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Zahl der Corona-Fälle in Arnsdorf gestiegen

Betroffen ist das Heim „Haus am Karswald“. Wie die Einrichtung versucht, eine Ausweitung zu verhindern.

Tests in der Wohnstätte "Haus am Karswald" in Arnsdorf haben zahlreiche positive Corona-Fälle ergeben.
Tests in der Wohnstätte "Haus am Karswald" in Arnsdorf haben zahlreiche positive Corona-Fälle ergeben. © Julian Stratenschulte/dpa

Arnsdorf. Die Zahl der Corona-Fälle im Haus am Karswald in Arnsdorf hat sich erhöht. Nach Angaben des Leiters Thomas Fink-Schurig ist das Virus inzwischen bei 18 Bewohnern nachgewiesen worden. 

Außerdem sind 19 Mitarbeiter positiv auf SarsCov2 getestet worden. Das Landratsamt hatte zu Beginn der Woche von insgesamt 30 Bewohnern und Mitarbeitern gesprochen. Betroffen sind zwei Wohnbereiche in zwei verschiedenen Häusern. 

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Laut dem Leiter könnte die Zahl der positiv Getesteten noch ansteigen. „Mir liegen noch nicht alle Ergebnisse der Tests vor. Die Proben wurden bei uns am 30. Oktober genommen.“ 

Glücklicherweise muss bisher keiner der Infizierten stationär im Krankenhaus behandelt werden. Sollten bei weiteren Bewohnen oder Mitarbeitern Symptome auftreten, wird sofort nachgetestet und entsprechend reagiert, sagt der Leiter. 

Die Heimleitung versucht jetzt, eine weitere Ausbreitung zu verhindern. „Wir haben die betroffenen Wohngruppen unter Quarantäne gestellt. Dort sind derzeit keine Besuche möglich“, sagt Fink-Schurig. Auch das Personal wird streng von anderen Mitarbeitern getrennt. 

In der Wohnstätte "Haus am Karswald" in Arnsdorf sind geistig behinderte Menschen und psychisch Kranke untergebracht.
In der Wohnstätte "Haus am Karswald" in Arnsdorf sind geistig behinderte Menschen und psychisch Kranke untergebracht. © Sven Ellger

Die Betreuer werden nur in den betroffenen Gruppen eingesetzt. Sie haben keinen Kontakt zu anderen Bereichen des Heims. Die Mitarbeiter in den Gruppen mit positiven Fällen sind zusätzlich zu Maske mit Schutzkitteln und Schutzhandschuhen ausgestattet.

„Auch wenn sie zwischen Wohngruppen unterwegs sind, in denen Corona-Fälle aufgetreten sind, wechseln sie die Schutzkleidung.“ Die hohe Zahl von erkrankten Mitarbeitern versucht die Einrichtung, durch eine Anpassung der Dienstpläne auszugleichen. 

„Wir haben etliche Kollegen, die durch einen erhöhten persönlichen Einsatz mithelfen, die Lage zu meistern. Außerdem sind wir mit dem Gesundheitsamt und unserem Träger, dem Sozialministerium, im Gespräch, um gegebenenfalls Hilfe durch externe Mitarbeiter zu bekommen. Oberste Priorität ist, dass unsere Bewohner zu jeder Zeit ausreichend betreut werden.“

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Besuche von Bewohnern anderer Gruppen sind weiterhin möglich. „Dafür stellen wir separate Räume zur Verfügung. Außerdem können sich Verwandte und Bekannte auch im Freien treffen. Natürlich achten wir dabei besonders auf die Einhaltung der Vorschriften. Es muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, der Abstand muss eingehalten werden und häufige Desinfektion ist wichtig.“ 

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Über die Ursache des Ausbruchs kann Thomas Fink-Schurig nur spekulieren. „Durch Mitarbeiter und Besucher haben wir natürlich Kontakt mit der Außenwelt. Das Risiko einer Übertragung ist nie ganz auszuschließen.“ 

Insgesamt gehören zu der Wohnstätte „Haus am Karswald“ in Arnsdorf fünf Häuser, in denen geistig behinderte Menschen und psychisch Kranke betreut werden. 166 Bewohner sind hier untergebracht. 

Sie werden in den Wohnbereichen von 134 Mitarbeitern betreut. Nach dem Alten- und Pflegeheim in Radeberg im Frühjahr und dem Pflegeheim der Diakonie Mitte Oktober ist das der dritte Ausbruch in einem solchen Heim. 

Wenige Fälle hatte es auch im Epilepsiezentrum Kleinwachau gegeben. Hier ist die Lage stabil. Aktuell sind zwei Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie befinden sich in häuslicher Quarantäne. 

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30 Bewohner und Mitarbeiter wurden positiv getestet. Wenige Fälle gibt es auch im Epilepsiezentrum.

Das Gleiche gilt für eine weitere Person. Es handelt sich dabei um einen Bewohner, einen Patienten oder einen Schüler. Genauere Angaben macht die Einrichtung aus Datenschutzgründen nicht.

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