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Corona: Anonymer Trauerflor vorm Rathaus

Unbekannte protestieren in Pirna und Meißen gegen den angeblichen Verlust von Grundrechten. Mehrere Seiten verurteilen die Aktion scharf.

Trauergebinde vor dem Pirnaer Rathaus: Die Urheber wollen unerkannt bleiben.
Trauergebinde vor dem Pirnaer Rathaus: Die Urheber wollen unerkannt bleiben. © Daniel Förster

Vor den Rathäusern in Pirna und Stadt Wehlen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie vor dem Landratsamt Meißen haben Unbekannte am Wochenende Trauerkränze und Grabgestecke abgelegt. Vor dem Pirnaer Rathaus fand sich ein Gebinde, auf dessen Schleife die Worte "Selbstbestimmung, Freiheit und Menschenwürde" zu lesen sind, ein ähnliches Gesteck tauchte auch in Stadt Wehlen auf. Mit dem Kranz vor dem Landratsamt Meißen trauerten "Bürger von Moritzburg" um ihre Grundrechte, ihre Freiheit und die Demokratie.

Mit der Aktion protestieren die anonymen Absender offenbar gegen die neue Corona-Schutzverordnung und den aus ihrer Sicht angeblich damit einhergehenden Verlust von Grundrechten. Allerdings richtet sich die Botschaft an die falschen Adressaten: die Verordnung wurde weder von den Landkreisen noch den Kommunen beschlossen.

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Der Moritzburger Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) hat die Aktion als beschämend verurteilt. Er entschuldigte sich bei den Mitarbeitern des Landratsamtes für den Eindruck, den die pauschalierte Unterschrift dieser Aktion erweckt habe. "Ich finde die gestrige Aktion beschämend und möchte als Bürgermeister der Gemeinde Moritzburg ganz klar und deutlich zum Ausdruck bringen, es sind nicht 'die Bürger von Moritzburg', die sich anonym und feige in aller Stille diese krude Aktion ausgedacht und durchgeführt haben", sagt Hänisch. Auch die amtierende Meißner Landrätin Janet Putz hat die Aktion als feige und geschmacklos verurteilt.

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Pirna indes geht recht gelassen mit der Hinterlassenschaft um. Das Gebinde sei nach Aussage der Stadt entfernt worden, um den behindertengerechten Zugang zum Rathaus zu gewährleisten. Das Gesteck werde jetzt noch zwei Tage aufbewahrt - damit es die  Eigentümer wieder abholen können.

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