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Kultusminister bringt Zuckertüte nach Grünlichtenberg

Gleich am ersten Schultag kommt Christian Piwarz aus Dresden in die Grundschule bei Kriebstein. Vor Ort unterstreicht er die Öffnung der Schulen trotz Corona.

Christian Piwarz (CDU) überreicht den Erstklässlern in Grünlichtenberg eine Zuckertüte zum Schulanfang.
Christian Piwarz (CDU) überreicht den Erstklässlern in Grünlichtenberg eine Zuckertüte zum Schulanfang. © Elke Braun

Kriebstein. Für Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) ist es schon Tradition, dass er am ersten Schultag ein bis zwei sächsische Grundschulen besucht und den Erstklässlern eine Zuckertüte schenkt. „Das haben meine Vorgänger schon so gemacht“, sagte er. Am Montag war er als Erstes zu Gast in der Grundschule Grünlichtenberg und fuhr anschließend in die Pestalozzi-Grundschule nach Mittweida.

„Was denkt ihr denn, was ein Minister so macht?“, fragte Piwarz die Mädchen und Jungen der 1. Klasse. „Geld verdienen“, rief ein Kind sofort. Dass dem tatsächlich so ist, dementierte Piwarz nicht, im Gegenteil. „Das stimmt“, sagte er. Vor allem aber habe er viele Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu tragen, damit in den Schulen alles klappt“, erklärte er den Kindern.

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Schulleiterin Sindy Melzer, die derzeit in Elternzeit ist, brachte im Gespräch mit Piwarz einige Fragen und Kritikpunkte vor. Sie wünsche sich einen besseren Interessensausgleich mit dem Landesamt für Schule und Bildung (Lasub). Als Beispiel nannte sie den Digitalpakt Schule. „Digitale Tafeln lehnen wir in Abstimmung mit dem Schulträger und den Eltern ab“, sagte sie.

Kultusminister Piwarz: Schulen sollen geöffnet bleiben

Zum einen seien die technischen Voraussetzungen nicht gegeben. „Wir haben kein ausgebautes W-Lan und teilweise fehlen sogar die Steckdosen“, erklärte sie. Vor allem aber sehe sie in der Verwendung der digitalen Technik keinen pädagogischen Mehrwert, im Gegenteil.

„Die Kinder sind zu Hause schon mit viel Technik konfrontiert.“ Die Grundschule habe daher in Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung Kriebstein auf sogenannte Dokumentenkameras gesetzt, die die Seiten aus dem Lehrbuch an die Wand beamen.

Christian Piwarz bestärkte die Schulleiterin in ihrer Meinung. Digitalisierung sei kein Allheilmittel, auch wenn dieses Thema in den weiterführenden Schulen einen anderen Stellenwert einnehme. Der Digitalpakt Schule orientiere sich immer am medienpädagogischen Konzept der Bildungseinrichtung.

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„Bleiben die Schulen offen?“, war eine der letzten Fragen, die Sindy Melzer dem Minister mit Blick auf die Corona-Pandemie stellte. Davon sei auszugehen, so Piwarz. Es werde zumindest keine flächendeckenden Schulschließungen mehr geben. „Die Schulen sind nicht das Problem in der Pandemie und werden es auch nicht sein.“

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Zwar geht der Minister davon aus, dass die Zahl der Fälle mit Beginn des Schuljahres und der damit verbundenen Testpflicht wieder steigen werden. „Die Schüler sind die einzigen, die seriell getestet werden. Da werden auch Infektionen mit leichten oder gar keinen Symptomen entdeckt.“ Reagiert werden müsse aber nur, wenn sich beispielsweise an einer Schule oder in einer Klasse die Infektionen häufen.

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