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Corona-Partys auf Arnsdorfer Spielplatz?

Auf dem Waldspielplatz von Kita-Kindern wird immer mehr Müll zurückgelassen. Jetzt soll eine Videokamera her.

Grit Noack, Erzieherin in der Kita „Am Karswald“ in Arnsdorf, ist empört. Auf dem Waldspielplatz wird immer mehr Müll zurückgelassen und es werden Spielgeräte beschädigt.
Grit Noack, Erzieherin in der Kita „Am Karswald“ in Arnsdorf, ist empört. Auf dem Waldspielplatz wird immer mehr Müll zurückgelassen und es werden Spielgeräte beschädigt. © Christian Juppe

Arnsdorf. Waren in Arnsdorf Vandalen unterwegs? Den Eindruck hatte jedenfalls neulich Andreas Reupert, der Leiter des dortigen Spiel- und Bewegungskindergartens „Am Karswald“. Denn das, was er und seine Mitarbeiter jüngst auf einem Waldspielplatz unweit der Kita beobachten konnten, war nicht anders zu bezeichnen.

Auf dem rund 500 Meter vom Karswaldhaus gelegenen Platz waren Müll, Unrat, zerstörte Spielgeräte zu sehen. Überall auf dem Boden verstreut lagen kaputte Flaschen, Glasscherben. Die Kinder der Waldkita-Gruppe waren ob dieser Ereignisse in den vergangenen Tagen zum Teil verstört und verärgert, aber vor allem überaus traurig. Zum einen wegen der zahlreichen Schäden, die von Unbekannten auf dem Waldspielplatz angerichtet worden waren, und zum anderen, weil das Reine, das Saubere ihrer Waldspielplatz-Idylle gelitten hat. „Man kann nicht verstehen, wer so was macht, und was das alles soll“, ist Einrichtungsleiter Andreas etwas ratlos.

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Kinder spielen oft den ganzen Tag auf dem Platz

Seit fast drei Wochen gehe das nun schon so, erzählt Reupert. Grit Noack, die die 15-köpfige Waldkita-Gruppe betreut, weist darauf hin, dass der Waldspielplatz mit den Spielgeräten und dem Bauwagen bisher ein idealer Ort für die Kindergruppe gewesen sei, um „in und mit der Natur zu leben“, so die Erzieherin. Hier verbringen die Vorschulkinder den ganzen Tag an der frischen Luft, werden die Kleinen mit all dem vertraut gemacht, was das Leben in der Natur ausmacht. Auch esse man hier draußen, so Grit Noack. Und wenn es regnet, findet man Schutz im Bauwagen.

Mit anderen Worten: ein paradiesisches Vorschulkindergartenleben, was Erziehern wie Kiddies gut gefällt. Und gerade in Coronazeiten ein idealer Platz ist, denn das Ansteckungsrisiko ist ja bekannterweise an der frischen Luft äußerst minimal. Grit Noack berichtet davon, dass die Kinder bisher immer den ganzen Unrat weggeräumt hätten. Glücklicherweise habe sich noch kein Kind an Holzsplittern oder Glasscherben verletzt.

Auch Eltern der Kinder sind verärgert. Kinderfreundlich sei das, was dort herumliege, jedenfalls nicht, erfährt man von einem Elternteil. Und weiter: „Die, die das gemacht haben, sollten auf jeden Fall zur Verantwortung gezogen werden.“

Corona-Partys auch auf dem Friedhof?

Über die Täter könne man derzeit nur Vermutungen anstellen, erklärt Einrichtungsleiter Andreas Reupert. Man wisse wohl von Jugendlichen und Erwachsenen, die in Arnsdorf an manchen Abenden und Nächten illegale Coronapartys feierten. Davon hat auch Kita-Erzieherin Grit Noack gehört. „Es soll hier einige geben, die feiern ihre Partys auf dem Friedhof.“

Grit Noack, die seit acht Jahren in der Karswalder Einrichtung arbeitet, hat jedenfalls ein solches Maß an Zerstörung auf einem solchen Kinderspielareal noch nicht erlebt. Höchste Zeit, dass die Behörden nun einschreiten, steht für Noack fest. Sie richtet bei der Gelegenheit einen Appell an die Arnsdorfer Vandalen: „Ärger und Frust so auszuleben wie auf unserem Waldspielplatz, das ist einfach unmöglich.“

In der Kita-Einrichtung will man jedenfalls nicht mehr tatenlos zusehen. So soll demnächst im Umfeld des Waldspielplatzes eine Videokamera installiert werden. Um den Tätern auf die Schliche zu kommen, so Grit Noack. In der Hoffnung, dass sich die Kita-Waldgruppe bald wieder auf dem heimischen Waldspielplatz wohlfühlen kann.

Im Spiel- und Bewegungskindergarten „Am Karswald“, sagt der Leiter, hielten sich die Kinder mit ihren Erzieherinnen vor allem häufig im Freien auf. Spielen an der frischen Luft, das „ist gesund und tut einfach gut“.

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