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Demitz-Thumitz: Das will der neue Bürgermeister

Jens Glowienka spricht im Interview mit Sächsische.de über seinen Wahlsieg, seine Ziele und wie er mit seinem Konkurrenten umgehen will.

Jens Glowienka hat im Interview in der SZ-Redaktion in Bautzen über sein künftiges Amt als Bürgermeister von Demitz-Thumitz gesprochen - mit ausreichend Abstand zum Redakteur.
Jens Glowienka hat im Interview in der SZ-Redaktion in Bautzen über sein künftiges Amt als Bürgermeister von Demitz-Thumitz gesprochen - mit ausreichend Abstand zum Redakteur. © SZ/Uwe Soeder

Demitz-Thumitz. Jens Glowienka (CDU) ist im zweiten Wahlgang neuer Bürgermeister von Demitz-Thumitz geworden. Nachdem er im ersten noch deutlich hinter Benjamin Lange von der Wählervereinigung Demitz-Pohla-Rothnaußlitz lag, hatte er am vergangenen Sonntag 82 Stimmen Vorsprung. Der dritte Kandidat, Einzelbewerber Patrik Eisold, war da nicht mehr angetreten.

Herr Glowienka, herzlichen Glückwunsch zur gewonnenen Wahl. Was denken Sie, wie haben Sie es geschafft, den zweiten Wahlgang für sich zu entscheiden?

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Saubere Hände? Aber bitte richtig!
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Pauschales Desinfizieren kann der Gesundheit schaden. Stattdessen sollte der Fokus auf gründlichem Händewaschen liegen. Welche Mittel dafür geeignet sind.

Der Hauptgrund ist, dass wir viele Leute aktiviert hatten, die nicht zur ersten Wahl gegangen sind. Ich denke, da haben viele für mich gestimmt. Herr Eisold hatte zu meiner Wahl aufgerufen, dafür danke ich ihm und betone dennoch, dass jeder Kandidat für sich selbst entscheidet, ob er nochmal antritt oder nicht. Ich bin persönlich durch die Gemeinde gelaufen, habe mit den Leuten gesprochen und mir angeschaut, was wir machen müssen. Ich finde, das haben die Wähler honoriert.

Wie stark konnten Sie vom Verzicht Patrik Eisolds profitieren?

Ich habe noch keinen getroffen, der im ersten Wahlgang Herrn Eisold gewählt hatte und im zweiten mich, nur, weil es ihm empfohlen wurde. Die Wähler haben entschieden, welcher Kandidat besser zu ihnen passt: Herr Lange oder ich? Und da hat sich die Mehrheit für mich entschieden.

Sie hatten vor der Wahl die Feuerlöschteiche, regelmäßige Grünflächenpflege oder den Umbau von Bushaltestellen als Aufgaben genannt. Viel Geld hat die Gemeinde aber nicht zur Verfügung. Wo soll es denn herkommen?

Das Geld kann nur über Förderungen kommen. Die Gemeinden rund um Bischofswerda haben sich im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes in der Kohleregion zusammengeschlossen und wollen ein gemeinsames Konzept entwickeln, um diese Mittel hier in der Region besser einsetzen zu können. Da steht zum Beispiel der barrierearme Umbau der Bushaltestellen drin. Wichtig ist, alle unsere Gemeinde- und Ortschaftsräte mitzunehmen und gemeinsam etwas zu gestalten.

Das Thema Ortsteile hatten alle drei Kandidaten im Wahlkampf angesprochen. Was wurde in der Vergangenheit versäumt und wie kann man das besser machen?

Demitz-Thumitz ist der zwar größte, aber genauso ein Ortsteil wie Medewitz, Pohla, Stacha und alle anderen. Cannewitz hat eine tolle Gemeinschaft. Familien wollen dort einen zentralen Platz neugestalten. Das ist genauso viel wert wie das Thema Granitdorf in Demitz-Thumitz. Das Wichtige ist, den Menschen nichts überzustülpen, womit sie sich nicht identifizieren können. 

Wie könnte man das „Granitdorf“ besser nutzen, und was hat die Gemeinde noch zu bieten?

Wir leben von der Vielfalt. Demitz-Thumitz hat das Thema Granitdorf, und es ist sehr wichtig, dass es weitergeführt wird, weil wir mit der Steinmetzschule einen überregionalen Anlaufpunkt haben. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal. In Pohla gibt es einen engagierten Dorfklub, der Vorträge zur Geschichte anbietet, und eine der ältesten Kirchen in der Oberlausitz. Die Sportgemeinschaft Rothnaußlitz und der Ortschaftsrat engagieren sich sehr am alten Rittergut und haben jetzt im Park neue Wege angelegt oder wollen die eine Bushaltestelle in Karlsdorf überdachen, damit die Schulkinder dort nicht im Regen stehen. Diese ganzen Initiativen müssen wir an einen Tisch bringen, um mit allen gemeinsam und gleichberechtigt zu beraten.

Vor der Wahl sagten Sie, Demitz-Thumitz soll ein lebenswerter Platz zum Wohnen bleiben. Was ist schon da und was fehlt noch?

Wir haben Kindertageseinrichtungen, eine Tagespflege für ältere Mitbürger, eine Grundschule, die Steinmetzschule mit dem Gästehaus, Spielplätze in allen Ortsteilen, Physiotherapeuten, einen Zahnarzt, die Apotheke, einen Jugendklub, tolle Vereine, aber der Nachwuchs fehlt zum Teil. Diese Angebote müssen präsent sein, zentral bekanntgemacht und erhalten werden. Wir wohnen im Grünen und sind doch zentral. Wir sind in 45 Minuten in Dresden oder Görlitz, in 20 Minuten in Bautzen durch die Nähe zur Autobahn und den Zugverkehr. 

Sie haben gegen Benjamin Lange gewonnen. Er sitzt wie Sie im Gemeinderat. Wie wird die Zusammenarbeit mit ihm aussehen?

Im Wahlkampf ist man Wettbewerber, und danach ist die Sache gelaufen. Was mir sehr wichtig ist: dass man jetzt konstruktiv weiterarbeitet. Ich brauche Herrn Langes Fachwissen als Jurist, und er ist nach wie vor ein wichtiger Teil des Gemeinderats. Der Gemeinderat ist das entscheidende Gremium, nicht der Bürgermeister.

Wann werden Sie Ihr Amt antreten?

Zum 1. Dezember. Mit meinem Arbeitgeber ist alles geklärt. Die bisherige Bürgermeisterin Gisela Pallas und ich werden im November die Amtsübergabe vorbereiten. Sie möchte das Amt sauber übergeben und hat mir ihre Unterstützung angeboten. Diese nehme ich auch gerne an, damit ein nahtloser Übergang möglich ist. Es wird nicht alles anders, weil ein neuer Bürgermeister kommt, sondern wir wollen solide Arbeiten solide fortführen.

Was dürfen die Einwohner von ihrem neuen Bürgermeister erwarten?

Sie dürfen vor allem Bürgernähe erwarten. Man wird mich in der Gemeinde sehen. Es wird auch weiterhin Bürgermeistersprechstunden geben. Die Bürger dürfen auch erwarten, dass ich mit ihnen ehrlich, ruhig und sachlich umgehe. Ich will jeden mitnehmen. In der Sache können wir uns gerne streiten, aber danach ist auch wieder gut.

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