschoss in einem Raum des Heimatvereines. „Wir teilen uns das Gebäude, der Heimatverein unten, die Imker oben, wobei in Zukunft ein Teil des Untergeschosses gemeinsam genutzt werden wird“, berichtet der Chefimker.

Die nächsten Aufgaben sind die Ertüchtigung der Elektrik und die farbliche Gestaltung der Innenräume. „Wir brauchen zum Beispiel mehr Licht und ein paar mehr Steckdosen, die bisher nur spärlich verteilt sind, um Beleuchtungen für die Vitrinen und einen Flachbildschirm anschließen zu können. Auf dem Bildschirm wollen wir Filme zur Imkerei zeigen“, so Queißer.

Die Räume sollen danach mit einer hellen Grundfarbe versehen und mittels alter Musterwalzen verziert werden. Das große Modell der Biene, die ihren Stachel eingebüßt hatte, wird ebenfalls repariert. „Wir haben in Deutschland zwei Firmen gefunden, die solche Modelle herstellen, und eine hat uns angeboten, wenn wir ein Modell bei ihnen erwerben, unsere Biene neu zu bestacheln.“ Das treffe sich prima, denn der Verein wollte ohnehin ein weiteres Modell anschaffen. Da durch eine Sammelaktion mehr Geld hereinkam als erhofft, sollen auch neue Vitrinen und Regalsysteme her. Damit das alles gelingt, trifft sich der Verein immer, wenn etwas zur Entscheidung anliegt, und es packen viele der rund 50 Vereinsmitglieder in ihrer Freizeit mit an, um alles schick zu machen. Noch in diesem Jahr beginnt „die Phase, wo am meisten Gehirnschmalz reinfließt“, wie Queißer formuliert. Es geht um die museale Konzeption. Damit diese professionell wird, hat der Imkerverein das Museum der Westlausitz in Kamenz mit ins Boot geholt. „Wir werden von den dortigen Museumsmitarbeitern viel Unterstützung erhalten.“