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Bautzen: Drei Schüler positiv getestet

Eine Lehrerin hat sich mit Corona infiziert - und das Virus innerhalb der Schule weitergegeben. Das ist ein Novum.

Bis zum 8. Oktober bleibt die Curie-Grundschule im Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen vorerst wegen mehrerer Corona-Fälle geschlossen.
Bis zum 8. Oktober bleibt die Curie-Grundschule im Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen vorerst wegen mehrerer Corona-Fälle geschlossen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Über Facebook verbreitete sich die Nachricht am Wochenende vor allem unter betroffenen Eltern rasend schnell: Eine Lehrerin an der Frédéric-Joliot-Curie-Grundschule im Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen hatte sich in der vergangenen Woche mit dem Coronavirus infiziert. Am Wochenende wurde bekannt, dass mehrere Klassen, eine Vielzahl an Lehrern und eine Hortnerin der Schule vom Gesundheitsamt in häusliche Quarantäne versetzt wurden.

Rund 100 Schüler und zehn Lehrer dürfen nun nach behördlicher Anordnung ihr Zuhause vorerst nicht verlassen. Das teilt das Bautzener Landratsamt mit. Überdies wurde der Regelunterricht an der Curie-Grundschule zunächst ausgesetzt: Bis zum 8. Oktober bleibt die Schule vorerst geschlossen.

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Insgesamt 253 Grundschüler sind von der Maßnahme betroffen - sie lernen bis dahin wieder von zu Hause aus. Eine Notbetreuung für Kinder, deren Eltern beide berufstätig sind, und für berufstätige Alleinerziehende wird an der Curie-Grundschule aber angeboten.

Erstmals Ansteckung innerhalb der Schule

Unter den 99 Personen, bei denen das Gesundheitsamt noch am Sonntag im Testcenter an der Taucherstraße einen Corona-Test durchführte, befanden sich zahlreiche Schüler der betroffenen Einrichtung. Für Montag wurde die Testung von rund 50 weiteren Personen angekündigt. Auch zahlreiche Eltern, deren Kinder keinen unmittelbaren Kontakt mit der betroffenen Lehrerin hatten, hätten sich beim Corona-Telefon des Landkreises gemeldet und um einen Test gebeten, teilte eine Sprecherin mit. 

Wie am Montag bekannt wurde, ist bei drei der am Sonntag getesteten Schüler das Coronavirus nachgewiesen worden. Sie hatten sich aller Wahrscheinlichkeit nach bei ihrer Lehrerin angesteckt.

Das Bautzener Landratsamt teilt dazu mit: "Damit ist erstmals in einer betroffenen Schule das Virus weitergegeben worden." Die Eltern der betroffenen Schüler seien noch am Montag informiert worden, die Ermittlung weiterer Kontaktpersonen stehe als nächstes an, teilt das Gesundheitsamt mit.

Die betroffene Lehrerin hatte sich nach ersten Erkenntnissen nicht in der Schule, sondern im Familienkreis mit dem Virus infiziert, so das Landratsamt.

Hälfte des Kollegiums ist in Quarantäne

Dass in Grundschulen bei einer Corona-Infektion die ganze Klasse in Quarantäne geschickt wird, sei üblich. Dort ist der Kontakt - genau wie etwa in Kindergarten und -krippe - enger, Abstandsregeln können nicht eingehalten werden.

Dass alle Schüler einer betroffenen Schule wieder von zu Hause aus lernen müssen, ist behördlich nicht vorgeschrieben, hat aber im Fall der Curie-Grundschule einen praktischen Grund: "Durch die hohe Zahl der ausgesprochenen Quarantänen konnte der Unterricht nicht mehr abgedeckt werden. Nach Rücksprache der Schule mit dem Landesamt für Schule und Bildung wurde dann die Entscheidung getroffen", heißt es dazu aus dem Landratsamt. 

Normalerweise arbeiten 19 Lehrer und ein Schulsozialarbeiter an der Schule in der Frédéric-Joliot-Curie-Straße. Die Hälfte des Stammpersonals befindet sich aber nun in Quarantäne. Präsenzunterricht ist damit praktisch unmöglich.

Ob und unter welchen Bedingungen der Online-Schulunterricht vor dem 8. Oktober wieder beendet werden könnte, kann das Landratsamt derzeit noch nicht sagen.

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