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Freie Fahrt auf der B 6 in Großharthau

Die neue Brücke ist fertig, und der Verkehr kann wieder ohne Ampel rollen. Der Bürgermeister hat für seine Gemeinde trotzdem noch einen Wunsch.

Bisher ging es nur einspurig und mit Ampelregelung über die alte Brücke (links) in Großharthau. Ab Montagnachmittag soll der Verkehr wieder ohne Einschränkungen rollen - über die neue Brücke (rechts).
Bisher ging es nur einspurig und mit Ampelregelung über die alte Brücke (links) in Großharthau. Ab Montagnachmittag soll der Verkehr wieder ohne Einschränkungen rollen - über die neue Brücke (rechts). © SZ/Uwe Soeder

Großharthau. Die neue Brücke an der B 6 in Großharthau ist fertig. Sie wird am heutigen Montag freigegeben. Das teilt Franz Grossmann, Sprecher des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), mit. Demnach wurden in der vergangenen Woche die Asphaltarbeiten auf dem Neubau und im anschließenden Straßenbereich abgeschlossen.

Somit könne die neue Brücke am Montag ab etwa 16 Uhr für den Verkehr zweispurig und ohne Ampelregelung freigegeben werden. „2021 erfolgt dann der Abbruch der alten Brücke“, fügt der Lasuv-Sprecher hinzu. Ende Februar könnte es wahrscheinlich soweit sein. Mitte März werde deswegen dann die Sperrung der Bahnstrecke am Wochenende nötig sein.

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Aber auch für den Straßenverkehr wird es nochmal zu Einschränkungen kommen, erklärt Franz Grossmann. „Restleistungen am Neubau sollen bei bauoffenem Wetter bereits Anfang Januar umgesetzt werden.“ Sobald dies geschehe, werde eine halbseitige Sperrung mit Ampelregelung eingerichtet.

Großharthaus Bürgermeister Jens Krauße (SPD) sieht die neue halbseitige Sperrung aber nicht als Problem an. Er freut sich vielmehr, dass die Brücke jetzt fertig ist. „Wir als Gemeinde sind sehr erfreut, dass das noch vor Weihnachten passiert und alles so gut funktioniert hat.“

Vier Scherlasttransporter hatten im Sommer die Betonteile für die neue Brücke in Großharthau aus Erfurt angeliefert.
Vier Scherlasttransporter hatten im Sommer die Betonteile für die neue Brücke in Großharthau aus Erfurt angeliefert. © Rocci Klein

Zudem sei die neue Brücke architektonisch gelungen und „ein Hingucker“, findet der Bürgermeister. Im Sommer waren dafür mehr als 30 Tonnen schwere und rund 25 Meter lange Betonteile mit Schwerlasttransportern angeliefert und montiert worden. Die neue Brücke führt kurvenförmig über die Bahnstrecke. Sie ist etwa einen Meter höher als die jetzige. Denn gebaut wurde mit Blick auf die künftige Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden – Görlitz. Darauf hofft auch Jens Krauße. „Wir haben jetzt ein Nadelöhr auf der Straße beseitigt. Jetzt sollte aber auch die Elektrifizierung zügig kommen.“

Bürgermeister fordert bessere Zuganbindung

Ostsachsen müsse aus seiner Sicht besser an die Landeshauptstadt angebunden werden - egal, ob man das nun S-Bahn nenne oder nicht. „Mittelfristig brauchen wir so eine gute Taktung wie das Elbtal“, fordert Krauße. Dann würden mehr Leute vom Auto auf den Zug umsteigen, die Tickets würden günstiger, der Verkehr auf der Straße würde weniger und es gäbe keine so großen Parkplatzprobleme in Dresden wie jetzt, ist der Bürgermeister überzeugt.

Ende 2019 begannen die Bauarbeiten zum Ersatzneubau der B-6-Brücke. Sie waren notwendig geworden, weil die alte, 1959 gebaute Brücke umfangreiche Schäden vor allem am Oberbau aufwies. Die Tragfähigkeit entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen. Im Zuge der Bauarbeiten wurden auch die einmündenden Gemeindestraßen – Siedlungs-, Bahnhof- und Paradiesstraße – mit umgebaut.

Die Kosten belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro und werden vom Bund getragen. Errichtet wurde die Brücke durch die Matthäi-Gruppe. Sie ist in mehreren europäischen Ländern präsent und unterhält unter anderem im Bundesland Brandenburg mehrere Standorte.

Frühere Brücke wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört

Die neue Brücke ist in Fahrtrichtung Dresden nur wenige Meter rechts neben dem bestehenden Bauwerk entstanden. Dort, wo sie jetzt gebaut wurde, habe es schon früher eine Brücke gegeben, die aber am Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört worden war, erklärte Andreas Biesold, Leiter der Bautzener Lasuv-Niederlassung, Anfang des Jahres. Schon in den 1950er-Jahren sei also eine neue Brücke neben den Resten der früheren errichtet worden.

Jetzt sei man zum ursprünglichen Brückenverlauf zurückgekehrt, vor allem damit der Verkehr während gesamten Bauzeit fließen konnte, wenn auch wie zuletzt nur halbseitig und mit Ampelregelung.

Das sei aber nicht die einzige Herausforderung gewesen. „Der Baugrund ist äußerst schwierig, da Lehm und Sand vorherrschen“, so Andreas Biesold. Aus diesem Grund wurde die Brücke auf Pfählen gegründet. 25 Pfähle von jeweils 1,20 Meter Durchmesser mussten dafür 14 bis 16 Meter tief in die Erde gesetzt werden. Erst dort gibt es einen tragfähigen Baugrund.

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