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So bewertet Sachsen den Schul-Lockdown

Eine Mehrheit der Sachsen denkt, dass Schüler durch Corona-Einschränkungen langfristig Nachteile haben werden - und sieht die Schuld auch bei Lehrern.

© Sebastian Gollnow/dpa

Die Schulen in Sachsen kehren allmählich wieder in den Normalbetrieb zurück. Dank sinkender Infektionszahlen kann am Donnerstag mit dem Landkreis Meißen die siebte Region von insgesamt 13 im Freistaat den Wechselunterricht gänzlich abschaffen und zum Präsenzunterricht für alle Klassen zurückkehren. Bleibt es bei der Entwicklung der Infektionszahlen könnten in der kommenden Woche die nächsten Landkreise folgen.

Doch der wochenlange Heim- und Wechselunterricht wird ihre Spuren bei den Schülern hinterlassen. Davon jedenfalls ist die deutliche Mehrheit der Sachsen überzeugt, wie aus einer Umfrage von sächsische.de und den Meinungsforschern von Civey hervorgeht.

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Wir wollten wissen, ob sich die Menschen im Freistaat sorgen, dass Schulkinder wegen des eingeschränkten Unterrichts während der Corona-Pandemie langfristig Nachteile erleiden werden. Mehr als drei Viertel der Sachsen (77,7 Prozent) beantworten diese Frage mit "Ja, auf jeden Fall" oder mit "eher ja". Rund 18 Prozent meinen hingegen, dass die Einschränkungen keinen langfristigen Einfluss haben werden. Rund vier Prozent sind bei der Frage unentschieden.

Zugleich wollten wir wissen, was Eltern beim digitalen Unterricht der Schulen für verbesserungswürdig halten. Befragt wurden dafür ausschließlich Sachsen mit schulpflichtigen Kindern. Mehrfachantworten waren möglich.

Das durchaus überraschende Ergebnis: Die meisten Sachsen (64,2 Prozent) halten die digitalen Kompetenzen der Lehrer für verbesserungswürdig. Auch weitere Punkte, denen oft zugestimmt wurde, lassen Kritik an den digitalen Unterrichtsmethoden der Lehrer erkennen. So halten rund 48 Prozent der Sachsen mit schulpflichtigen Kindern die Art und den Umfang der Aufgaben für verbesserungswürdig, jeweils rund 44 Prozent bemängeln außerdem die Erreichbarkeit der Lehrer bei Rücksprachen sowie organisatorische Absprachen mit Lehrern.

Mehr als die Hälfte der Sachsen mit schulpflichtigen Kindern (52,1 Prozent) bemängeln aber auch die Ausstattung mit technischen Geräten für Schüler und Lehrer.

Um die Lockdown-Folgen für Schüler abzufedern, soll noch vor den Sommerferien zunächst analysiert werden, welche Lernlücken die Schüler genau haben. Für diese pädagogische Diagnostik bekommen die Lehrer im Juli Testaufgaben. Im kommenden Schuljahr werden die Lehrpläne dann gezielt ausgedünnt, um zusätzlich die versäumten, aber notwendigen Lehrplaninhalte im nächsten Schuljahr nachholen zu können. Eine Entscheidung, welcher Unterrichtsstoff gestrichen oder anders gewichtet wird, soll ebenfalls im Juli getroffen werden.

Außerdem gibt es darüber hinausgehende politische Forderungen. Die Grünen machen sich für einen sogenannten "Bildungsschutzschirm" stark. Dieser sieht unter anderem vor, dass Lehrerinnen und Lehrer beim Aufholen ausgefallener Stunden unterstützt werden sollen, etwa von Freiwilligen und Studierenden.

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An der erstgenannten Umfrage wurde bisher bundesweit 20.759 Mal teilgenommen. Die Stichprobe für die Sachsen-Zahlen besteht aus 782 Personen. An der zweiten Umfrage haben bislang bundesweit 28.823 Menschen teilgenommen. Die Stichprobe für die Sachsen-Zahlen besteht aus 188 Personen. Wie Umfragen mit Civey funktionieren, wird in diesem Artikel (mit Video) erklärt.

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