SZ + Dresden
Merken

2G in Dresden: "Wie du mir, so ich dir" ist keine Lösung

Wirten und Veranstaltern, die zum 2G-Modell gewechselt sind, wird auf Facebook der Bankrott gewünscht. SZ-Redakteurin Dominique Bielmeier fragt: Geht's noch?

 2 Min.
Teilen
Folgen
SZ-Redakteurin Dominique Bielmeier kommentiert die Anfeindungen gegen Wirte und Veranstalter, die in Dresden auf das 2G-Modell gewechselt sind.
SZ-Redakteurin Dominique Bielmeier kommentiert die Anfeindungen gegen Wirte und Veranstalter, die in Dresden auf das 2G-Modell gewechselt sind. © Robert Michael/dpa; SZ-Bildstelle

Trump oder Biden, Brexit oder kein Brexit – und nun 3G oder 2G: Wann immer Menschen die Wahl zwischen nur zwei Optionen gegeben wird, verhärtet das die Fronten. Es gibt nur noch Gegner oder Befürworter und alle Zwischentöne, alle Gemeinsamkeiten werden ausgeblendet. Im Fall der 2G-Option führt das sogar zu Anfeindungen derer, die sich entscheiden, nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt zu erlauben – und so eine große Anzahl von Menschen auszuschließen, die vielleicht gerne gekommen wären.

Besonders rau ist der Ton erwartungsgemäß auf Facebook. Da wird Betreibern, die nun auf 2G umgestellt haben, sogar der Bankrott gewünscht und angekündigt, auch nach dem Ende der Corona-Maßnahmen das Lokal zu meiden.

Geht’s noch? Eigentlich sollte jedem klar sein, dass kein Gastronom oder Veranstalter gerne Menschen ausschließt, schon allein, weil es das Gegenteil des Geschäftsmodells wäre. Die derzeitige Gesetzgebung – die man befürworten oder ablehnen kann – und in vielen Fällen die blanke wirtschaftliche Not im zweiten Pandemiejahr führen zu dieser alles andere als leichten Entscheidung, nicht der Wunsch, jemanden auszugrenzen.

Wenn wir uns auch nach Corona noch in die Augen sehen (und zusammen ein Bier trinken) wollen, sollten wir auf ein plumpes „wie du mir, so ich dir“ jetzt unbedingt verzichten.

Mail an Dominique Bielmeier.