merken
PLUS Bischofswerda

Rammenau: Barockschloss an der Bushaltestelle

Ein Graffitikünstler hat jetzt alles Sehenswerte aus dem Ort an einer Betonwand verewigt. Die Gemeinde plant auch an anderer Stelle eine Verschönerung.

Barockschloss an der Bushaltestelle: Graffitikünstler Christian Schenk aus Dresden hat Rammenaus bekanntestes Gebäude auf eine Betonwand im Ort gesprüht.
Barockschloss an der Bushaltestelle: Graffitikünstler Christian Schenk aus Dresden hat Rammenaus bekanntestes Gebäude auf eine Betonwand im Ort gesprüht. © SZ/Richard Walde

Rammenau. An der B 98 in Rammenau schmückt ab sofort ein mehrere Meter breites Graffiti die Bushaltestelle. Dort war in der vergangenen Woche der Dresdener Graffitikünstler Christian Schenk am Werk, um die Sehenswürdigkeiten des Dorfs auf den grauen Beton an der neu errichteten Bushaltestelle zu bringen.

"Die wichtigsten Teile von Rammenau sind vertreten – die Seen, das Grüne, das Barockschloss und das Rammenauer Logo", freut sich Bürgermeister Andreas Langhammer (parteilos). Gemeinsam mit dem Gemeinderat und dem Künstler habe man dieses aus vier möglichen Motiven ausgewählt.

sz-Reisen
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken

Bei SZ-Reisen findet jeder seine Traumreise. Egal ob Kreuzfahrt, Busreise, Flugreise oder Aktivurlaub - hier bekommen Sie für jedes Reiseangebot kompetente Beratung, besten Service und können direkt buchen.

"Zusammen haben wir das so entwickelt, wie es jetzt eben auch sichtbar ist", sagt Langhammer. Dass gerade ein Graffitisprayer aus Dresden beauftragt wurde, habe einen besonderen Grund. "Wir haben uns in der Umgebung umgeschaut, wer schon etwas gemacht hat, und sind dann auf Colorized aus Dresden gekommen", erklärt der Bürgermeister.

Der neue Kreisverkehr wird auch noch gestaltet

Denn Christian Schenk verschönert schon länger blanke Flächen mit seinen Spraydosen. "Ich mache seit über zehn Jahren Graffitigestaltung beruflich, natürlich mehr in Dresden, aber auch in der Umgebung", sagt er. Beispielsweise in Putzkau und Demitz-Thumitz sei er bereits tätig gewesen, allerdings dort ausschließlich im privaten Bereich.

Dass die Bushaltestelle überhaupt irgendwann farbig gestaltet wird, war für den Bürgermeister schon länger klar. "Die triste Betonwand war uns vonseiten des Gemeinderats ein Dorn im Auge, weil die Ortsdurchfahrt mit dem Kreisverkehr sehr schön geworden ist", sagt er.

Dort soll in Kürze auch noch etwas Besonderes entstehen, wie der Bürgermeister bereits verrät. "Wenn das hier komplett abgeschlossen ist, geht es an die Gestaltung des Kreisverkehrs. Dort kommt auch etwas Künstlerisches hin, aber was genau, verraten wir noch nicht."

Im Mittelpunkt des Graffitis steht das Barockschloss Rammenau.
Im Mittelpunkt des Graffitis steht das Barockschloss Rammenau. © SZ/Richard Walde

An der Bushaltestelle wolle man vor allem Schmierereien vorbeugen. "Es gab eine Anmerkung, dass eine so große Betonwand nicht lange grau bleiben, sondern wohl bald besprüht wird. Jetzt gehen wir davon aus, dass sie entsprechend einem Ehrenkodex unter Sprayern so gelassen wird, weil sie ja von einem Sprayer gemacht worden ist", sagt Langhammer.

Er ist sich sicher, dass Jugendliche aus Rammenau auf keinen Fall Schmierereien anbringen werden. "Wir sind an unseren Jugendclub herangetreten, um den Jugendlichen vor Ort zu zeigen, wie viel Arbeit da drinsteckt, es künstlerisch zu machen."

Um dennoch gegen Schmierereien gewappnet zu sein, kommt als Allerletztes eine Art Schutzschicht über das Graffiti. Von der kann man alles abwischen, was aber dennoch mit viel Arbeit verbunden wäre. Die Schutzschicht hat aber auch den Zweck, dass das Graffiti selbst länger schön und vor Regen geschützt bleibt.

Ein rund einen Quadratmeter großer Teil des Motivs hat im Übrigen nichts mit Rammenau zutun. "Wir haben dem Künstler zugestanden, dass er direkt hinter der Bushaltestelle Platz für sich hat, um sich zu verewigen", sagt Langhammer. Was dort zu sehen sein wird, hat sich Schenk vorab gut überlegt. "Da kommt ein Künstlerschriftzug von mir hin, also ein klassisches Graffiti", sagt er.

Wer in Rammenau an der Haltestelle Feldschlösschen aus dem Bus steigt, wird jetzt mit dem Schriftzug "Willkommen im Fichteort Rammenau" begrüßt.
Wer in Rammenau an der Haltestelle Feldschlösschen aus dem Bus steigt, wird jetzt mit dem Schriftzug "Willkommen im Fichteort Rammenau" begrüßt. © SZ/Richard Walde

Mehr zum Thema Bischofswerda