merken
PLUS Bischofswerda

Demitz-Thumitz: Mit dem Schmetterling auf Tour

In der Gemeinde gibt es jetzt einen besonderen Themenweg. Der bietet an 16 Stationen Einiges für Kinder - und darüber hinaus noch mehr.

Gemeindepädagogin Petra Lucas ist die Initiatorin des Hoffnungswegs durch Demitz-Thumitz. Die Schmetterlinge aus Holz sind in der Bischofswerdaer Männerwerkstatt des Altenpflegeheims „Zur Heimat“ entstanden.
Gemeindepädagogin Petra Lucas ist die Initiatorin des Hoffnungswegs durch Demitz-Thumitz. Die Schmetterlinge aus Holz sind in der Bischofswerdaer Männerwerkstatt des Altenpflegeheims „Zur Heimat“ entstanden. © Steffen Unger

Demitz-Thumitz. Dass die Hoffnung in Demitz-Thumitz nicht verloren geht, das hat sich Gemeindepädagogin Petra Lucas von der evangelisch-lutherischen Pfarrgemeinde als Ziel gesetzt. Mit ihrem sogenannten Hoffnungsweg und der Geschichte des Schmetterlings Hope soll das gelingen. Entlang eines rund fünf Kilometer langen Weges durch die Gemeinde wurden insgesamt 16 Stationen aufgebaut. Dahinter steckt eine besondere Motivation.

"Ich mache die Christenlehre hier im Ort, was durch die Pandemie nur eingeschränkt möglich ist. Da haben wir gedacht, dass wir trotzdem ein Angebot für die Familien brauchen, damit sie ein bisschen in Berührung mit der Kirche kommen. Außerdem soll man sich allgemein Gedanken machen können, aber auch Freude soll vermittelt werden", erklärt Lucas im Gespräch mit Sächsische.de.

Anzeige
Vom Hotel bis zur Villa
Vom Hotel bis zur Villa

Ersteigern Sie attraktive Immobilien aus ganz Mitteldeutschland bei den sächsischen Sommer-Auktionen in Dresden und Leipzig.

Wilthener Mutweg war Vorbild

Die Idee für den Weg hatte sie bereits im Februar. Auslöser dafür war ein ähnliches Projekt. "Holger Pötschke aus Wilthen und sein Mutweg haben mich auf die Idee gebracht, so etwas in Demitz-Thumitz auch zu machen", erzählt die Gemeindepädagogin. Also habe sie sich Unterstützung gesucht - und sei schnell fündig geworden.

"Es sind 13 Familien beteiligt, darunter auch katholische und nichtgläubige Familien. Wir kennen uns nur durch die WhatsApp-Gruppe, die durch das Projekt entstanden ist", erzählt Lucas. In naher Zukunft möchten sie sich aber auch persönlich kennenlernen, aktuell sei das jedoch aufgrund der Kontaktbeschränkungen quasi unmöglich.

So sieht eine Station an der Kirche in der August-Bebel-Straße in Demitz-Thumitz aus.
So sieht eine Station an der Kirche in der August-Bebel-Straße in Demitz-Thumitz aus. © Steffen Unger

So kümmert sich bislang jede Familie individuell um die Pflege ihrer persönlichen Station. "Manche haben sogar ein Dach gebaut, um sie bei schlechtem Wetter zu schützen", sagt Petra Lucas. An den einzelnen Stationen gibt es Unterschiedliches zu entdecken.

"Zum Beispiel gibt es einen Schmetterling aus Wolle, wo jedes Kind ein Stück mitbasteln kann. Dadurch wird der Schmetterling richtig bunt, und alle können dazu beitragen", erklärt die Gemeindepädagogin.

In einem abgetrennten Bereich ihres eigenen Gartens hat sie die Station mit dem Titel Hoffnungslosigkeit gestaltet. "Ich denke, wenn man sich mit dem Gegenteil beschäftigt, wird manches klarer. Da gibt es einen Tunnel, wo man durchgehen und darüber nachdenken kann, ob man sich nach Licht sehnt und welche Bedeutung das für einen persönlich hat", sagt Lucas.

Online-Plattforum mit zusätzlichem Angebot

Auch ein Lied über den Schmetterling Hope, der an jeder einzelnen Station thematisiert wird, hat sie geschrieben. Dieses ist auf einer speziellen Internetplattform über den Hoffnungsweg abrufbar, die gleich mehrere Ziele verfolgt.

"Das sogenannte Padlet bietet so viele Möglichkeiten, um die Nachmittage der Kinder zu gestalten. Die Eltern rufen sich die Seite auf und obwohl sie den Weg schon gegangen sind, finden sie dort so viele Ideen, was sie mit den Kindern zu Hause machen können", erzählt Christiane Marks, die als Erzieherin arbeitet und am Hoffnungsweg mitgewirkt hat.

Erzieherin hat das Begleitheft geschrieben

In den Osterferien ist sie den Weg selbst gemeinsam mit Hortkindern gegangen. "Da hat man nicht nur den Spaß dahinter gemerkt, sondern die Kinder setzen sich auch mit kritischen Themen auseinander und hinterfragen", erzählt Marks. Denn auch Klimaschutz oder das drohende Aussterben von bestimmten Tierarten wird auf dem Hoffnungsweg thematisiert.

"Die Kinder haben im Anschluss ihre eigenen Hopes gemalt und waren ganz fasziniert", betont Christiane Marks, die für das Projekt etwas ganz Wichtiges beigetragen hat. "Ich habe das Begleitheft geschrieben und die Geschichte des Schmetterlings erfunden."

Dass das gesamte Projekt ankommt, zeige das Feedback von Besuchern. "Jeder, den man an den Stationen trifft, hofft auf eine Fortsetzung", freut sich Marks. Dass der Hoffnungsweg nicht der letzte seiner Art in Demitz-Thumitz sein wird, sei deshalb klar.

Was ist heute im Landkreis Bautzen wichtig? Das erfahren sie täglich mit unserem kostenlosen Newsletter. Jetzt anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bischofswerda