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Corona: Radeberg hilft bei Impf-Terminen

Impf-Termine zu bekommen ist schwierig und der Weg nach Kamenz für Ältere oft beschwerlich. Radeberg arbeitet an Lösungen. Ein Interview mit OB Lemm.

In Impfzentren in ganz Sachsen werden seit Montag Mitarbeiter in Pflegeberufen und über 80-Jährige geimpft. Im Landkreis Bautzen wurde es in Kamenz eingerichtet.
In Impfzentren in ganz Sachsen werden seit Montag Mitarbeiter in Pflegeberufen und über 80-Jährige geimpft. Im Landkreis Bautzen wurde es in Kamenz eingerichtet. © Harald Tittel/dpa (Symbolfoto)

Radeberg. Seit Montag sind die Corona-Impfzentren in Sachsen in Betrieb. Im Landkreis Bautzen befindet sich die Einrichtung in einer Turnhalle in Kamenz. Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten, sowie über 80-Jährige können sich jetzt impfen lassen.

Zum Start waren die Probleme groß. Es gab Schwierigkeiten bei der Termin-Buchung. Jetzt ist vielen unklar, wie sie zum Impfzentrum gelangen können. Die SZ sprach über die Probleme und über mögliche Lösungen mit Radebergs Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD).

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Herr Lemm, die Stadt Radeberg bietet Hilfe bei der Registrierung für einen Impftermin in Kamenz an. Normalerweise ist das eine Privatsache. Weshalb jetzt die Unterstützung durch die Verwaltung?

Neben Mitarbeitern von Gesundheitseinrichtungen sind es ja hochbetagte Menschen, die jetzt die Impfung in Anspruch nehmen können. Für einige ist die Anmeldung ein Problem. Einmal hat nicht jeder einen Computer zu Hause stehen, denn ohne den geht es nicht. Registrierungen sind derzeit nur online möglich. Die Telefonhotline wird in Kürze zur Verfügung stehen. Außerdem ist das Anmeldeverfahren zwar denkbar einfach gestaltet, doch wer sonst wenig im Internet unterwegs ist, für den kann das eine Herausforderung sein. Wir hatten dazu bereits einige Anfragen. Diesen Menschen wollen wir helfen.

Radebergs Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD) schlägt Fahrten von Mannschaftswagen der Feuerwehr zum Impfzentrum Kamenz vor.
Radebergs Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD) schlägt Fahrten von Mannschaftswagen der Feuerwehr zum Impfzentrum Kamenz vor. © Archivfoto: Steffen Unger

Wie müssen interessierte Senioren vorgehen?

Sie können bei uns im Rathaus unter der offiziellen Nummer anrufen. Unsere Mitarbeiter fragen dann die notwendigen Daten ab und wählen sich anschließend in das System ein, um einen Impftermin zu vereinbaren. Es ist auch möglich, dass sich Verwandte oder Bekannte bei uns melden und uns die Telefonnummer des Betreffenden geben. Das kann auch per E-Mail unter [email protected] geschehen. Dann rufen wir bei dem Senior an.

Anfangs war es mitunter unmöglich, einen Termin zu vereinbaren, da das System überlastet war. Hat sich das gebessert?

Ja, eindeutig. Am Anfang gab es sehr viele Zugriffe. In Spitzenzeiten kann es allerdings noch sein, dass man in der Warteschleife landet und zwei, drei Anläufe braucht, um in das System zu gelangen und den Termin zu vereinbaren. Wer an dieser Stelle nicht weiterkommt, kann sich ebenfalls an uns wenden. Auch hier wollen wir helfen.

Zweites großes Problem ist für viele die Erreichbarkeit. Gerade ältere Menschen haben kein Auto. Wie sollen sie ins Impfzentrum nach Kamenz kommen?

Das ist in der Tat so. Dazu haben wir ebenfalls bereits Anfragen erhalten und suchen nach einer Lösung. Wir verfügen über vier Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr. Sie könnten für Fahrten ins Impfzentrum genutzt werden. Allerdings gibt es da eine rechtliche Hürde. Rettungsmittel dürfen nicht für den Personentransport genutzt werden. Das Landratsamt habe ich gebeten, eine Lösung zu finden. Jetzt wurde das Innenministerium informiert, und der Minister hat zugesichert, sich das anzuschauen und gegebenenfalls mit einem Erlass einen Personentransport zuzulassen. Sobald das der Fall ist, werden wir natürlich darüber informieren. Eventuell wird Radeberg bei diesem Thema zur Blaupause für andere Kommunen.

Stellt nicht der Transport mehrerer Menschen aus unterschiedlichen Haushalten in einem engen Mannschaftswagen ein Problem dar?

Ja, auch das muss beachtet werden. Eine Fahrt kann nur mit einer FFP2-Maske erfolgen und es muss ein Abstand zwischen den Fahrgästen bestehen. Gegebenenfalls muss das Fahrzeug während der Fahrt gut durchlüftet werden oder es müssen sogar Zwischenstopps zum Lüften eingelegt werden. Dazu sollte es Vorgaben des Gesundheitsamtes geben. Ein weiteres organisatorisches Problem sind die Termine. Es nutzt ja nichts, wenn der eine Fahrgast morgens seinen Termin hat und der letzte am späten Abend. Die Impfzeiten müssen eng beieinanderliegen, idealerweise gleichzeitig stattfinden. Auch das muss noch geklärt werden. Der organisatorische Aufwand des Transports ist also erheblich. Aber ich höre von vielen Radebergern immer wieder: Wir wollen uns ja impfen lassen, doch wie komme ich an einen Termin und vor allem, wie gelange ich nach Kamenz? In beiden Punkten wollen wir helfen.

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