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Corona: Was Schnelltests ab Montag in Döbeln kosten

In der Region Döbeln sind die Preise sehr unterschiedlich. In Freiberg bleiben die Tests noch kostenfrei.

Ab kommenden Montag müssen Corona-Schnelltests bezahlt werden. Dabei können Betreiber von Testzentren die Höhe des Preises selbst festlegen.
Ab kommenden Montag müssen Corona-Schnelltests bezahlt werden. Dabei können Betreiber von Testzentren die Höhe des Preises selbst festlegen. © Matthias Rietschel

Region Döbeln. Erwartungsgemäß ist die Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis Mittelsachsen am Freitag in die Höhe geschnellt. So zählte das Gesundheitsamt, Stand 6. Oktober, 378 aktive Infektionen, wodurch der Inzidenzwert auf 153,2 gestiegen ist – der höchste Wert seit 17. Mai dieses Jahres.

Damit bleibt der Landkreis nicht nur Hotspot in Sachsen, sondern belegt bundesweit Platz elf unter den 401 Landkreisen und kreisfreien Städten. Am 23. September lag der Wert in Mittelsachsen noch bei 31,2. Seitdem ist er kontinuierlich gestiegen.

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Aufgrund der hohen Inzidenz bleibt die 3-G-Regel im Landkreis voraussichtlich noch für längere Zeit bestehen. Denn für eine Lockerung ist mindestens fünf Tage in Folge ein Inzidenzwert unter 35 nötig.

Damit wird es für nicht Geimpfte und nicht Genesene ab kommenden Montag teurer, am öffentlichen Leben teilnehmen zu können. Denn ab dem 11. Oktober, so legt es eine bundesweit geltende Verordnung fest, sind Schnelltests in der Regel nicht mehr kostenlos. Für die sogenannten Bürgertests gibt es weiterhin Ausnahmen für bestimmte Personengruppen wie

  • Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können,
  • Kinder unter zwölf Jahre,
  • 13- bis 17-Jährige (bis 31. Dezember),
  • Schwangere (bis 31. Dezember),
  • Menschen, die einen Test zum Beenden einer Quarantäne wegen einer Corona-Infektion brauchen und
  • Genesene, deren Covid-Infektion nicht länger als sechs Monate zurückliegt.

Auch in Schulen gibt's kostenlose Tests

Auch in den Schulen werden die Schüler weiterhin kostenlos getestet, die Älteren mindestens bis 31. Dezember. Für Personen, die geimpft sind, ändert sich nichts. Benötigen sie trotz Impfung beispielsweise für Besuche in einem Pflegeheim oder Krankenhaus zusätzlich einen Test, haben sie laut Sozialministerium Sachsen nach der Test-Verordnung des Bundes, Paragraf 4 Absatz 1, weiterhin Anspruch auf eine kostenfreie Testung.

Zudem müssten diese Einrichtungen nach Sächsischer Corona-Schutz-Verordnung für geimpfte wie ungeimpfte Besucher die Möglichkeit eines Tests zum Zweck des Zutritts anbieten. Dieser bleibt kostenfrei.

„Das Ergebnis ist jedoch allein für den Zweck des Zutritts zum Pflegeheim oder Krankenhaus nutzbar und kann nicht darüber hinaus als Nachweis im Sinne der 3G-Regelung verwendet werden“, teilt das Sozialministerium auf Nachfrage von Sächsische.de mit.

Test für viele Vorhaben nötig

In der Regel müssen also alle nicht Geimpften und nicht Genesenen für den Schnelltest zahlen. Den müssen sie beispielsweise vorweisen beim Zugang zur Innengastronomie, bei der Teilnahme an Veranstaltungen und beim Zugang zu Kultur- und Freizeiteinrichtungen in Innenräumen, bei der Inanspruchnahme körpernaher Dienstleistungen (außer zu medizinischen Zwecken). Nur Geimpfte und Genesene sind davon befreit.

Preis kann jeder Anbieter festlegen

Was die Schnelltests ab Montag kosten, können die Apotheken und Anbieter der Testzentren selbst festlegen. In der Region Döbeln sind die Preise recht unterschiedlich. In den Testzentren am Edeka-Markt in Döbeln und Ostrau an der Grundschule wird der Schnelltest 13 Euro kosten. „Das ist der Betrag, den wir brauchen, um die Struktur aufrecht zu erhalten“, sagt Betreiber Michael Köhler. Auch in Grimma bietet er weiterhin Tests an.

