merken
PLUS Sachsen

So voll war es an den Corona-Testzentren in Sachsen

Viele Sachsen wollen sich direkt zum Start testen lassen. Doch in Arztpraxen und Apotheken ist das nicht überall möglich. Noch gibt es offene Fragen.

Das Testzentrum im Dresdner Messegelände hat am Montag eröffnet.
Das Testzentrum im Dresdner Messegelände hat am Montag eröffnet. ©  dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Die kostenlosen Testzentren in Sachsen werden sehr gut angenommen. Zum Start am Dresdner Messegelände hatte sich schon eine Stunde vor Öffnung eine lange Schlange gebildet, sagte Sophie Koch von der Johanniter-Unfall-Hilfe am Montag.

„Wir haben zwar mit einem guten Zulauf gerechnet, aber für Montagmittag war der Ansturm schon enorm.“ Bis dahin hatten die zehn Mitarbeiter mehr als 100 Tests gemacht – alle negativ. Die Schnellteststrecke ist täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Termine müssen nicht gebucht werden.

Anzeige
Dynamische Verstärkung gesucht
Dynamische Verstärkung gesucht

Zur Verstärkung ihres Teams sucht die A4RES Gruppe Bautzen motivierte Immobilienkaufleute (m/w/d) für die Verwaltung ihrer Objekte.

Auch in anderswo lief der Start der Schnelltests bisher positiv. Am Samstag ließen sich nach Angaben des Landratsamtes Nordsachsen etwa 500 Menschen in den sechs Zentren in Delitzsch, Eilenburg, Torgau, Oschatz, Schkeuditz und Taucha etwa 500 Menschen testen. "Auch am Montagmorgen hatte sich in Torgau schon wieder eine Schlange gebildet", berichtete ein Sprecher des Landratsamtes.

Die Aktion solle helfen, die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis unter die "rote Linie" von 100 zu bringen; am Montag lag sie bei 124,4.Die Aktion soll helfen, die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis unter die „rote Linie“ von 100 zu bringen; am Montag lag sie bei dort bei 124,4. Für den gesamten Freistaat lag sie am Montag bei 86,7.

Nur wenige Apotheken geeignet

Dagegen werden wohl nur in wenigen sächsischen Apotheken Corona-Schnelltests möglich sein. „Wir gehen davon aus, dass nur eine geringe zweistellige Prozentzahl der rund 950 Apotheken dieses Angebot machen können“, sagte Verbandssprecherin Kathrin Quellmalz. Grund sei ein straffes Hygienekonzept, dass einen separaten Zugang sowie einen eigenen, gut belüfteten Raum für die Testungen vorsieht.

Auch in anderen Bundesländern waren Apotheken und Arztpraxen zum Wochenbeginn noch nicht oder nur unzureichend auf die Testungen in der Fläche vorbereitet. Bund und Länder hatten beschlossen, dass der Bund ab diesem Montag die Kosten für einen wöchentlichen Schnelltest pro Bürger übernimmt.

Unklar blieb auch am Montag, ob Arztpraxen und Apotheken die kostenlos Getesteten registrieren müssen, damit es nicht zu mehr als einem Gratis-Test pro Woche kommt. Das Bundesgesundheitsministerium teilte lediglich mit, dass es eine solche Dokumentationspflicht in Testzentren gebe.

Die Länder müssten die Schnelltests selbst bestellen und die Infrastruktur dafür schaffen. Jedes Testzentrum habe bereits ein Dokumentationssystem. „Nach einem Schnelltest bekommt der Getestete ein Dokument, auf dem angegeben wird, wer, bei wem, wann, mit welchem Ergebnis getestet wurde.“

Sachsen bestellt Tests für fünf Millionen Euro

Sachsen hat bisher etwa 1,5 Millionen Schnelltests beschafft. Diese sind nach Angaben des Sozialministeriums bis auf wenige Restbestände an die Landkreise und kreisfreien Städte verteilt worden. Das Kabinett hat am Freitag entschieden, für fünf Millionen Euro weitere Schnelltests zu bestellen, für die Landesreserve, um etwa bei Bedarf in Notlagen Landkreise zu unterstützen, wie im Vogtland. Durch die Taskforce Logistik beim Bund werde derzeit der Bedarf in den Bundesländern abgefragt, so das Sozialministerium. „Noch ungeklärt ist, ob künftig die kommunale Ebene selbst Tests direkt bestellt oder dies über das Land abgewickelt wird.“

Weiterführende Artikel

Corona: 24.000 Menschen an Sachsens Grenze abgewiesen

Corona: 24.000 Menschen an Sachsens Grenze abgewiesen

Zwei Monate Kontrollen zu Tschechien, Leipzigs Ausgangsbeschränkungen wohl rechtswidrig, 1.746 Neuinfektionen in Sachsen - unser Newsblog.

Dresden: So viele Gratis-Schnelltests waren positiv

Dresden: So viele Gratis-Schnelltests waren positiv

Einmal pro Woche sollen sich alle Dresdner gratis auf Corona testen lassen können. Wie viele Tests bisher positiv ausfielen und wo sie überall angeboten werden.

Die neuen Regeln für Corona-Tests auf der Arbeit

Die neuen Regeln für Corona-Tests auf der Arbeit

Friseure tun es schon, sächsische Verkäufer sind ab nächster Woche dazu verpflichtet: Testen auf Corona wird im Arbeitsleben immer wichtiger. Was gilt?

Länder verstoßen gegen Impf-Reihenfolge

Länder verstoßen gegen Impf-Reihenfolge

Wer wird wann gegen Corona geimpft? Dazu hat der Bund Vorgaben gemacht. Die aber werden in den Bundesländern nicht immer eingehalten.

Nachdem die Discounter Aldi und Lidl mit dem Verkauf von Corona-Selbsttests gestartet sind, aber gleich ausverkauft waren, wollen auch die Drogerieketten dm und Rossmann in dieser Woche mit dem Verkauf beginnen. Der dort für Dienstag geplante Verkaufsbeginn musste jedoch verschoben werden, weil die Lieferungen offenbar nicht so schnell wie erhofft gekommen sind. Auch Edeka und Rewe wollen ebenso wie Netto und Penny die Tests „in Kürze“ anbieten. (dpa, SZ/sca)

Mehr zum Thema Sachsen