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Mehrere Straftaten bei Autokorso in Dresden

Corona-Protest mit Hupen: Hunderte Autofahrer sind am Samstag in einem Korso durch Dresden gefahren. Das blieb nicht ohne Folgen.

Die Polizei kontrolliert die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen beim Autokorso.
Die Polizei kontrolliert die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen beim Autokorso. © René Meinig

Dresden. Mit einem Autokorso haben am Samstag in Dresden hunderte Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Dabei kam es nach Angaben der Polizei zu mehreren Straftaten, die im Nachhinein bekannt wurden.

So gerieten zwei Teilnehmer des Autokorsos laut Polizei gegen 16.15 Uhr auf der Reichenbachstraße mit zwei Radfahrern aneinander, die zuvor den Aufzug blockierten. Gegen 17 Uhr verhinderten vier Radfahrer auf der Augsburger Straße die Weiterfahrt von Teilen des Korsos. Ebenso kam es später auf der Bautzner Straße zu Blockadeaktionen von einzelnen Personen, die von der Polizei beendet wurden. Unter anderem wurde eine Auto mit Steinen beworfen und dabei beschädigt. Auch am Ende der Veranstaltung im Bereich der Marienbrücke wurden Steine geworfen. Allerdings hat die Polizei dazu keine Informationen zu Tatverdächtigen oder geschädigten Personen.

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Inzwischen ist auch eine weitere Anzeige wegen Sachbeschädigungen bekannt geworden, außerdem eine Anzeige wegen Körperverletzungen. Teilnehmer der Versammlung waren mit körperlicher Gewalt gegen Versammlungsgegner vorgegangen. Die Polizei ermittelt in allen bekannten Fällen und bereitet den Einsatz nach.

Im Rahmen der Absicherung des Versammlungsgeschehens wurde ein Polizeibeamter der Verkehrspolizei durch einen unbeteiligten Dritten angefahren und leicht verletzt.

In Zusammenhang der benannten Straftaten und der Versammlung sucht die Polizei Zeugen, die Angaben zu Vorfällen machen können oder selbst geschädigt wurden. Hinweise nimmt die Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer (0351) 483 22 33 entgegen.

Viele Teilnehmer aus umliegenden Städten

Nach Polizeiangaben waren 482 Fahrzeuge am Samstagnachmittag vom Volksfestgelände an der Pieschner Allee auf eine 26 Kilometer lange Strecke durch die Innenstadt gestartet. Aufgerufen hatten zu dem Autokorso unter dem Motto "Lautstarke Aufklärung" die Bürgerinitiativen "Eltern Stehen Auf" und "Querdenken 351 Dresden".

Auf dem Volksfestgelände unterhalb der Marienbrücke, wo sich die Teilnehmer ab 14 Uhr trafen, waren viele Firmenwagen von Handwerksbetrieben und Dienstleistern zu sehen. Zahlreiche Demo-Teilnehmer aus Dresden, Pirna, Meißen, Stolpen, Freital und anderen Städten rund um die Landeshauptstadt hatten ihre Wagen mit Bannern und Aufschriften versehen. Sie gaben sich damit als Gegner der Maskenpflicht, der Impfungen und des Lockdowns zu erkennen. Auch Coronaleugner befanden sich unter den Demonstranten.

Der Korso benötigte allein 40 Minuten, bis alle Fahrzeuge vom Parkplatz gestartet waren. Vom Camper bis zur Corvette war alles dabei. Mit einem Hupkonzert ging es durch die Stadt, was an vielen Stellen auch zu Verkehrsbehinderungen führte. Die Polizei überwachte das Geschehen auch mit einem Hubschrauber, der gegen 17.30 Uhr über der Neustadt kreiste.

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