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Weifa: Hilferuf der Rennfahrer

Der Autocrossverein VLG Racing steht vor der Auflösung, denn ihm fehlt eine neue Bleibe. Dabei gab's eigentlich schon eine Lösung.

Der neue Rennwagen des Autocrossvereins VLG Racing aus Weifa befindet sich im Aufbau. Für Jürgen Thomas, Marcel Burkhardt (von rechts) und die anderen Vereinsmitglieder macht das allerdings nur Sinn, wenn sie einen neuen Standort finden.
Der neue Rennwagen des Autocrossvereins VLG Racing aus Weifa befindet sich im Aufbau. Für Jürgen Thomas, Marcel Burkhardt (von rechts) und die anderen Vereinsmitglieder macht das allerdings nur Sinn, wenn sie einen neuen Standort finden. © SZ/Uwe Soeder

Steinigtwolmsdorf. Der Autocrossverein VLG Racing aus dem Steinigtwolmsdorfer Ortsteil Weifa braucht dringend eine Lösung. „Wenn wir keine neue Unterkunft finden sollten, müssen wir den Verein wahrscheinlich auflösen“, sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Marcel Burkhardt.

Derzeit haben die rund 15 Mitglieder noch eine Werkstatt mit Hebebühne und einen kleinen Vereinsraum an der Hauptstraße und das schon seit rund 13 Jahren. Doch ihr Vermieter hat ihnen wegen Eigenbedarfs gekündigt - zum 31. August dieses Jahres. „Zum Glück ist er sehr kulant und hat uns mehr Zeit eingeräumt“, erklärt Marcel Burkhardt.

Der Verein solle neue Räume finden und in Ruhe umziehen, hieß es. Nur wohin? Autocrosser Jürgen Thomas erzählt, dass der Verein bereits im Januar bei der Gemeinde wegen des Themas vorgesprochen habe. Es sei zugesichert worden, eine Lösung zu finden. Rund elf Monate später fehle die aber immer noch.

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Mehrzweckhalle? Gemeinde meldet Eigenbedarf an

Dabei sei man jetzt so kurz davor gewesen, sagt Marcel Burkhardt. „Wir sollten einen Teil der Mehrzweckhalle bekommen. Das war fast dingfest.“ Die Feuerwehr sei einverstanden gewesen und hätte Platz abgegeben. Gemeinderat Carsten Schube (Bürgerbewegung) habe sich stellvertretend für die Verwaltung um die Sache gekümmert.

Der ist nun genauso enttäuscht wie die Vereinsmitglieder. „Ich hatte mich bereiterklärt, dem Verein zu helfen, weil ich die Mitglieder kenne und ihr Anliegen unterstütze.“ Die Mehrzweckhalle neben dem Festplatz wäre laut Carsten Schube der ideale Standort. „Alle Anschlüsse sind vorhanden, und der Ausgang für den Verein wäre hinten gewesen, so dass sich niemand gestört fühlt.“

Bereits im Sommer habe er das Einverständnis von allen Seiten gehabt, und Amtsverweser Guntram Steglich sollte die Verträge für die Vermietung des gemeindeeigenen Gebäudes vorbereiten.

Steglich erklärt auf Anfrage, dass bei der jüngsten Gemeinderatssitzung gegen diese Pläne abgestimmt wurde, weil die Halle "vom Bauhof genutzt und gebraucht" werde. Die Gemeindeverwaltung sei stets bemüht gewesen, die Vereine zu unterstützen, auch VLG Racing. "Wir werden weiterhin Augen und Ohren diesbezüglich offen halten", teilt Guntram Steglich mit.

Unterschriftenaktion für neuen Standort

Doch Carsten Schube hat für dieses Vorgehen kein Verständnis. „Eigentlich könnten alle zufrieden sein. Der Verein würde sich in Eigenregie um die Halle kümmern und hätte einen neuen Standort. Davon würde die Gemeinde wiederum profitieren.“ Schließlich hätte sich niemand in den vergangenen Jahren um die Halle gekümmert. Zudem sei sie groß genug, um auch den VLG Racing unterzubringen.

Und der Verein betreibe ja nicht nur seinen Rennsport, sondern bringe sich ständig im Ort ein, helfe und sei an der Organisation des Dorffestes beteiligt. „Es geht auch um unsere Zukunft, und wir als Gemeinderäte sind verpflichtet, den Vereinen zu helfen.“ So sieht es zumindest Carsten Schube.

Und damit ist er offenbar nicht allein. Der Autocrossverein hat jetzt eine Unterschriftenaktion gestartet, die er auch über seine Facebookseite bewirbt. Online und analog können Interessierte das Anliegen des Vereins unterstützen, eine neue Bleibe zu finden. „Die Liste liegt an verschiedenen Stellen aus und wir sind hier im Ort die Häuser abgelaufen“, erzählt Marcel Burkhardt.

300 Unterschriften seien bislang zusammengekommen. Bis Ende der Woche wolle man weitere sammeln und die Listen kommende Woche an den Gemeinderat übergeben. Schließlich sei diese Angelegenheit nicht allein Sache von Amtsverweser Guntram Steglich, erklärt Jürgen Thomas. „Der ganze Gemeinderat entscheidet das.“

Die Alternativen sind allerdings rar. Nicht nur Carsten Schube, auch Marcel Burkhardt sieht kaum noch Chancen. „Andere Möglichkeiten in der Gemeinde fallen uns nicht mehr ein.“ Und dabei bräuchte man nicht viel: eine kleine Werkstatt mit Platz für eine Hebebühne und einen kleinen Raum zum Zusammensitzen oder für Vereinsversammlungen.

Verein will kein Geld, aber gehört werden

Um die Räumlichkeiten würde sich der Verein auch selbst kümmern, so wie es auch am jetzigen Standort sei. „Wir haben hier das Dach gedeckt, gefliest und die Elektrik verlegt.“ Unterstützung habe man immer von lokalen Firmen bekommen und selbst geholfen, wo es ging. Dem Verein gehe es um ein gutes Miteinander. „Von der Gemeinde haben wir nie Geld genommen.“

Das sei auch gar nicht nötig. Für Marcel Burkhardt, Jürgen Thomas und die anderen Autocrosser wäre etwas anderes viel wichtiger. „Mit uns redet niemand, und wir wurden von der Gemeinde immer wieder vertröstet. Das ist eigentlich das größte Problem.“

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