In der Region Döbeln werde er aber die anderen Testzentren, die er ab März eröffnet und Ende Juni wieder geschlossen hat, nicht wiederbeleben. Zum einen fehlten die Mitarbeiter. Zum anderen denkt Köhler, der auch Inhaber der Firma Betreutes Trinken und Mitglied des Döbelner Stadtwerberings ist, dass mit der Bezahlung die Zahl der Tests zurückgehen wird.

„Ich befürchte, dass die Entscheidung, dass die Tests bezahlt werden müssen, zulasten des Einzelhandels und der Gastronomie geht“, sagt er und ergänzt: „Wer sich testen lassen muss, um eine Gaststätte besuchen zu können, trinkt sein Bier lieber Zuhause.“

Freiberg bietet Alternative

Wer sich im Döbelner Ratskeller testen lässt, zahlt künftig ebenfalls 13 Euro. In der Park-Apotheke Hartha kostet der Test dagegen 20 Euro. Preiswerter ist er mit 11,50 Euro in der Löwen-Apotheke Waldheim. Allerdings nur, wenn sich die Testwilligen zuvor auf dem Terminportal der Apotheke registrieren.

Erfolgt das erst vor Ort, „werden für das manuelle Einbuchen weitere 1,50 Euro fällig“, so Apotheker Sebastian Michael. Auch die Mitarbeiter der Zahnarztpraxis Uta Wesiger und Matthias Schneider in Hartha bitten um vorherige Anmeldung. Dort werden für den Test 13.50 Euro fällig.

Im Gegensatz zu Döbeln bietet Freiberg als einzige Stadt im Landkreis Mittelsachsen in seinem Testzentrum am Obermarkt weiterhin die Möglichkeit zu kostenlosen Schnelltests. Von diesem Angebot, das vorerst bis zum Jahresende gilt, können allen Personen mit Hauptwohnsitz in Freiberg Gebrauch machen. Als Nachweis reicht ein Personalausweis.

Hürde für das Testen gering halten

„Wir unterbreiten den Freibergern das Angebot zu kostenlosen Tests, um einen Beitrag zur Eindämmung des Infektionsgeschehens zu leisten“, erklärt Oberbürgermeister Sven Krüger. „Nur wenn wir Infektionen frühzeitig erkennen, können wir Ansteckungen wirkungsvoll verhindern. Das betrifft auch Geimpfte, die das Corona-Virus bei einer Infektion möglicherweise übertragen.“

Kostenlose Angebote würden helfen, die Hürde für das Testen gering zu halten. Mit Beginn der Coronatests am 12. März habe Freiberg im Doppelhaushalt 2021/22 ein Budget in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro für alle mit den Tests in Zusammenhang stehenden Maßnahmen eingeplant.

Dass die Corona-Regeln im Landkreis Mittelsachsen bald wieder gelockert werden können, ist eher unwahrscheinlich. Das Gesundheitsamt vermeldete am Freitag weitere 91 Neuinfektionen. Insgesamt sind es seit März 2020 damit 25.710. Derzeit befinden sich 14 (-1) Personen in medizinischer Behandlung in einer Klinik des Landkreises, zwei (+/0) davon werden intensivmedizinisch betreut. (mit sb)

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  • Döbeln, Ratskeller: Montag und Donnerstag 8 bis 14 Uhr, Dienstag und Mittwoch 8 bis 12 Uhr, Freitag 8 bis 15 Uhr.
  • Döbeln, Parkplatz Edeka Markt Bühler: Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Sonnabend 8 bis 13 Uhr, Sonntag 10 bis 17 Uhr.
  • Ostrau, Grundschule: Mittwoch 12 bis 17 Uhr, Sonntag 14 bis 17 Uhr.
  • Hartha, Park-Apotheke: Montag bis Freitag 8 bis 10 und 15 bis 17 Uhr, Sonnabend 9 bis 11 Uhr.
  • Waldheim, Löwen-Apotheke: Montag bis Sonnabend mit Anmeldung über das Terminportal unter loewen-apotheke-waldheim.de.
  • Hartha, Zahnärztliche Praxis Uta Wesiger/Matthias Schneider: Montag bis Freitag nach Anmeldung unter Tel. 034328 39176.

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